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Erlös fließt in ein Kinderdorf

Spende Erlös fließt in ein Kinderdorf

Ein Flohmarkt von Kindern für Kinder bildete den Abschluss einer Projektwoche an der Martin-von-Tours-Schule, in der es um die Lebensumstände armer Kinder in Peru ging.

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Allein 1000 Euro für Kinder in Peru kamen beim Flohmarkt zusammen.

Quelle: Klaus Böttcher

Neustadt. Schüler der ersten bis sechsten Klassen haben an der Waldschule Stände aufgebaut und bieten alle möglichen Sachen zum Verkauf an. Es gibt Bücher, Spiele, Kuscheltiere, kleine Figuren oder Spielsachen zu teils extrem niedrigen Preisen - entsprechend schnell finden sich Abnehmer. „Das sind Sachen, die wir nicht mehr brauchen“, erzählt Rieke aus der fünften Klasse. Ihre Mitschülerin Melina sagt: „Wir haben aber auch etwas gekauft“ und hält ein Kuscheltier hoch.

Dann kommt die Sprache auf das Video und den Vortrag des Ehepaars Woyke. Die Woykes sind ein Ersatzelternpaar im Westfalia-Kinderdorf Cienguilla in Lima/Peru. In dem Dorf leben etwa 100 Kinder im Alter von 2 bis 18 Jahren in 8 Familienhäusern bei Ersatzeltern. Lieselotte Schrader-Woyke war nun zum erneuten Mal gemeinsam mit ihrem Mann in Neustadt, um den Kindern der vierten und fünften Klassen „aus dem Leben“ zu berichten.

Ein Beispiel: In Lima sterben Kinder und Erwachsene an Tuberkulose, weil sie sich durch schmutziges Wasser infiziert haben. „Der Mutter geht es schlecht und die ganze Familie ist unterernährt. Haben die Kinder Glück, findet sie jemand und sie kommen in das Kinderdorf, dann kann die Mutter in Ruhe sterben“, erklärte sie.

Kinder angetan von Berichten

„Die Schüler waren gerührt davon, wie die Straßenkinder da leben. Ich denke, das hat die Spendenbereitschaft noch angeregt“, betonte Nadine Kalbfleisch, Pressesprecherin der Schule im Gespräch mit der OP. „Nach dem Vortrag haben wir noch lieber verkauft“, bestätigt Schülerin Tima diese These.

Die Woykes schilderten den Kindern den Tagesablauf in dem Kinderdorf mit Schul- oder Kindergartenalltag. Es stünden aber auch Arbeiten in den eigenen Werkstätten wie Schreinerei, Schlosserei oder Schusterwerkstatt an. Die Dorfbäckerei, ein Gemüsegarten und Haustiere seien Bestandteil der Selbstversorgung in dem Dorf, in dem arme Straßenkinder wieder aufblühen würden.

Das Kinderdorf Cienguilla ist von Spenden abhängig. Die Projektwoche brachte knapp 2 500 Euro - mehr als 1000 Euro stammen von den Verkäufen auf dem Flohmarkt. Eltern hatten Kuchen, Gebäck und Brötchen zur Verfügung gestellt, die Kinder wiederum an Mitschüler und Eltern verkauften.

Der öffentliche Vortrag der Woykes im historischen Rathaus war nur sehr spärlich besucht. Zum Flohmarkt dagegen kamen mehr Eltern oder Großeltern.

von Klaus Böttcher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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