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Erster Schritt für vierten Baggersee

Auskiesung Erster Schritt für vierten Baggersee

Der Kampf der Nieder­wälder Bürger gegen einen weiteren Baggersee vor ihrer Haustüre ist offenbar vergeblich. Die Stadt Kirchhain will jetzt erste rechtliche Voraus­setzungen für die Verwirklichung des Projekts schaffen.

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Nördlich der jetzigen Abbaufläche soll bei Niederwald ein weiterer Baggersee entstehen.

Quelle: Matthias Mayer

Niederwald. Diese sind die Aufstellungsbeschlüsse für den Bebauungsplan Nummer 6 „Kiesabbau Teilfläche 5“ für die Änderung des Flächennutzungsplans. Mit einem entsprechenden Beschlussvorschlag des Magistrats werden sich am heutigen Montag die Ausschüsse für Bau und Planung und für Wirtschaft und Verkehr in einer gemeinsamen Sitzung befassen. Diese öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr und findet im Turmzimmer des Kirchhainer Bürgerhauses statt.

Weitere 14,1 Hektar geplant

Die Betreiber des Niederwälder Kieswerks wollen in nördlicher Richtung weitere 14,1 Hektar Ackerland auskiesen. Der so entstehende vierte Niederwälder Baggersee würde bis auf 200 Meter an die Bebauungsgrenze des Kirchhainer Stadtteils heranreichen. Gegen diese Pläne gibt es erheblichen Widerstand im Dorf, der sich auf die unterschiedlichsten Befürchtungen stützt, wie diese Zeitung mehrfach berichtete.
Bei einer vom Ortsbeirat Anfang vergangenen Jahres initiierten Abstimmung votierten mehr als 80 Prozent der Teilnehmer gegen das Vorhaben. Der Ortsbeirat hatte die Bürger um ein Votum gebeten, um von diesen einen Verhandlungsauftrag für das Genehmigungsverfahren zu bekommen. Am 29. November schließlich überreichte eine Niederwälder Bürgerinitiative dem Regierungspräsidium Gießen als Genehmigungsbehörde 498 Unterschriften von wahlberechtigten Niederwälder Bürgern, die das Vorhaben ablehnen. Damit stellen sich 75 Prozent der wahlberechtigten Bürger gegen eine weitere Auskiesung an dieser Stelle.

Bürgerwunsch steht Hydraulik-Problem im Wege

Die Befürchtung der Nieder­wälder BI-Sprecher Hans-Joachim Degen und Björn Schäfer: Da der vierte Baggersee nur Kiesvorräte für vier Jahre hat, folgt alsbald der fünfte See. Der gemeinsame Wunsch der Bürger und der Kieswerk-Betreiber sei es, dass die großen Kiesvorkommen im Rückhaltebecken ausgebeutet werden. Dem steht aber ein bislang als unlösbar geltendes Hydraulik-Problem im Wege.
Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) sieht für Kommunen praktisch keine Chance, ein solches Vorhaben zu verhindern. Der Einfluss der Stadt auf das Genehmigungsverfahren sei sehr gering. Deshalb versuche die Stadt, über
einen städtebaulichen Vertrag einen Fuß in die Tür zu bekommen, mit dem Betreiber vertragliche Regelungen zu schaffen, die die Belastungen für die Niederwälder Bürger reduzierten. Über die Inhalte eines solchen städtebaulichen Vertrags werde der Magistrat heute Abend vor den beiden Ausschüssen unterrichten, sagte der Bürger­meister im Gespräch mit dieser Zeitung.

Weitere Themen stehen zur Debatte

Die beiden Ausschussvorsitzenden Karl-Heinz Geils (SPD, Bau und Planung) und Professor Erhard Mörschel (CDU, Wirtschaft und Verkehr) werden heute Abend zwei weitere interessante Tagesordnungspunkte aufrufen. Das ist zum einen ein Sachstandsbericht zum demografischen Wandel in Kirchhain – insbesondere in den Stadtteilen. Zum anderen geht es um den lange ersehnten barriere­freien Ausbau des Kirchhainer Bahnhofs. In einem ersten Schritt geht es um einen Vertrag zur Finanzierung der Planungskosten, die sich die Deutsche Bahn erfahrungsgemäß sehr teuer bezahlen lässt.

von Matthias Mayer

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