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Erst der Haushalt, dann das Votum

Konzept Herrenwaldstadion Erst der Haushalt, dann das Votum

In mehreren Jahren ist ein Gesamtkonzept zur Sanierung und Aufwertung des Herrenwaldstadions ­entstanden. Vorerst, so zeichnet es sich klar ab, soll darüber aber nicht entschieden werden.

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Wann welcher Teil des Herrenwaldstadions saniert wird, ist nach der jüngsten Diskussion offen.

Quelle: Michael Hoffsteter (Archiv)

Stadtallendorf. Die Kostenschätzung für die Verwirklichung aller fünf Bauabschnitte schließt mit der kapitalen Summe von 4,8 Millionen Euro (diese Zeitung berichtete). Dann wären alle geplanten Module für die Stadionsanierung umgesetzt. Ob und wann es so kommt, ist aber nach der Ausschusssitzung vom Dienstagabend offen.

Susanne Fritsch von der Stadtverwaltung stellte den Ausschussmitgliedern zunächst die über Jahre gemeinsam mit dem TSV Eintracht Stadtallendorf entwickelte Konzeption vor (siehe Kasten). Bereits in der ­Beschlussvorlage ist deutlich zu lesen, dass alle Abschnitte abhängig von der Finanzsituation der Stadt sein werden.

Bisher ist vorgesehen, dass im nächsten Jahr die nötige Sanierung der Kanäle als auch der kompletten Elektroanlage erfolgt. Hinzu kommt die bereits beschlossene, geförderte Kunstrasenplatzsanierung. Dieser erste Bauabschnitt war im Ausschuss für öffentliche Sicherheit, Soziales und Kultur unumstritten. Alles, was darüber hinausgeht, jedoch schon.

Hans-Georg Lang, Fraktionsvorsitzender der CDU, machte den ersten Aufschlag. „Der erste Abschnitt ist unumstritten, für alle anderen Abschnitte ist der Zeitpunkt extrem ungünstig“, sagte Lang. Denn: Stadtallendorf stünde im nächsten Jahr möglicherweise vor „drastischen Einschnitten und sehr schmerzhaften Steuererhöhungen“. Noch ist der Haushaltsentwurf 2017 nicht vorgelegt. Die Einbringung hatte Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) in Abstimmung mit den Fraktionen auf Januar verschoben. Gegenüber der OP hatte er dies auf Anfrage mit noch laufenden „Abstimmungsprozessen“ begründet. Das Wort lässt durchaus aufhorchen, fällt es doch häufig im Zusammenhang mit der Gewerbesteuer, der zentralen Einnahmequelle der Stadt. Konkreter wurde Somogyi nicht. „Ich kann derzeit selbst noch nicht sagen, was am Ende stehen wird“, erklärte er gegenüber der OP. Vertraulich hatte er die Fraktionsvorsitzenden bereits vor Wochen über einen Zwischenstand unterrichtet. Die halten sich an die Vereinbarung und schweigen zu Details.

In der nächsten Woche will Somogyi allerdings auch öffentlich zur Kassenlage Position beziehen und Fakten nennen. Lang wählte am Dienstagabend eine Formulierung, die nichts Gutes erahnen lässt: „Ich hoffe, die Zahlen sind nicht so furchtbar wie sie sich andeuten“. Doch zurück zur Debatte über die Stadionmodernisierung. Ausdrücklich lobte Lang das nun vorgestellte Konzept. Allerdings forderte er dazu auf, den Beschluss darüber frühestens im Januar nach Haushaltseinbringung oder besser noch bei der geplanten Verabschiedung im März zu fassen. Von Bernt Klapper (B90/Die Grünen), Manfred Thierau (Bürgerunion Stadtallendorf) wie auch Wolfgang Salzer (SPD) bekam er dafür deutliche Unterstützung. Klapper verwies auf die nach wie vor (nicht öffentlich) laufenden Sparberatungen bei den städtischen Immobilien. Er kam zu dem Schluss: „Wir müssen das Paket aufschnüren und einzeln über die Abschnitte beschließen“. Es gab am Dienstagabend noch weitere aufschlussreiche Zahlen rund um das Gesamtkonzept, auch Masterplan Stadion genannt. So hatte die Verwaltung die - im kaufmännischen Haushalt wichtigen - Abschreibungen errechnet. Sie lägen nach der Modernisierung bei 248000 zu erwirtschaftenden Euro pro Jahr. Der TSV Eintracht übernimmt seit Jahren die Stadionpflege. Vergäbe sie die Stadt an Unternehmen, so kostete sie das rund 240000 Euro im Jahr. Somogyi sagte den Parlamentariern zu, dass er bis zur Stadtparlamentssitzung am 15. Dezember eine Vorlage vorlegen wird, in der nur der unumstrittene erste Abschnitt enthalten ist.

Das Stadtparlament tagt am 15. Dezember ab 19.30 Uhr im Sitzungssaal der Stadtverordnetenversammlung.

ENTWURF DES GESAMTKONZEPTES

Das aufeinander aufbauende Gesamtkonzept, das erste in dieser Form überhaupt, betrachtet sämtliche Teile des 78000 Quadratmeter großen Stadions. Es ist aufgrund des Sport- und Entwicklungsplanes entstanden. Größtes und damit auch teuerstes Einzelelement ist das Modul, dass die Schaffung von sechs Laufbahnen vorsieht. Dafür muss die Stehtribüne allerdings leicht verlegt werden. Allein dieses Modul könnte rund 2,1 Millionen Euro kosten. Wobei in diesem Falle auch der Parkplatz am Funktionsgebäude vorher hergerichtet werden müsste. Das Stadion liegt in der Wasserschutzzone II, Baumaschinen müssen auf einem abgedichteten Untergrund stehen. Weitere Elemente wären beispielhaft, etwa ein Anbau an die Maschinenhalle und deren Erschließung (zusammen rund 590000 Euro). Es gibt auch Wunschpositionen in dem Konzept, etwa die eines Beachvolleyballfeldes (130000 Euro), wie im Sport- und Entwicklungsplan vorgesehen.

von Michael Rinde

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