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Erster Schritt für neues Baugebiet

Stadtverordnetenversammlung Erster Schritt für neues Baugebiet

Der Brandsicherheitswachdienst bei größeren Veranstaltungen wird für die Amöneburger Feuerwehren zunehmend ein Problem. Das sagte Stadtbrandinspektor Stefan Krähling am Montagabend.

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Zufrieden, aber nicht ohne Sorgen: Stadtbrandinspektor Stefan Krähling trug seinen Jahresbericht vor. Foto: Matthias Mayer

Amöneburg. Stefan Krähling hielt seinen Jahresbericht vor der Stadtverordnetenversammlung, die zum ersten Mal im vollkommen runderneuerten und erweiterten Treffpunkt Rüdigheim tagte. Problematisch ist in den Augen des Stadtbrandinspektors nicht allein der auf 324 Personalstunden - ohne Vorbereitung - angewachsene Zeitaufwand. Er kritisierte auch, dass bei größeren Ereignissen wie dem Landwirtschaftstag, den Schlossfestspielen oder dem Ehemaligentreffen der Stiftsschule regelmäßig die Rettungswege in der Kernstadt zugeparkt würden.

Und er führte weiter aus, dass die drei zum Brandsicherheitswachdienst abgeordneten Einsatzkräfte keineswegs in der Lage seien, einen Brand zu löschen. Deshalb müsste eigentlich ein Feuerwehr-Einsatzfahrzeug zu jedem dieser Einsätze mitgeführt werden. Das wiederum gäben die Kapazitäten nicht her, sagte Krähling und bat die Stadtverordneten, sich zur Lösung dieser Problematik Gedanken zu machen.

Der Stadtbrandinspektor sprach von bislang 13 Einsätzen der Amöneburger Feuerwehren in diesem Jahr. Die Roßdorfer Wehr sei im Zuge ihrer Partnerschaft mit Rauischholzhausen zu zwei Bränden von Strohballen im zur Gemeinde Ebsdorfergrund zählenden Nachbarort ausgerückt. Diese Partnerschaft funktioniere hervorragend, sie sei Vorbild für wünschenswerte Partnerschaften mit anderen benachbarten Wehren, sagte Amöneburgs oberster Feuerwehrmann.

Dem Ehrenbeamten unterstehen derzeit 128 Feuerwehrleute in fünf Einsatzabteilungen, die ihren Nachwuchs aus fünf Jugendfeuerwehren rekrutieren. Die Aktiven sind nicht nur bei ihren Einsätzen und Diensten gefordert, sondern auch in der Brandschutz-Unterweisung, die inzwischen vom Kita-Kind bis ins Seniorenalter angeboten werden, wie Krähling berichtete.

Denkmalschutz lehnt Rolltore ab

Mit der Unterbringung der Amöneburger Wehren zeigte sich der Stadtbrandinspektor zufrieden. Für die Rüdigheimer Feuerwehr habe sich die Raumsituation durch den Ausbau des Treffpunktes dramatisch verbessert. In Mardorf sei ein Anbau im Werden. Für die Erweiterung des Roßdorfer Feuerwehrhauses werde noch ein Bodengutachten benötigt. In Erfurtshausen müsse wegen Grundstücksproblemen neu geplant werden. In Amöneburg habe der Denkmalschutz zu seinem Leidwesen den Austausch der alten Holztore gegen einsatzgerechte Rolltore verhindert, sagte Krähling, der dafür warb, rechtzeitig an Ersatzbeschaffung für alte Feuerwehrautos zu denken.

Die unter Vorsitz von Dr. Rita­ Hörl-Ebert tagenden 19 Stadtverordneten trafen am Montagabend vor zahlreichen Besuchern einige Sachentscheidungen.

nKindergartenbeirat: Für Maike Wachtel, die für den Kindergartenbeirat und Koordinierungsausschuss nicht mehr zur Verfügung steht, wählten die Stadtverordneten Andreas Möller-Forst einstimmig neu in das Gremium.n Bauleitplanung: Die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans im Stadtteil Roßdorf billigten die Stadtverordneten einstimmig. Das Unternehmen hat an seinem Standort keine Erweiterungsmöglichkeiten und möchte aus Konkurrenzgründen nicht ins neue Gewerbegebiet umsiedeln, sondern sich in der Gemarkung Trieschacker auf einem Gelände niederlassen, das sowohl der Regionalplan als auch der Amöneburger Flächennutzungsplan (FNP) als landwirtschaftliche Fläche ausweist. Das bedingt eine Änderung des FNP. Das Regierungspräsidium Gießen hat seine Zustimmung unter Auflagen in Aussicht gestellt. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jan-Gernot Wichert berichtete von Diskussionen in seiner Fraktion zu diesem Antrag. Eine Ansiedlung im Gewerbegebiet sei grundsätzlich möglich gewesen. Im Interesse des Unternehmens stimme die CDU zu, beantrage aber, dass die Einnahmen aus dem insgesamt 1,2 Hektar großen neuen Baugebiet zur Tilgung der Schulden, die auf dem Roßdorfer Gewerbegebiet lasten, genutzt werden. Zugleich sollten alle dort zu bauenden Gebäude mit erneuerbaren Energien beheizt werden. Diesem Vorschlag schloss sich Winfried Kaul für die SPD an. n Bebauungsplan Altstadtkern Amöneburg, 1. Änderung: Die SPD-Fraktion hält die am 12. Juli beschlossene 1.Änderung nicht für gerichtsfest, wie Winfried Kaul erläuterte. Zunächst müsse geklärt werden, inwieweit der Tourismus in der Altstadt entwickelt werden solle und was die Anwohner von einer Veränderungssperre hielten. Dazu beantragte die SPD-Fraktion die Bildung einen runden Tisches mit Tourismus, Gastronomie, Gewerbetreibenden, Stadtverwaltung und Kommunalpolitik. Einstimmig verwiesen die Stadtverordneten den Antrag an den Bauausschuss. n Information für Neubürger: Die SPD-Fraktion beantragt, den Neubürgern eine Infomappe mit den wichtigsten Informationen und Adressen zu übergeben. Der Antrag wurde einstimmig zur Beratung an den Haupt- und Finanzausschuss überwiesen. n Digitaler Schriftverkehr: Nach einem einstimmigen Votum für einen CDU-Antrag kann der Stadtverordnetenvorsteher künftig mit den Stadtverordneten vereinbaren, ob diese ihre Einladungen und Niederschriften künftig nur noch in digitaler Form erhalten wollen. Wer das nicht wünscht, bekommt die Unterlagen weiter auf Papier. Stadt verfügtüber hohe Rücklagen Zur Kenntnis nahmen die Stadtverordneten den vom Magistrat vorgelegten umfangreichen Bericht zum Haushaltsvollzug 2016, der laut Ergebnisrechnung mit Stand vom 31.Oktober ein Jahresergebnis von 850411,37 Euro ausweist.Jan-Gernot Wichert bat darum, künftig die vielen Zahlen zu bewerten und eine Prognose abzugeben, „wohin die Reise geht“. Winfried Kaul unterstützte diesen Vorschlag, denn die Zahlen seien für Laien kaum zu interpretieren. Bürgermeister Michael Plettenberg ließ die Prognose auf dem Fuße folgen. Auslöser für den Wunsch nach einem außerplanmäßigen Kassensturz sei die Sorge gewesen, dass der Haushalt 2016 im Ergebnis nicht ausgeglichen sein könnte. Zu dieser Annahme bestehe keine Veranlassung. Dafür seien die Rücklagen der Stadt viel zu hoch, sagte der Kämmerer.

von Matthias Mayer

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