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Es gibt wieder Nahwärme

2. Bauabschnitt Es gibt wieder Nahwärme

Der erste Bauabschnitt des Rauschenberger Nahwärmeprojekts geht seiner Vollendung entgegen. Die Nahwärmeleitung hat inzwischen die Alte Schule erreicht.

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Das Rauschenberger Nahwärmenetz hat inzwischen die Alte Schule erreicht und damit den Scheitelpunkt, der durch die Berg-Stadt führenden Hauptstraße.

Quelle: Matthias Mayer

Rauschenberg. Oberhalb der Alten Schule liegt nur noch der Schlossberg, und der soll im zweiten Bauabschnitt noch in diesem Jahr erschlossen werden. Das teilte Helmut Schmid, der Vorstandssprecher der Rauschenberger Nahwärme-Genossenschaft, im Gespräch mit dieser Zeitung mit.

Derzeit werden in der Bioenergiestadt erst 55 Haushalte mit der von der Biogasanlage der Fiddemühle erzeugten Nahwärme versorgt. In etlichen Haushalten seien die Heizöl-Vorräte noch nicht aufgebraucht, begründete Helmut Schmid die noch relativ geringe Versorgungsquote.

Das könnte sich in Kürze ändern, denn entlang der Gartenstraße, der Siedlungsstraße, der Breslauer Straße und des Wiesenwegs werden die Gräben mit den doppelrohrigen Nahwärme-Leitungen bereits verfüllt. Und in Kürze wird damit begonnen, unter diesen Straßen den zweiten Strang des jetzt elf Kilometer langen Leitungsnetzes mit Wasser zu befüllen.

Heizen mit umweltfreundlciher Nahwärme

Dann können die Anlieger dieser Straßen ihre Häuser mit umweltfreundlicher Nahwärme beheizen. Das gilt auch für den Großabnehmer Freibad Rauschenberg. „Erstmals in seiner Geschichte wird das Bad nicht mit fossilen Energieträgern beheizt“, stellt Helmut Schmid fest. Und das städtische Freibad ist ein höchst willkommener Kunde der Genossenschaft, benötigt es doch für die 24 Grad Wohlfühl-Temperatur im Schwimmbecken auch in den Sommermonaten Heizenergie, wenn die Heizungen in den meisten Häusern bestenfalls noch das Brauchwasser erhitzen.

Parallel zur Fertigstellung des ersten Bauabschnitts beginnt die Befragung der Bürger, die im Zuge des zweiten Bauabschnitts die Möglichkeit haben, sich an das Nahwärmenetz anschließen zu lassen.

Interesse an Bauplätzen mit Nahwärmeanschluss

Helmut Schmid kündigte an, dass die Vorstandsmitglieder in den nächsten Wochen von Haus zu Haus ziehen würden, um die Eigentümer zu beraten. Von einer kommentarlosen Verteilung von Fragebögen halte er wenig, sagte Schmid, der es theoretisch für möglich hält, den kompletten Schlossberg mit dem Nahwärmenetz zu erschließen. Dafür müsste allerdings die Anschlussdichte entsprechend ausfallen.

Helmut Schmid macht keinen Hehl daraus, dass die derzeit noch niedrigen Heizölpreise der Genossenschaft nicht gerade in die Karten spielen, ist sich aber sicher, dass die zukunftssichere Nahwärme-Technologie ein entscheidendes Stück Zukunft für die Rauschenberger Altstadt sein werde, die den Wert und die Wohnqualität der Immobilien steigern werde. In diesem Zusammenhang verwies der Schwabendorfer auf seinen Wohnort Schwabendorf. In dessen Neubaugebiet seien alle sechs Bauplätze mit Nahwärme-Anschluss verkauft. Selbst aus Kassel habe sich ein Interessent gemeldet.

Zum Jubiläum sind die Straßen baustellenfrei

Zugleich muss der Vorstand die Planungen für die Holzhackschnitzel-Heizkessel auf dem Festplatz voranbringen. Ein Problem: Ohne die verbindliche Anmeldung der potenziellen Genossenschaftsmitglieder vom Schlossberg könne der komplette Wärmebedarf der Genossenschaft nicht berechnet werden und damit auch nicht die Dimension der Heizkessel, mit deren Hilfe künftig in Rauschenberg jährlich 700000 Liter Heizöl eingespart werden sollen.

Wegen des gewaltigen Höhenunterschieds zwischen der Fiddemühle und dem Schlossberg ist das Rauschenberger Vorhaben ein sehr ehrgeiziges Ausnahme-Projekt und eine Herausforderung für die Ingenieure. Zudem ist es mit einer erwarteten Gesamtlänge von bis zu 16 Kilometern deutschlandweit eines der größten Nahwärme­netze überhaupt.

Und das soll die bevorstehende Feier 750 Jahre Stadtrechte Rauschenberg nicht stören. Bis zum Fest sollen alle für das Stadtjubiläum benötigten Straßen baustellenfrei sein, verspricht Helmut Schmid.

von Matthias Mayer

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