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Expertinnen aus Frankfurt loben die Malkünste

Ostereiermarkt Expertinnen aus Frankfurt loben die Malkünste

Beim 37. Erfurtshäuser Ostereiermarkt zogen die kleinen filigranen gestalteten österlichen Kunstwerke hunderte Besucher in ihren Bann.

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Großes Interesse an vielen kleinen Kunstwerken: Im Mardorfer Bürgerhaus drängten sich Besucher an den Ständen.

Quelle: Karin Waldhüter

Mardorf. „Behüt dich Gott in Freud und Leid, behüt dich Gott in Ewigkeit“: Margot Bieker dreht beim Vorlesen behutsam ihr oberhessisches Wachsbatikei in der Hand. Wie oft die 77-jährige Ostereiermalerin aus Erfurtshausen an diesem Tag einen der Ostereiersprüche in altdeutscher Schrift für die Besucher vorgelesen hat, kann sie wohl nicht sagen, denn viele können die altdeutsche Schrift heute nicht mehr lesen.

Wie an allen Ständen herrscht auch an ihrem Stand ein ständiges Kommen und Gehen und mit tief geneigtem Kopf werden die kleinen Kunstwerke in Augenschein genommen. Margot Bieker ist eine erfahrene Ostereiermalerin und von Anfang an dabei.

Das kann auch Rita Gockel aus Mardorf von sich behaupten. Sie sitzt auf der anderen Seite der in U-Form aufgestellten Aus­stellungstische, an denen 27 Ostereiermalerinnen und ein -maler ihre Kunstwerke präsentieren, die sie mit den unterschiedlichsten Techniken verziert haben.

Neben den einheimischen Ostereiermalerinnen gibt es Spruchbandeier von der Schwäbischen Alb, schlesische und sorbische Kratzeier, Natureier mit Pflanzenapplikationen, geklöppelter Spitze oder mit Acrylfarbe bemalte Ostereier zu sehen. „Das Interesse der Besucher ist groß und die Kunst wird sehr bewundert“, erzählt Gockel. Schon am Eröffnungstag sei viel Betrieb gewesen.

„Ich finde es schön, dass das Brauchtum hier gepflegt wird"

Bei einem Rundgang kann man auch Elisabeth Klein über die Schulter schauen. Die 67-Jährige ist in Frankreich zu Hause und hat die Kunst der Seidenbandstickerei von Stoff auf das Ei übertragen. „Das ist faszinierend, so was habe ich noch nie gesehen“, erklärt spontan Besucherin Trude Krey beim Betrachten der bestickten Eier. Per Bus ist sie von Frankfurt aus nach Mardorf gekommen und ist, genau wie Ingrid Bauer und Käte Westphal, die ebenfalls mit dem Bus angereist sind, begeistert.

Die beiden Frauen müssen es wissen, denn sie organisieren in Frankfurt den Ostermarkt im Dominikanerkloster. Ein Busunternehmen hatte die Fahrt angeboten. „Ich finde es schön, dass das Brauchtum hier gepflegt wird, das passt in den ländlichen Raum“, so Bauer. Es werde immer schwieriger, Eier­maler zu finden, berichten die Frankfurterinnen. Deshalb habe man in Frankfurt irgendwann begonnen, andere Aussteller hinzuzunehmen. „Das ganze Ambiente, die Dekoration und die Präsentation der einzelnen Aussteller und die hochwertig gestalteten Eier, der Ostereiermarkt hier ist einfach der Ostermarkt“, loben Alke Meier-Böke und Christine Pitsch aus Rabenau. Auch die Sonderausstellung, bei der sich in diesem Jahr alles um Gebildbrote, traditionelle Model und Springerle drehte, fand großes Interesse.

Probleme wie in Frankfurt hat der Brauchtumskreis nicht. „Das Ausstellungskonzept als reiner Eiermarkt geht auf und wird so beibehalten werden“, berichtet Volker Seumer. Er ist der stellvertretende Vorsitzende des Brauchtumskreises Erfurtshausen, der seit November aus Haftungsgründen als Verein eingetragen ist.

von Karin Waldhüter

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