Zur Stiftsschule in Amöneburg gehörte bis Ende der 70er Jahre auch ein Schülerheim.
Amöneburg. Vor 34 Jahren kam es im damaligen Schülerheim der Amöneburger Stiftsschule zum sexuellen Missbrauch von Schülern. Zwei Opfer haben sich bisher an die Bistumsleitung gewandt.
Auch mit dem mutmaßlichen Täter, einem Erzieher, hatte die Missbrauchsbeauftragte des Bistums inzwischen Kontakt. „Er räumt die Vorwürfe ein“, erklärte gestern Christof Ohnesorge, Pressesprecher des Bistums Fulda auf OP-Anfrage. Zu Einzelheiten schweigt das Bistum weiterhin.
Der damalige Erzieher wurde 1978 entlassen. Auch zu den Gründen für diese Entlassung will sich das Bistum derzeit nicht äußern. Nach OP-Informationen hat es bereits damals Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den betreffenden Erzieher gegeben. Doch weder beim Bistum noch bei der Marburger Staatsanwaltschaft existieren noch Akten. Das Bistum Fulda will den Vorgang jetzt ungeachtet einer möglichen Verjährung an die Staatsanwaltschaft abgeben.
Der ehemals in Wetter tätige Priester, dem in einem anonymen Schreiben ebenfalls sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, wurde beurlaubt, bestätigte das Bistum gestern. Nähere Informationen zu dem Fall, der sich vor einigen Jahren in Wetter abgespielt haben soll, gab es am Donnerstag nicht.
Die Missbrauchsbeauftragte des Bistums ist unter der Rufnummer 0661/87-455, E-Mail anne.schmitz@bistum-fulda.de erreichbar.
von Michael Rinde und Michael Agricola
Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Freitagsausgabe der OP.
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Kommentare
Grauselig Leser – 15.03.10
Wum sollen die Kinder von der Amöneburg genommen werden? Dies ist schließlich die beste Schule im ganzen Landkreis.Das sehen auch die Schüler so, die sich dort gut aufgehoben und wohl fühlen.Das geht ja jetzt wohl am Thema ganz und gar vorbei und miese Stimmungsmache gegen die Stiftsschule brauchen wir nicht. Es wird niemand gezwungen seine Kind auf diese Schule zu schicken."Nehmt Eure Kinder von der Amöneburg" U. W. – 15.03.10
Ich finde es positiv, das wir im Zuge der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in unserer Gesellschaft an einer Stelle angelangt sind, wo ein breites Interesse der Gesellschaft dieses Feuer der Medien am brennen zu halten vermag. Missbrauch in einzelnen Familien entfacht nicht eine solche Hitzigkeit. Warum wohl?Selbst bin ich 3 Jahre sowohl Schüler der Stiftschule Amöneburgs gewesen, als auch Heimschüler des damaligen Internats. Beide Einrichtungen waren auf der Entscheidungsebene der Schul- bzw. Heimleiter unabhängig von einander. Beide Einrichtungen habe ich gern besucht. Damals fand ich Mobbing schon kontraproduktiv und heute sehe ich das ebenso. Damit beziehe ich mich auf den meinem vorangegangenen Kommentar.
Durch diesen Artikel in der OP bin ich auf die Online-Diskussion aufmerksam geworden und begrüße sie prinzipiell. Ein Telefonat mit der OP-Redaktion hat ergeben, das die Prinzipien der Zeitung bezüglich der Anonymisierung und einfachen Technik des Online-Forums Grenzen setzt, die teilweise bedauerlich sind. Für mich zumindest, denn ich würde gerne mit ernsthaft interessierten weiter diskutieren, um Missbrauch und auch vor allem Gewalt in unserer Heimat aufzuarbeiten.
Daher habe ich mich entschlossen, zeitnah ein Forum unter einer eigenen Internetadresse einzurichten, damit wir in unserer Evolution weiterkommen. Wenn wir gezwungen sind ohne Vorkenntnisse aus heutiger Sicht über vergangene Zeiten zu urteilen und Entscheidungen für die Zukunft zu treffen, gehen wir wahrscheinlich rückwärts. Und dort sah ich Lüge, Gewalt, Faschismus und Krieg.
Gerne möchte ich mit Personen in Kontakt treten, die an einer professionellen Moderation des Forums interessiert sind. Wer mich kennt weiß wie er mich persönlich erreichen kann. Wer nicht, wende sich bitte an die Stadtverwaltung Amöneburg, Herrn Michael Richter-Plettenberg.
GRAUSELIG Weg, Wahrheit & Leben – 13.03.10
Ich finde es schlimm, wie die katholische Kirche mit dem Thema sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen umgeht.Der Papst meldet sich erst heute ganz lapidar zu Wort, das Strickmuster ist immer das gleiche:
angeblich sind die Taten verjährt, man heuchelt Betroffenheit und meldet das Fall an das Bistum.
Teppich hoch und Dreck drunter.
Wann merken die Oberen der kath. Kirche entlich, dass die Kath. Priester aufgrund des Zölibats ein Problem mit ihrer Sexualität haben.
Was muss eigentlich noch alles ans Tageslicht gelangen?
Nehmt Eure Kinder von der Amöneburg.
Die Täter gehören hinter Schloss und Riegel!