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"Es ist wichtiger, etwas im Kleinen zu tun"

Städtepartnerschaft "Es ist wichtiger, etwas im Kleinen zu tun"

Der erste Kontakt zwischen Coswig in Sachsen-Anhalt und Stadtallendorf reicht bis ins Jahr 1991 zurück. Inzwischen hat sich auch auf Vereinsebene eine lebendige Partnerschaft entwickelt.

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Vertreter beider Partnerstädte feierten gemeinsam einen Festkommers, die Stadtoberhäupter trugen dem Anlass angemessen ihre Amtsketten. Foto: Yanik Schick

Stadtallendorf. „Das war sehr bewegend“, lobte der Erste Stadtrat Otmar Bonacker die Bürgermeisterin Coswigs, Doris Berlin, die für ihre Rede großen Beifall erntete. Die Bürgermeisterin hatte zuvor mit einem Beispiel aus der Vergangenheit die Städtepartnerschaft charakterisiert. Als der Pegelstand im Frühsommer dieses Jahres in Sachsen-Anhalt einen Spitzenwert von fast 13 Metern erreichte, „rief Christian Somogyi mich an, informierte sich über die Umstände und fragte, ob es mir gut gehen würde“, erläuterte Berlin den 31 eingeladenen Gästen. Außerdem habe sie unter anderem Spenden vom Stadtallendorfer Musikverein und dem Frauenchor der Kirchengemeinde St. Katharina erhalten. „Es ist wichtiger etwas im Kleinen zu tun, als im Großen darüber zu reden. Es tat gut zu wissen, dass jemand hinter uns steht“, sagte sie sichtlich gerührt über das Engagement der Partnerstadt. Als Symbol des Dankes überreichte die 55-Jährige dem Stadtallendorfer Bürgermeister Somogyi ein Gemälde der in Coswig lebenden Künstlerin Petra Härtel.

In seiner Ansprache ging Somogyi auf die Historie der Städtepartnerschaft ein. „Ende des Jahres 1991 knüpfte der damalige Bürgermeister Stadtallendorfs Manfred Vollmer erste Kontakte mit Coswig“, erklärte Somogyi, dessen Vorgänger am Samstag aufgrund eines Auslandsaufenthalts verhindert war. Vollmer und der damalige Bürgermeister in Coswig, Manfred Ertelt, initiierten das Verhältnis. In den unmittelbaren Jahren nach der Wiedervereinigung benötigte Coswig Hilfe bei der Umstrukturierung der eigenen Verwaltung. Bereits dort wurde die Stadt Stadtallendorf aktiv und entsandte fachkundige Mitarbeiter nach Sachsen-Anhalt. 1993 wurde in Coswig die offizielle Städtepartnerschaft unterzeichnet.

„Oft sind Struktur und Größe der Stadt bei der Auswahl einer Partnerstadt entscheidend. In diesem Fall spielte aber unter anderem der geschichtliche Zusammenhang eine große Rolle“, kommentierte Doris Berlin und sprach dabei auch von einem „gemeinsamen unrühmlichen Umgang mit der Wasag“. In beiden Städten existierten im Dritten Reich Sprengstoff- beziehungsweise Munitionswerke des Rüstungsunternehmens.

Mittlerweile zeichnet sich die Partnerschaft durch regelmäßige Besuche verschiedener Delegationen in den jeweiligen Städten aus. 2007 zum Beispiel feierten einige Stadtallendorfer in Sachsen-Anhalt das 820-jährige Bestehen Coswigs. Drei Jahre später nahmen viele Menschen aus Coswig am 50. Hessentag in Stadtallendorf teil. Auch die Zusammenarbeit diverser Vereine ist inzwischen zu einem wichtigen Bestandteil der Städtepartnerschaft geworden. So begrüßte Christian Somogyi neben Vertretern von Coswigs Wander- sowie Tischtennisverein auch zahlreiche Mitglieder des Musikvereins. Einige von ihnen stellten zusammen mit einer Bläsergruppe der Stadtallendorfer Musikschule ihr Können unter Beweis und begeisterten die Gäste des Festkommerses. Anschließend trugen sich die Teilnehmer in das Goldene Buch der Stadt ein.

„Nichts ist unverbesserlich“, befand Doris Berlin über das Verhältnis zwischen Coswig und Stadtallendorf. „Vor allem auf Vereinsebene können wir den Kontakt weiter intensivieren. Ich hoffe auf viele schöne gemeinsame Erlebnisse“. Somogyi pflichtete seiner Kollegin bei: „Unser Ziel ist es, die Partnerschaft in den kommenden Jahren weiter auszubauen.“

von Yanik Schick

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