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Erst Historisches, dann kühle Getränke

Schweinsberg Erst Historisches, dann kühle Getränke

Mit einer abwechslungsreichen Ausstellung entdeckte sich Schweinsberg selbst. Die vielen Exponate gaben Aufschluss über die Geschichte und Veränderung des Dorfs. Am Samstagabend folgte das 45. Wallfest.

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Rund 600 Gäste tanzen an der Ruine

Adolf Fleischhauer erkundet gemeinsam mit Ausstellungsbesuchern die Bedeutung eines der historischen Bilder.

Quelle: Yanik Schick

Schweinsberg. Mehr als 300 Besucher stürmten bereits am Samstagnachmittag in den Samtbau der Burg Schweinsberg. Im Ausstellungsraum wartete ein Querschnitt aus der ereignisreichen Geschichte Schweinsbergs. Bilder, Postkarten und bemerkenswerte Fundstücke aus den vergangenen Jahrhunderten hatte der Arbeitskreis „800 Jahre Schweinsberg“ zusammengestellt. „Es ist beeindruckend, was gerade in den letzten Tagen an Engagement von verschiedensten Seiten zusammengekommen ist“, lobte Josef Becker, einer der Hauptorganisatoren und Mitglied im Arbeitskreis.

Besonders im Fokus der Betrachter stand der Originalauszug aus der mittlerweile fast berühmten Urkunde, in der Schweinsberg vor 800 Jahren erstmalig erwähnt wurde.

Daneben nahmen die Gäste aber auch die Exponate der evangelischen Kirchengemeinde, wie zum Beispiel das älteste vorhandene Kirchenbuch (die OP berichtete) sowie diverse Kannen und Kelche aus dem 17. Jahrhundert, näher in Augenschein.

Zahlreiche Bilder aus Privathaushalten

„Diese Gegenstände sind so wertvoll, dass sie sonst nur im Tresor des Pfarrhauses aufbewahrt werden“, erklärte Becker. Die Schenckenfamilie hatte zudem einige Steinkanonenkugeln, Morgensterne und einen Brustpanzer für die Ausstellung bereitgestellt.

Gastgeber Rüdiger Freiherr Schenck zu Schweinsberg war vom Gesamtbild angetan. „Vor allem ist es schön, dass so viele Vereine, Familien und auch die Kirche ihren Teil beigetragen haben“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Zahlreiche Bilder waren erst wenige Tage zuvor in Privathaushalten aufgetaucht. Sie zeigen Häuser, Straßen und Menschengruppen aus vorherigen Generationen. Andere Familien hatten alte Bügeleisen bei sich gefunden oder kleine Puppen, die die evangelische Trachtentradition herausstellen. All dies fand seinen Platz im Ausstellungsraum, dem Samtbau.

„Ich finde, der Arbeitskreis hat das super gemacht. Die Darstellung orientiert sich sehr nah an der Bevölkerung“, sagte Wilfried Reuß, einer der Besucher. Wegen des hohen Andrangs entschlossen sich die Veranstalter, die Ausstellung am Folgetag noch einmal zu öffnen. Die vielen Bilder sollen außerdem noch archiviert werden, berichtete Josef Becker.

Knapp 1000 Besucher bei Wallfest

Am Abend zeigte sich schließlich, dass viele Ausstellungsbesucher noch einige Stunden zum traditionellen Wallfest, dem insgesamt 45., geblieben waren. Die Veranstalter rechneten jedenfalls mit knapp 1000 Besuchern. „Die Verbindung mit den 800-Jahre-Feierlichkeiten hat sich bewährt. Es passt einfach alles zusammen“, freute sich Thorsten Schlote, der Vorsitzende des ausrichtenden Verkehrs- und Verschönerungsvereins, auch mit Blick auf die „Kerry Blue Band“, die bis in die Nacht hinein zahlreiche Schlager spielte.

Mit Karl-Heinz Köhnen (bei bisher jedem Wallfest dabei) sowie Andreas und Beverly Gutwin aus Neuseeland (weiteste Anreise) wurden derweil noch einige Gäste geehrt.

Auch der Fahrradparcours am frühen Abend hatte wieder knapp 30 Kinder angesprochen.

von Yanik Schick

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