Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Erster Verkehrsversuch steht vor Aus

Bürgermeister reagiert Erster Verkehrsversuch steht vor Aus

Die Proteste gegen den Verkehrsversuch in der Kirchhainer Brießelstraße reißen nicht ab. Die CDU-Fraktion hat das Thema auf die nächste Sitzung des Stadtparlaments gesetzt. Der Bürgermeister reagiert.

Hier geht es nur nach links weiter. Die Sperrung der Brießelstraße auf einer Länge von knapp 20 Metern beschert Verkehrsteilnehmern erhebliche Umwege und sorgt in Teilen der Bürgerschaft für großen Unmut. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Die im Verkehrsverein zusammengeschlossenen Geschäftsleute machen mit einer Unterschriftenaktion für den Abbruch des ersten von drei Verkehrsversuchen mobil. Augenscheinlich haben sich schon viele Kirchhainer in die Listen eingetragen. Hannelore Wachtel, die Vorsitzende des Verkehrsvereins, wollte sich gestern auf Anfrage noch nicht zu den Beweggründen der Einzelhändler für die Unterschriftenaktion äußern. Zuvor wolle sie mit ihren Kolleginnen und Kollegen Rücksprache nehmen.

Auch dieser Zeitung wurden Beschwerden zugetragen. Neben unsachlichen Beschimpfungen gab es sachliche Kritik. Anwohner des Sträßchens Hinter der Mauer beklagten gefährliche Situationen auf ihrer Gasse durch den Umleitungsverkehr. Hinzu kommt, dass es hier keinen Bürgersteig gibt. Ein Geschäftsmann monierte, dass an zwei wichtigen Stellen Parkplätze entfallen seien. Von Marktbeschickern war die Frage zu hören, „wer hat sich das den ausgedacht?“, und die in diesen Tagen ungewöhnlich luftig besetzten Parkplätze rund um die Fußgängerzone lassen die Vermutung zu, dass der Kirchhainer Einzelhandel in der Altstadt unter der Situation zu leiden hat.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Pöppler war der Erste, der noch im alten Jahr im Verkehrsausschuss den jetzt in der Erprobung befindlichen Verkehrsversuch „als wenig sinnvoll“ bezeichnete. Er störte sich und stört sich noch immer an den Blumenkübeln, die das Durchfahren der Brießelstraße auf der Höhe des Hauses Offenbacher Lederwaren verhindern. „Künstliches Ausbremsen von Verkehr hat bislang noch nichts gebracht“, sagte Uwe Pöppler auch mit Blick auf die frühere Slalom-Situation auf der Brießelstraße. Die CDU-Fraktion begrüße die Verkehrsversuche und könne sich auch eine Einbahnstraßen-Regelung mit Ringverkehr als mögliche Lösung vorstellen. Der Status quo sei jedoch eine Zumutung für die Bürgerinnen und Bürger und die Geschäftsleute, die sich eindeutig gegen den jetzt laufenden Verkehrsversuch ausgesprochen hätten.

Uwe Pöppler hat die Behandlung des Themas auf der nächsten Stadtverordnetensitzung am 20. Februar beantragt, erhofft sich aber eine schnellere Reaktion des Bürgermeisters. Das Parlament habe in dieser Frage keine Entscheidungsgewalt. Die liege allein in den Händen des Bürgermeisters in seiner Eigenschaft als Straßenverkehrsbehörde. „Olaf Hausmann hat diesen Verkehrsversuch genehmigt, er allein kann ihn auch zeitnah beenden.

Und genau das wird der Bürgermeister auch tun. Das sagte Olaf Hausmann im Gespräch mit dieser Zeitung durch die Blume. „Ich befinde mich in enger Diskussion mit dem Verkehrsverein. Der sieht den jetzigen Verkehrsversuch kritisch, berichtet mir von Rückgängen bei den Umsätzen und der Kundenfrequenz. Ich wäre als Bürgermeister schlecht beraten, wenn ich nicht darauf reagieren würde. Schließlich will ich den Einzelhandel stärken und nicht schwächen“, stellte der Sozialdemokrat klar, dass ihm nicht der Sinn nach Marburger Verhältnissen steht.

Seine Entscheidungen und die Ergebnisse von aktuellen Verkehrszählungen will Olaf Hausmann am kommenden Montag vor den Mitgliedern des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr bekanntmachen. Gut möglich, dass der Bürgermeister dann den zeitnahen Start des zweiten Verkehrsversuches ankündigen wird. Dieser sollte eigentlich erst am 1. Juli beginnen. Zu diesem Versuch gehören eine durchgängig befahrbare Brießelstraße und eine Einbahnstraßen-Regelung zwischen Annapark und dem Minikreisel auf dem Steinweg. In einem dritten Versuch wird die Fahrtrichtung dieser Einbahnstraße gedreht.

Olaf Hausmann sprach von einem geteilten Echo auf den ersten Versuch. Allerdings habe sich trotz aller Kritik gezeigt, dass dieser Versuch seiner Zielvorgabe gerecht geworden sei. Das hatten auch Testfahrten dieser Zeitung ergeben.

Grundlage für die drei geplanten Verkehrsversuche war die höchst unbefriedigende Verkehrssituation in der trotz Tempo 20 täglich mit 4000 Fahrzeugen belasteten Brießelstraße.

von Matthias Mayer

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr