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Es geraten „Gefühle außer Kontrolle“

Festival gegen Krebs Es geraten „Gefühle außer Kontrolle“

Einen schöneren Auftakt des zweiten Festivals gegen Krebs hätte es nicht geben können: Superstimmung, ein volles Festzelt, und mit „Gina“ und den „Jungen Zillertalern“ Interpreten, die vom Publikum bejubelt wurden.

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Ein großer Schritt in Richtung Wanderregion

Gina widmete ihren Hit „Frühstück auf dem Dach“ den Fußballern des TSV Wohratal, die sie auf die Bühne holte.

Quelle: Karin Waldhüter

Wohra. Rund 600 Besucher feierten am Samstagabend für den guten Zweck. Darüber waren selbst die Organisatoren des kleinsten Wohrataler Vereins, des Stammtischs „Komm mach mit tratsch dich fit“, überrascht.

Schon um halb acht war so gut wie jeder Platz im Festzelt besetzt. Die Blaskapelle „TotalVersackt“ aus Gemünden heizte den Besuchern ordentlich ein und erwies sich als überaus partytauglich. „400 Leute im Festzelt, und erst kurz nach halb acht, das hat es in Wohratal noch nicht gegeben“, freute sich dann auch der Vereinsvorsitzende, Jens Ratz. Rund um die Uhr hatten die Mitglieder gearbeitet, um das Festival auf die Beine zu stellen. Mit Unterstützung hatten sie das Zelt selbst aufgebaut. „Die Mithilfe aus der Bevölkerung ist beispiellos. Unglaublich, wie viel Unterstützung, sei es finanziell oder tatkräftig, wir bekommen haben“, lobte Ratz.

Die angestrebten 600 Besucher waren dann eine Stunde später da, um Claudia Giner alias „Gina“ zu bejubeln. Im vergangenen Jahr war die Schlagersängerin als Gast gekommen und als Freundin gegangen. Seitdem liegen die Wohrataler der vor Charme und Lebensfreude sprühenden Österreicherin sprichwörtlich zu Füßen. In Mutter Gudrun, Vater Christoph und Bruder Markus war ihre gesamte Familie mit nach Wohratal gekommen. Und sie erfüllte sich, wie sie unumwunden mit ihrem charmanten Tiroler Dialekt zugab, einen Mädchentraum und zog sich ein „Glitzerkleidchen“ an.

Fans aus Bayern meinen: „Gina, du bist spitze“

Was sie nicht lange anbehielt, waren ihre High Heels. Die streifte sie sich gleich nach den ersten Takten von den Füßen und machte barfuß weiter. Direkt vor der Bühne hielten zwei Vertreter des Gina-Fanclubs aus Burgau in Bayern zwei Plakate in die Höhe: „Gina, du bist spitze“, stand darauf geschrieben.

Wie sie sich an dem Abend fühlte, erklärte Gina dann musikalisch zu Beginn des dreistündigen Bühnenprogramms mit ihrem ersten Lied „Gefühle außer Kontrolle“. „Unfassbar, mit welcher Leidenschaft und welchem Einsatz ,Komm mach mit tratsch dich fit‘ an den Tag legt, um so eine Veranstaltung zu meistern“, rief sie ins Publikum.

Mitgebracht hatte Gina ihr Debütalbum „Frühstück auf dem Dach“, das zwar erst im August erscheint, das es aber schon am Wochenende in Wohra exklusiv zu hören und zu kaufen gab. „Ihr seid mehr als Bekannte, ihr seid Freunde“, erklärte die österreichische Powerlady und bat das Publikum, beim Lied „Sieben Tage Sehnsucht“, Feuerzeuge und Handys in die Luft zu halten. Zu diesem Zeitpunkt herrschte bereits ausgelassene Stimmung im Zelt, und das Publikum feierte Gina teilweise auf den Bänken stehend.

Single-Widmung für die Fußballer

Fast am Ende ihres ersten Auftritts überreichte Ullrich Eitel, der Geschäftsführer der Tapetenfabrik, Gina den fertigen Katalog ihrer Tapetenkollektion, die es auch in Österreich zu kaufen geben wird.

Ihre aktuelle Single „Frühstück auf dem Dach“, mit der sie derzeit die Hitparaden stürmt, widmete sie den kürzlich aufgestiegenen Fußballern des TSV Wohratal. Diese hatten die Bewirtung übernommen und wurden von ihr auf die Bühne geholt.

Gekommen war Gina gemeinsam mit den „Jungen Zillertalern“. Leadsänger Markus Unterladstätter und die Tirolerin sind ein Paar. „Gina hat viel zum Gelingen des ersten Festivals beigetragen. Und es ist sensationell, dass sie ihren Freund mit angesteckt hat“, erzählte Ratz.

Bei dem alljährlich stattfindenden „Juzi Open Air“ hätten sich die Wohrataler und die Band im vergangenen Jahr kennengelernt, ergänzte er und betonte: Er sei stolz, dass es den zehn Vereinsmitgliedern gelungen sei, eine Band nach Wohratal zu holen, die es gewohnt sei, vor Tausenden zu singen.

„Mein Zillertal, mein Wohratal“ war der Hit

Bevor sich die Band von Österreich aus mitsamt dem 18-Tonner voller Ausrüstung auf den Weg gemacht hatte, hatten die Jungs noch bis zwei Uhr in der Früh im Zillertal auf der Bühne gestanden. Um vier Uhr waren sie gestartet und gegen 13 Uhr in Wohra angekommen.

Wie herzlich sie in Wohratal aufgenommen wurden, sei ganz toll, berichtete Markus Unterladstätter im Gespräch mit dieser Zeitung. Es gebe viel Anfragen für Benefizveranstaltungen, sagte er. Für ihn sei es aber ganz wichtig zu wissen, was mit dem Geld passiere - eben so, wie das in Wohra der Fall sei.

„Wenn man aus dem Zillertal hierher reist, dann will man auch begeistern“, betonte er. Und das taten Unterladstätter (Gesang, Bass), Daniel Prantl (Gitarre, Gesang) und Michael Ringler (Akkordeon, Gesang) dann auch mit der typischen „zweifachen Juzi-Welle“. Mit „Mein Zillertal, mein Wohratal“ sangen sie sich in die Herzen der Zuhörer und begeisterten mit Liedern wie „So a schöner Tag“, dem Fliegerlied, „Hoch, hoch hoch so sind die Berge“ oder humorvoll als Hansi aus der Steiermark.

Alle Akteure verzichteten zugunsten der guten Sache auf eine Gage. Sie erhielten lediglich eine Aufwandsentschädigung. Fortgesetzt wurde das Festival am Sonntag mit einem bunten Programm und der Überreichung des Spendenschecks (Bericht folgt).

von Karin Waldhüter

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