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Erleichterung in Wohratal: Täter schnell ermittelt

Rechte Parolen Erleichterung in Wohratal: Täter schnell ermittelt

Der Polizei ist in Wohratal abermals ein schneller Fahndungserfolg gelungen. Zwei Jugendliche haben eingeräumt, rechtsextreme Parolen durch den Ortsteil Wohra gebrüllt zu haben.

Wohratal. Bürgermeister Peter Hartmann war hörbar erleichtert, als er gestern von der Nachricht erfuhr, dass der Staatsschutz einen schnellen Fahndungserfolg erzielt hatte. Der Polizei war es gelungen, die beiden Jugendlichen, 13 und 17 Jahre alt, zu ermitteln, die am späten Freitagabend rechtsradikale Parolen in Wohra gebrüllt hatten (die OP berichtete).

In Wohratal habe dieser Vorfall abermals große Bestürzung ausgelöst. „Viele haben Angst, dass wir als Gemeinde jetzt in eine Ecke gedrängt werden, in die wir nicht gehören“, sagte Hartmann. Er sei der Polizei sehr dankbar für ihre schnelle und erfolgreiche Arbeit. Hartmann zeigte für das Verhalten der beiden Jugendlichen keinerlei Verständnis.

Die Polizei betonte gestern, dass sich keinerlei Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem Angriff auf das Asylbewerberheim in Wohra vom 13. Januar ergeben haben. Mit den insgesamt zehn Jugendlichen, die sich in der Gruppe befanden, aus der die rechten Parolen gerufen wurden, führt der Staatsschutz Gespräche. „Das geschieht, um sie zu sensibilisieren“, teilte Polizeisprecher Martin Ahlich mit.

Die rechtsextremen Sprüche seien vor und nach einer privaten Feier im Gendalweg gerufen worden. Unmittelbar nach dem ersten Anruf hatte die Polizei die Fahndung aufgenommen und Zeugen befragt.

Harald Homberger, der seinerzeit den „Runden Tisch“ für das Asylbewerberheim ins Leben rief, hatte am späten Freitagabend ebenfalls von den Vorfällen gehört und weitere Bewohner im Ort verständigt. Auch er war gestern Abend erleichtert, als er vom Fahndungserfolg der Polizei erfuhr.

Daran, dass gefestigtes rechtes Gedankengut die Jugendlichen dazu veranlasst hat, die rechtsextremen Parolen durch den Ort zu brüllen, glaubt Homberger nicht. Er sieht das eher als den Wunsch nach Provokation, wie es der Sozialpädagoge formulierte.

„Was wir auf keinen Fall wollen, ist, dass solche Leute die Überhand gewinnen und dann Stimmungen verbreiten“, unterstreicht Homberger.

Er wünsche sich nachdrücklich, dass die Ernsthaftigkeit, mit der solches Verhalten verfolgt wird, Jugendlichen klarmacht „was sie da eigentlich tun.“ Die Polizei hatte nach der Tat ein Strafverfahren wegen des Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole eingeleitet.

von Michael Rinde

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