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Erst Ende März 2016 geht es los

Gerätehaus-Neubau Erst Ende März 2016 geht es los

Die Angst, Probleme mit einer Winterbaustelle zu bekommen, und eine Umplanung führen zu einer weiteren Verzögerung beim Baubeginn für das neue Feuerwehrgerätehaus Hatzbach.

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Das neue Fahrzeug der Hatzbacher Wehr muss weiterhin in das alte, zu kleine Gerätehaus rangiert werden.

Quelle: Archivfoto

Hatzbach. Es gibt ein neuerliches Kapitel in der Geschichte des Baues des neuen Feuerwehrgerätehauses in Hatzbach. Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi bestätigte Recherchen dieser Zeitung, dass mit dem Neubau nun doch erst Ende März nächsten Jahres begonnen wird. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Zum einen musste die Planung des Neubaues ein weiteres Mal verändert werden. In der Schlussversion, für die nun eine neue Baugenehmigung beantragt wird, wurde das Gebäude, das in Nachbarschaft zum jetzigen Gerätehaus entsteht, gedreht. Es ist jetzt so angeordnet, dass die Feuerwehr eine eigene Alarmausfahrt erhält. Vorteil: Es gibt keine Kollisionsgefahr mehr zwischen ankommenden Feuerwehrleuten und dem möglicherweise schon ausrückenden Fahrzeug.

Der zweite Grund für die Verzögerung folgt laut Somogyi aus dem ersten: Angesichts der fortgeschrittenen Zeit wäre es wahrscheinlich, dass die Bauarbeiten erst im November beginnen können. Stadt und Feuerwehr hätten es dann mit einer Winterbaustelle mit allen Konsequenzen zu tun. Jetzt könne alles in Ruhe vorbereitet werden, einschließlich der Ausschreibung. Mitunter fallen deren Ergebnisse im Winter sogar günstiger aus als zu anderen Jahreszeiten, wenn die Baufirmen volle Auftragsbücher haben. Zuletzt hatte sich das Stadtparlament im Mai mit dem Thema Feuerwehrgerätehaus-Neubau befasst. Seinerzeit ging es um die Genehmigung höherer Baukosten. In Summe rechnet Somogyi jetzt mit einem Betrag von 640000 Euro einschließlich der Außenanlagen und des Abrisses des alten Gebäudes. Wo jetzt noch die frühere Maschinenhalle steht, wird es später einen Parkplatz für die Feuerwehrleute geben.

Im Vorfeld hatte die Verwaltung das Gespräch mit Hatzbachs Wehrführer Torben Knoch gesucht und ihn über die Drehung des Gebäudes wie auch die Neuigkeiten beim Baubeginn informiert. Mit der Drehung und der Alarmausfahrt kann Knoch gut leben.

Neue Baupläne kommen Hatzbachs Wehr entgegen

„Das ist nun so, wie wir es am Anfang auch haben wollten“, sagt er im Gespräch mit der OP. Dass sich die Verwaltung für einen Baubeginn im nächsten Frühjahr entschieden hat, müssen Knoch und die Mitglieder der Einsatzabteilung hinnehmen nach allen Verzögerungen und den daraus nötig gewordenen politischen Diskussionen im Vorfeld.

„Eine Baustelle, bei der das Mauerwerk über Wochen feucht wird, wollen wir natürlich auch nicht“, sagt Knoch. Froh sind der Wehrführer und die Einsatzabteilung, dass die Fahrzeughalle erweiterbar bleibt - für den Fall, dass in Zukunft ein weiteres Einsatzfahrzeug oder ein Anhänger in Hatzbach untergebracht werden sollten. Auszuschließen ist das nicht.

Inzwischen gibt es auch erste Überlegungen für die Innenausstattung des Gebäudes, die Umkleiden und Spinde aber auch die Werkbank - Dinge, auf die die Feuerwehr Hatzbach derzeit komplett verzichten muss. Wer das jetzige Gebäude kennt, weiß warum.

Mit viel Geschick ist es gelungen, das neue wasserführende Fahrzeug im alten Gebäude einzuparken. Platz bleibt dort jetzt endgültig keiner mehr. Bürgermeister Somogyi ist überzeugt, dass die Hatzbacher Feuerwehr nunmehr ein „echtes Schmuckstück bekommen wird“. Er sei sicher, dass die Hauptversammlung der Hatzbacher Wehr Ende nächsten Jahres im Neubau stattfinden werde.

Doch das Thema Feuerwehr-Neubauten wird die Verwaltung weiter beschäftigen. Denn auch die Erksdorfer Feuerwehr braucht ein neues Fahrzeug, auch für Erksdorf gibt es die Zusage eines Gerätehaus-Neubaues. Erksdorfs Wehr wird einen Neubau in vergleichbarer Größe brauchen und beanspruchen können. Erklärtes Ziel sei es, im nächsten Jahr bis zur Beantragung der Baugenehmigung zu kommen, antwortet Somogyi auf die Frage nach dem weiteren Zeitplan. Die Stadtverwaltung habe Feuerwehr und Ortsbeirat noch einmal wegen der Standortfrage angeschrieben.

Vom Ortsbeirat hatte es in Abstimmung mit der Wehr eine Festlegung auf ein Grundstück in der Langensteiner Straße gegeben, hinzu kommen weitere Alternativflächen im Ort.

Bei der Kernstadt-Wehr bleibt es weiter spannend

Und dann gibt auch noch die schon sehr lange in Aussicht gestellte Sanierung (oder einen Neubau?) des Stützpunktes in der Kernstadt, für den einmal rund vier Millionen Euro veranschlagt wurden.

Seit einigen Wochen liegt der Bericht einer Arbeitsgruppe vor. An ihr hatten sich die betroffene Stadtallendorfer Wehr, die Werkfeuerwehren von Ferrero und der Eisengießerei Winter beteiligt. Geleitet wurde sie von Kreisbrandinspektor Lars Schäfer. Auch das Regierungspräsidium als Aufsichtsbehörde war eingebunden. Sie alle sollten nach Möglichkeiten einer Gemeinschaftslösung suchen.

Über Ergebnisse wird aber noch geschwiegen. Erst im Herbst soll darüber informiert werden, wie Somogyi vor der parlamentarischen Sommerpause angekündigt hatte. Spannend wird die Antwort auf die Frage, ob es eine Gemeinschaftslösung geben kann angesichts der unterschiedlichen Aufgaben von Werkfeuerwehren und freiwilliger Feuerwehr - und wo ein neuer Standort sein könnte.

Frühere Prüfungen hatten ergeben, dass der jetzige Standort an der Straße des 17. Junis mit Blick auf Ausrückezeiten und Hilfsfristen eigentlich ohne Alternative ist.

von Michael Rinde

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