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Erksdorf wartet auf die Störche

Biotop Erksdorf wartet auf die Störche

Bei Erksdorf findet sich ein wunderbares Naturparadies - wie geschaffen als Brutstätte für Störche. Doch die Großvögel lassen noch auf sich warten.

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Direkt am See steht einer der beiden von der Erksdorfer Feuerwehr gebauten Storchenmasten. Aus dem Überlauf des Sees wird die unterhalb gelegene Feuchtwiese (kleines Foto) bewässert.
Fotos: Matthias Mayer

Erksdorf. 2004 legte die Stadt Stadtallendorf westlich von Erksdorf ein 30 Hektar großes Feuchtbiotop an. Dessen Herzstück ist ein kleiner See mit naturbelassenen Ufersaum. Der von einem Bach gespeiste See. Hier sind zahlreiche Wasservögel und Amphibien heimisch geworden, deren Geschnatter und Gequake akustisch mit der Dauerbeschallung der nahgelegenen Emsdorfer Windräder konkurriert.

Der See entwässert über einen Überlauf in eine unterhalb gelegene Wiese, deren sumpfartiger Charakter den Beutetieren der Störche idealen Lebensraum bietet. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Erksdorf haben sich daran gemacht, den Störchen ideale Wohnstätten zu bauen. Sie fertigten zwei Storchenmasten und krönten diese mit sorgfältig geflochtenen Storchennestern. Die luftigen Behausungen warten nun auf ihre Bewohner.

Gab‘s in Erksdorf früher Störche? Ortsvorsteher Helmut Schütz hat Störche in Erksdorf nicht erlebt, verweist aber auf ein Foto aus der Chronik, das die Storchenvergangenheit Erksdorfs belegt. Vor vielen Jahrzehnten brütete im Dorfzentrum auf einem gegenüber der Kirche gelegenen Haus ein Storchenpaar.

Nun warten die Erksdorfer gespannt auf eine Neuansiedlung von Weißstörchen vor ihrer Haustür. Und es gibt Hoffnung. „Im Frühjahr wurden in dem Biotop zwei Störche gesichtet“, berichtete Helmut Schütz im Gespräch mit dieser Zeitung. Nach der Erinnerung des Ortsvorstehers statteten die Störche allerdings Erksdorf ihren Besuch ab, bevor die Feuerwehr die beiden Storchenmasten aufgestellt hatte.

Population nimmt im Landkreis stetig zu

Mit dem Warten auf den Weißstorch sind die Erksdorfer nicht allein. Nur wenige Kilometer weiter westlich in Ernsthausen, dass sich Storchendorf nennt, haben sich die Weißstörche nach einem Brutversuch im vergangenen Jahr und einer Kurzvisite Ende März wieder rar gemacht.

Seit 2007 brüten die Weißstörche wieder im Landkreis. Auf dem Schornstein der ehemaligen Molkerei in Rauischholzhausen wurden drei Jungtiere flügge. Seitdem ging es mit der Storchenpopulation im Landkreis kontinuierlich aufwärts.

Zum Storchenzentrum der Region hat sich inzwischen das Naturschutzgebiet Radenhäuser Lache entwickelt. Hier hat der Ornithologe Winfried Kräling am 2. Mai gleich 13 Weißstörche gesehen - fünf dort brütende Paare und drei „Fremdstörche“.

2013 gab es nach einer Auflistung Winfried Krählings im Kreisgebiet neun Brutversuche, von denen sechs erfolgreich waren. Zwölf Jungtiere wurden flügge. Erfolgreich brüteten in Rausischholzhausen und im Frohnhäuser Ried jeweils ein Storchenpaar und rund um die Radenhäuser Lache gleich vier Storchenpaare.

Ohne Nachwuchs im Jahr 2013 blieben je ein Storchenpaar, die im Wohratal bei Ernsthausen-Wambach, am Martinsweiher bei Niederwalgern und an den Radenhäuser Lache gebrütet hatten.

von Matthias Mayer

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