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"Es hat einen Neustart gegeben"

Schule Anzefahr/Niederwald "Es hat einen Neustart gegeben"

Am letzten Schultag vor den Herbstferien ging es fröhlich zu in der Grundschule Anzefahr/Niederwald. Bei einem Herbstfest sollten sich Kinder beider Standorte vor allem kennenlernen, was der kommissarischen neuen Schulleiterin besonders wichtig ist.

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Schüler, Lehrer und Eltern feierten gemeinsam. Fotos: Karin Waldhüter

Anzefahr. Fröhliches Lachen drang aus dem Klassenraum der dritten Klasse. Eltern und Großeltern waren zum Feiern in die Schule gekommen. Eine kleine Feier sollte nicht nur die Herbstferien einläuten, sondern auch ein weiterer kleiner Baustein auf dem Weg sein, um zusammenzuwachsen und zu „wirklich einer Schule für alle Kinder der Dörfer“ zu werden. „Und bei welcher Gelegenheit kann man das am besten? Bei gemeinsamen Erlebnissen“, betonte die neue Schulleiterin Katja Wessel in ihrer Begrüßung.

Die Vorgeschichte: Vor den Osterferien war die damalige kommissarische Schulleiterin Lisa Wiemer zurückgetreten. Elke Biebricher-Maus, Leiterin der Grundschule Kirchhain, übernahm vorübergehend die Leitung. Mit Beginn des neuen Schuljahres ist Katja Wessel die neue kommissarische Leiterin der Grundschule. Im Mai war sie zunächst als Klassenlehrerin in die Schule gekommen. „Es hat einen Neustart für die Schulgemeinde gegeben und es ist Ruhe eingekehrt“, betont Wessel im Gespräch mit dieser Zeitung.

Bis zu den Sommerferien zählte der Schulstandort Betziesdorf noch zur Grundschule Anzefahr/Niederwald. Damit ist die Schule auf zwei statt bisher drei Standorte geschrumpft.

Obwohl die Schüler doch auf eine Schule gingen, kenne man sich kaum untereinander, so Wessel. „Das vor allem wollen wir ändern“, betont die 45-jährige Schulleiterin. Angefangen habe man damit, dass alle Schüler die Einschulung der Jüngsten begleitet haben und ihnen mit Liedern und einem Theaterstück einen herzlichen Empfang bereitet haben.

Oberstes Ziel: Gemeinschaft stiften

Ein weiterer Baustein für das Haus sei der Besuch der Kinder und Lehrerinnen des Standorts Niederwald am Standort Anzefahr. Auch andere Dinge, wie der gemeinsame Besuch eines Theaterstücks in Marburg und einer Feier vor den Ferien sollen in Zukunft gemeinsam begangen werden.

Zur anschließenden Herbstfeier hatten die Schüler der Klasse 3a ein unterhaltsames Programm mit Tänzen, herbstlichen Gedichten und fröhlichen Liedern vorbereitet. Die Eltern der Klasse 3a hatten ein reichhaltiges Kuchenbuffet vorbereitet und das Klassenzimmer mit Stroh, bunten Blättern und Kürbissen herbstlich dekoriert.

Die beiden Moderatoren Fabian und David übernahmen dann das Mikrofon und führten gekonnt durch das fröhliche Fest. Derzeit besuchen 69 Schüler die Grundschule Niederwald/Anzefahr.

Auf ihre Arbeit als Schulleiterin hat sich Katja Wessel lange vorbereitet und viele Fortbildungen besucht. „Es hat sich herauskristallisiert, dass die Aufgabe, Schule zu gestalten, etwas ist, was mich reizt“, erzählt sie.

Ganz wichtig sei ihr dabei „Gemeinschaft zu stiften“. Sie sei in der Schule einem tollen Kollegenteam, einem neuen motivierten Schulelternbeirat und einem sehr engagierten Förderverein begegnet. „Als klar war, dass ich die kommissarische Schulleiterstelle übernehme, bin ich herzlich aufgenommen worden. Ich erfahre viel Unterstützung auch vom Schulträger und dem Schulamt“, betont sie. Begonnen habe man mit der Überarbeitung des Schulprogramms, wobei man eng mit der Betreuung kooperiere. Ein neues Vertretungskonzept sei geschrieben. Die Verzahnung mit den Kindergärten in Niederwald und Anzefahr soll in Zukunft noch enger werden und auf breitere Füße gestellt werden.

Zur Person: Katja Wessel
Die kommissarische Schulleiterin Katja Wessel wurde in Menden im Sauerland geboren. Sie machte dort im Jahre 1988 ihr Abitur. Im gleichen Jahr kam sie in den Landkreis Marburg-Biedenkopf und begann in Marburg ihr Lehramtsstudium für Gymnasien. Im Jahr 1990 wechselte sie nach Gießen, um dort mit dem Lehramtsstudium für Grundschulen fortzufahren. Im Jahr 1994 legte sie ihr erstes Staatsexamen ab. Katja Wessel ist verheiratet, hat zwei Söhne im Alter von 17 und 15 Jahren und lebt in Lohra. An der dortigen Grundschule absolvierte sie auch ihre Referendariatszeit. Zehn Jahre arbeitete sie dann an der Sophie-Scholl-Schule, einer inklusiven Grund- und Gesamtschule in privater Trägerschaft in Gießen. Dort war sie fünf Jahre lang in der erweiterten Schulleitung tätig. Ein Jahr lang war sie kommissarische Schulleiterin in einem Dreierteam.

von Karin Waldhüter

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