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Erzbischof-Urkunde macht es amtlich

Feststehende Termine Erzbischof-Urkunde macht es amtlich

Schweinsberg hat wieder einen historischen Grund zu feiern. Vor 800 Jahren wurde es in einer Urkunde erstmals erwähnt.

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Dieser Blick auf das 800 Jahre alte Schweinsberg bietet sich vom Raiffeisengebäude aus. Foto: Josef Becker

Schweinsberg. Schweinsberg hat wieder einen historischen Grund zu feiern. Vor 800 Jahren wurde es in einer klösterlichen Urkunde erstmals erwähnt.

von Michael Rinde

Schweinsberg. Vor acht Jahren feierte Schweinsberg schon einmal ein Jubiläum, die 675-jährige Verleihung der Markt- und Stadtrechte. Dass 2015 ein weiteres Jubiläumsjahr darstellt, kam durchaus etwas überraschend. Im vergangenen Herbst stieß Adolf Fleischhauer, Ortsvorsteher und Vorsitzender des Vereins „Unser Schweinsberg“ bei einer Buchlektüre auf das Datum 3. Juni 1215. In einer Urkunde des Klosters Haina ist dort „Svensberg“ erstmals erwähnt. Die Urkunde ist von Erzbischof Siegfried II. von Mainz ausgestellt. Als Zeuge ist Hermannus de Svenberg genannt.

Um sicherzugehen, wandte sich Fleischhauer seinerzeit gleich an das Staatsarchiv Marburg. Vom Archivoberrat Dr. Wolfhard Vahl erhielt er dann die Bestätigung. Im Falle Schweinsbergs war diese Rückversicherung wichtig, denn dieses Datum war in der älteren historischen Forschung wohl umstritten. Doch die Zweifel sind zwischenzeitlich ausgeräumt. Mitte November beschloss der Ortsbeirat, dass dieses Jubiläum gefeiert werden muss. Längst hat sich ein Arbeitskreis „800 Jahre Svensberg-Schweinsberg“ gebildet. Er koordiniert und plant alle Aktivitäten rund um das Jubiläum. Herausragend ist der Festakt am 3. Juni in der Stephanskirche, der um 19 Uhr beginnt. Schweinsberg hat auch einen würdigen Schirmherr für das Jubiläum gefunden: Regierungspräsident Dr. Lars Witteck.

Das Programm dieses Abends steht schon. Zwei Festvorträge sind vorgesehen. So spricht Dr Jürgen Römer über „Leben im 13. Jahrhundert“, also über die Zeit, als Schweinsberg gegründet wurde. Außerdem redet Hauprecht Freiherr Schenck zu Schweinsberg über ein naheliegendes Thema: „Schweinsberg und die Schencken.“ Anschließend wird es ein gemütliches Beisammensein vor der Kirche geben. Aber im Jubiläumsjahr soll noch deutlich mehr passieren. Im Arbeitskreis sind die Schweinsberger Vereine vertreten, außerdem auch die Kirchengemeinde und die Familie der Schenken zu Schweinsberg. Die Familie engagiere sich sehr für die Stadt und dieses Festjahr, freut sich Josef Becker, der auch zum Arbeitskreis gehört. Zwar werden die Schweinsberger auf den klassischen stehenden Festzug verzichten.

Führung durch Burg

Aber neben dem Festakt am Jubiläumstag wird es zahlreiche über das Jahr verteilte Veranstaltungen geben. Ein Beispiel: Am 1. August, am Tag des Wallfestes, ist eine große Foto-Ausstellung im Samtbau in der Burg geplant. Außerdem gibt es zwei Führungen durch die Burg, ein ganz besonderes Angebot. Genaue Termine und Anmeldemöglichkeiten werden von den Organisatoren noch bekanntgegeben. Auch Kindergarten und Grundschule wollen sich mit eigenen Aktionen beteiligen. Vor den Sommerferien wird es eine thematisch passende Theateraufführung geben, wie Josef Becker ankündigt.

Eventuell kommt es auch noch zu einem Grenzgang. „Wenn wir das machen, dann werden wir ihn wohl auf zwei Termine aufteilen“, sagt Adolf Fleischhauer. Schließlich habe Schweinsbergs Grenze eine Länge von rund 22 Kilometern. Inzwischen wirbt der Arbeitskreis mit einem eigenen Logo für das Schweinsberger Jubiläum. Die Schweinsberger Bürger werden über das Jubiläum einen kompakten Überblick bekommen. Der Arbeitskreis hat eine handliche Informationsbroschüre gestaltet. Darin ist vom Programm des Festaktes wie auch vom Alltag vor 800 Jahren und Schweinsbergs Gegenwart zu lesen.

  • Kontakt: Wer den „Arbeitskreis 800 Jahre Schweinsberg“ unterstützen möchte, kann sich an Josef Becker, Telefon 06429/6184 oder Adolf Fleischhauer, Telefon 06429/7438, wenden.

Bereits feststehende Termine

In der Kürze der Vorbereitungszeit hat der Arbeitskreis bereits neben dem Festakt einige Termine rund um das Jubiläum festgelegt: Einen kleinen Auftakt gibt es beim Himmelfahrtsgrillen am 14. Mai. Der zentrale Festakt findet wie erwähnt am 3. Juni genau am Tag der historischen Ersterwähnung statt. A m 11. Juli ist ein Festkonzert geplant, am 27. September ein Festgottesdienst.

von Michael Rinde

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