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Erksdorfer fiebern dem Start entgegen

Nahwärmenetz Erksdorfer fiebern dem Start entgegen

Das schlechte März-Wetter hat den Start des Erksdorfer Nahwärmenetz-Baues seinerzeit um rund drei Wochen verzögert. Hinzu kamen kleinere Probleme während der Bauarbeiten.

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Ein Schweißer fügt zwei Rohre der Nahwärmeleitung in der Hans-Ludwig-Straße in Erksdorf zusammen. Foto: Michael Rinde

Erksdorf. In der Hans-Ludwig-Straße arbeitet das Bauunternehmen „wie am Fließband“. Im vorderen Abschnitt am Backhaus sind die Gräben wieder verfüllt, in der Mitte fügt ein Schweißer die Leitungen aneinander, im hinteren Teil hebt ein Bagger den Graben weiter aus, um nahtlos weiterarbeiten zu können.

Sabine Brathge, Vorsitzende der Nahwärme-Genossenschaft Erksdorf, weiß, dass trotz Hochsommer mancher Anwohner auf seinen Anschluss dringend wartet. Denn die Öltanks sind weitgehend leer, die Heizungen liefern aber meist auch das warme Wasser. Und darauf will niemand verzichten.

Inzwischen sind 50 Anschlüsse gelegt, mehr als 60 Prozent des 7 Kilometer langen Netzes ist im Boden. Im Oktober, so schätzen Brathge und ihr Stellvertreter Hans-Jürgen Ackermann, feiert die Nahwärmegenossenschaft Einweihung. Das miserable Wetter im März hatte den Start des zweiten Ausbauabschnittes seinerzeit um rund drei Wochen verzögert (die OP berichtete). Hinzu kamen einige unerwartete Ereignisse. Ein aktuelles Beispiel: In der Hans-Ludwig-Straße fand sich beim Ausheben der Gräben ein auf keinem Plan eingezeichneter Kanalschacht, der umgangen werden musste, was die Arbeiten dort um vier Tage verzögerte. Außerdem gibt es immer noch Nachzügler, die gerne angeschlossen werden möchten. Auch das verursacht mitunter zusätzlichen Aufwand. „Wobei wir uns natürlich über jedes zusätzliche Genossenschaftsmitglied freuen“, unterstreicht Sabine Brathge. 126 Anschlüsse sind inzwischen zusammengekommen.

Am Ende kommt das Neubaugebiet dran

Das in Richtung Stadtallendorf liegende Neubaugebiet wird als letztes an das Netz angeschlossen werden, erläutert Ackermann und nennt exemplarisch Straßen wie den Allendorfer Grund.

Zu den Mitgliedern der Nahwärme-Genossenschaft zählen inzwischen auch die Stadt Stadtallendorf und der Landkreis Marburg-Biedenkopf. Die Stadt schließt das Bürgerhaus und das Vereinsheim des TSV Erksdorf an, der Kreis das Gebäude der Grundschule. Beim Bürgerhaus liegt die Leitung bereits, an der Grundschule wird daran gearbeitet. Brathge schätzt, dass die Heizung im Bürgerhaus in etwa vier Wochen von Öl auf Nahwärme umgeklemmt werden wird.

Die Energiezentrale der Nahwärme-Genossenschaft ist inzwischen komplett in einem Haus an der Biogasanlage untergebracht. Auch die Ölheizung, die im Notfall Wärme liefert, hat ihren Probebetrieb schon hinter sich.

Es fehlen allerdings noch der nötige zweite Pufferbehälter und die Holzhackschnitzel-Heizung, die dann anspringt, wenn Spitzenverbräuche vorliegen. Beides konnte der Genossenschaftsvorstand erst ordern, nachdem der entsprechende Förderbescheid der Wi-Bank vorlag. Das ist erst seit wenigen Tagen der Fall. Inzwischen hat die Genossenschaft seit Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts rund 500 Megawattstunden Wärme verkauft. Das geplante Investitionsvolumen der Genossenschaft liegt bei 3,3 Millionen Euro.

von Michael Rinde

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