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Ernennungen, Ehrenrunde, Entwicklung

Parlament Ernennungen, Ehrenrunde, Entwicklung

Mit der Verleihung der Ernennungsurkunden zu Ehrenbeamten an die neuen stellvertretenden Stadtbrandinspektoren begann die Stadtverordnetenversammlung ungewöhnlich feierlich.

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Michael Plettenberg (hinten, von rechts) und Stadtverordnetenvorsteher Stefan Heck überreichten Ernennungsurkunden an Michael Nau (links) und Edgar Kuhl.

Quelle: Florian Lerchbacher

Rüdigheim. Amöneburgs Wehrführer Edgar Kuhl und Rüdigheims stellvertretender Wehrführer Michael Nau nahmen zu Beginn der Sitzung ihre Ernennungsurkunden zu Ehrenbeamten entgegen. Die beiden neuen stellvertretenden Stadtbrandinspektore lobten dabei die „hervorragende Zusammenarbeit“ der Feuerwehren der Stadt Amöneburg.

Danach ging‘s in der Stadtverordnetenversammlung weniger feierlich zu. Vor allem an den Themen „Jungviehweide“ und „Leitbild“ schieden sich die Geister. Die Stadt möchte einen Teil der „Jungviehweide“ Hessen Mobil als Ausgleichsfläche zur Verfügung stellen und dafür rund 42500 Euro kassieren. Geplant sei, ein Stück zu vernässen und quasi historische Landschaft zu schaffen, wie Bürgermeister Michael Plettenberg erklärte und von einer „sinnvollen Maßnahme“ für den Naturschutz sprach.

Allerdings ist die „Jungviehweide“ an die Weidegenossenschaft Amöneburg verpachtet - die eine Entschädigung von Hessen Mobil erhalten soll, zudem will die Stadt den Pachtvertrag vorzeitig verlängern. „Die Restfläche würde uns reichen“, hatte Falk Weber von den Weidegenossen im Haupt- und Finanzausschuss gesagt, aber gleichzeitig den geplanten Eingriff in die Natur kritisiert und betont: „Ich finde das nicht gut, aber wir sind uns auch nicht einig.“

Noah Dersch (CDU) sprach sich in der Stadtverordnetenversammlung gegen das Projekt aus. Besonders störe ihn, dass in Amöneburg eine Ausgleichsfläche geschaffen werden soll für ein Bauprojekt, das außerhalb des Landkreises umgesetzt wurde. Er verwies darauf, dass es bereits zahlreiche Ausgleichsflächen im Stadtgebiet gebe - und weitere für eigene Projekte hinzukommen.

Stadtverordnete erhören Flehen des Bürgermeisters

Als Plettenberg bemerkte, dass die Chancen für einen Erfolg der Magistratsvorlage sanken, bettelte er die Stadtverordneten an, das Thema erneut im Ausschuss zu beraten. Es sei schließlich schon so viel geplant und vorbereitet worden: „Es wäre nicht klug, die Vorlage abzulehnen.“ Letztlich erhörten die Parlamentarier sein Flehen und entschlossen sich mit hauchdünner Mehrheit dazu, das Thema tatsächlich erneut zu diskutieren.

Anders sah das beim geplanten Leitbild aus. Die SPD hatte einen Antrag gestellt, um gemeinsam mit Experten, Kommunalpolitik und Bürgern ein solches Dokument zu erstellen, in dem beispielsweise die Werte und Entwicklungsziele der Gemeinde definiert sind - ein Anliegen, das in Amöneburg nicht neu ist. Zur Stadtverordnetenversammlung präsentierte die CDU dann aber einen Änderungsantrag (den sie auch durchsetzte). Sie hielt das Leitbild der Region Marburger Land parat, an dessen Entwicklung auch Amöneburger mitgewirkt hatten.

Fraktionsvorsitzender Jan-Gernot Wichert schlug vor, dies als Grundlage für die Beratungen zu nehmen - die nun zwischen Magistrat, Ausschüssen und Ortsbeiräten erfolgen soll. Die Bürger sind raus. „Ich finde das sehr bedauerlich. Wir sollten gemeinsam an der Entwicklung eines eigenen Leitbildes arbeiten - und nicht einfach eins aus der Region anpassen“, ärgerte sich Winfried Kaul (SPD) und kritisierte, dass die CDU im Vorfeld nichts von ihrem Änderungsantrag erzählt hatte.

Feuerwehrsatzung nimmt zum zweiten Mal die Hürde

Einstimmigkeit herrschte derweil bei der Beschlussfassung zur neuen Feuerwehrsatzung - die allerdings auch schon zum zweiten Mal erfolgte, da beim ersten Mal der Paragraf Ehrungen vergessen worden war.

Ebenfalls einstimmig segneten die Stadtverordneten eine Reduzierung der Bürgschaft für die Mardorfer Nahwärme­genossenschaft von 1,4 auf 1,152 Millionen Euro ab.

Das Gleiche galt für die Besetzung des Ortsgerichts: Willi Krähling soll Ortsgerichtsschöffe und stellvertretender Ortsgerichtsvorsteher werden, als Ortsgerichtsschöffen schlagen die Amöneburger Wolfgang Mengel und Maria Brückler-Diehl vor.

von Florian Lerchbacher

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