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Erstmals schwingt Pfarrerin den Hammer

510. Trinitatis-Kirmes Erstmals schwingt Pfarrerin den Hammer

Die Kirmes ist ein Fest für alle. Bürgermeister Thomas Groll wird nicht müde, dies zu betonen. Der Fassanstich in diesem Jahr soll dies zusätzlich unterstreichen.

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In diesem Jahr übernimmt die evangelische Pfarrerin, Kerstin Kandziora (auf dem Wagen), die Eröffnung der Trinitatis-Kirmes von Andreas Rhiel, dem katholischen Pfarrer.Archivfoto: Lerchbacher

Neustadt. Kerstin Kandziora ist nicht die erste Frau, die mit dem Fassanstich die Trinitatis-Kirmes eröffnet. Sie sorgt aber dennoch für eine Premiere: In ihr gibt erstmals die evangelische Pfarrerin Neustadts den Startschuss für das Fest, mit dem eigentlich die Weihe der katholischen Kirche begangen wird.

Bürgermeister Thomas Groll findet daran nichts besonderes: „Die Kirmes ist ein Fest für alle, egal ob Katholiken, Protestanten oder Moslems. Wir pflegen in Neustadt schon lange die Ökumene - mit dem gemeinsamem Gottesdienst auch schon während der Kirmes.“

Die Veränderung am Hammer ist aber noch lange nicht die einzige Neuerung, die Groll und sein Mitarbeiter René Spatzier für die 510. Auflage der Kirmes bereithalten: Die „Inthronisierung“ des neuen Junker Hans haben die beiden aus den vier Kirmes-Tagen gestrichen und auf‘s Weinfest verlegt - was allerdings daran scheiterte, dass sich kein Freiwilliger fand, der das Ehrenamt übernehmen wollte. Und auch der Neubürger-Trunk ist nicht mehr Teil der Festtage - er wurde nach den ökumenischen Gottesdienst gelegt, der einen Tag vor Kirmesbeginn, also am Donnerstag, 12. Juni, ab 19.30 Uhr im Bürgerpark stattfindet.

„Das Traditionelle passte irgendwie nicht mehr in die Eröffnung - daher haben wir ein bisschen umgeräumt“, erläutert der Rathauschef.

Ebenfalls neu im Programm ist die Wiesn-Gaudi, die am Freitag, 13. Juni, nach dem Fassanstich ab 20 Uhr im Festzelt vonstatten geht. „Oktoberfeste erfreuen sich in der Region immer größerer Beliebtheit - dem wollten wir Rechnung tragen“, kommentiert Groll und ergänzt: „Wir wollen Wiesn-Gaudi in die Lehmkaute holen.“

Beim Bierkonsum dürften die Neustädter keine Probleme haben, den Bayern das Wasser zu reichen. Um auch optisch die Unterschiede möglichst gering zu halten, lobt die Stadt noch einen Dirndl-/Lederhosen-Wettbewerb aus. Die Besucher dürfen dann auch abstimmen, wer am besten verkleidet ist und „echten Bayern“ am nächsten kommt. Mittels eines „Applausometers“ werden die „Miss Dirndl“ und der „Mister Lederhose“ ermittelt.

Groll selbst will auch als Bayer verkleidet kommen, sucht allerdings noch nach dem passenden Outfit: „Ich habe noch eine Lederhose aus meiner Kindheit - aber die passt nicht mehr so ganz.“ Der Rathauschef ist für seine Suche - und auch die seiner Mitbürger - zuversichtlich: „Erstaunlich viele Menschen haben bayerische Kleidung im Schrank.“ Alleine von den 25 Mitarbeitern des Rathauses hätten rund 10 eine Lederhose oder ein Dirndl. Für passende Musik sorgen zum Kirmesauftakt der „Gaudi Sepp“, Schlagersängerin „Romy“ und die Band „Die Dorfhelden“.

Am Kirmessamstag stehen die Kinder im Vordergrund, wenn es ab 15 Uhr Puppentheater und eine Zaubershow gibt. Ab 19 Uhr findet anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Bürgergarde und des 10-jährigen Bestehens der Biedermeier-Damen eine Serenade statt (Bericht folgt). Ab 20.30 Uhr heißt es dann „Tanz und Stimmung“ mit „Hessens Partyband Nummer eins“, dem „Party-Express“.

Höhepunkt des Kirmessonntages wird zweifelsohne einmal mehr der Festumzug (ab 14 Uhr). Am Kirmesmontag gibt es dann nicht nur den musikalisch untermalten Frühschoppen mit „Spiel, Spaß und Stimmung“, für die die Moderatoren Andreas Gnau und Michael Launer sorgen werden.

Ab 16 Uhr tritt „Harrys Original Crazy Show“ auf, deren drei Protagonisten in 20 Minuten in 40 Rollen schlüpfen und „0 Lachpausen“ versprechen. Ab 18 Uhr heißt es dann Bangen und Zittern, wenn auf Großbildleinwand das WM-Spiel zwischen Deutschland und Portugal gezeigt wird. Wie die Partie auch ausgeht: Ab 19 Uhr untermalen die Spaß-Rebellen den Kirmes-Ausklang.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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