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Ergriffenes Schweigen, tosender Beifall

Außergewöhnliches Adventskonzert Ergriffenes Schweigen, tosender Beifall

Mit einem Adventskonzert stimmte der Posaunenchor und der Gemischte Chor Schwabendorf auf das Weihnachtsfest ein. Das Publikum dankte den Chören mit Bravorufen und anhaltendem Beifall.

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Christian Henkel dirigierte in Vertretung von Günter Retzlik den Gemischen Chor Schwabendorf beim Adventskonzert. Foto: Karin Waldhüter

Schwabendorf. In der gut gefüllten Kirche schweift der Blick von Chorleiter Uwe Henkel ein letztes Mal über die Reihen der 20 Musiker, die an diesem Abend zum Zuhören und Mitsingen eingeladen haben. Dann erklingen strahlend-hell die ersten Töne einer Reise durch die Musikgeschichte vom Barock bis in die Gegenwart.

Pfarrer Dierk Brüning führte an diesem Donnerstagabend fachkundig durch das Programm. Gleich zu Beginn bat er die Zuhörer mit dem Applaus bis zum Ende des Konzertes zu warten, damit das, was die Musik ausdrücke, nicht zerstört werde. Schon mit dem ersten Stück „Sonata in Es“ von Antonio Vivaldi präsentiert sich der Posaunenchor Schwabendorf als hoch qualifiziertes und spielfreudiges Ensemble mit besonderem musikalischen Anspruch. Der Schwabendorfer Posaunenchor intoniert Weihnachtslieder und hörenswerte Lieder der Bläserliteratur von der Spätromantik bis zur Gegenwart mit großer Spielfreude und imponierte mit einem exakten harmonischen Orchesterklang. Noch lange nachdem der letzte Ton des „Locus iste“ von Anton Bruckner verklungen ist, lauscht das Publikum ergriffen schweigend.

Mit dem „Messias“ sei es Georg Fredrich Händel gelungen, ein Stück von Gottes Herrlichkeit einzufangen, führte Pfarrer Brüning das Publikum an den nächsten Beitrag des Posaunenchors heran. Der führte gemeinsam mit dem Gemischten Chor den Chorsatz „Denn die Herrlichkeit Gottes, des Herrn“ aus Händels weltberühmtem Oratorium auf. Die Sängerinnen und Sänger mussten dabei auf ihren Chorleiter Günter Retzlik verzichten, der alle Stücke mit dem Chor einstudiert hatte, krankheitsbedingt aber nicht zum Konzertabend kommen konnte. Für ihn übernahm kurzfristig Christian Henkel, der Vater von Uwe Henkel, den Taktstock.

Dass die Sänger und Henkel im Vorfeld nur einmal proben konnten, merkte man an diesem Abend aber nicht. Mal besinnlich wie bei „Tochter Zion“ und „Wir sagen euch an den lieben Advent“, mal beschwingt und heiter wie bei dem Spiritual „This little light of mine“ spannten die Sänger einen großen Bogen gern gehörter Weihnachtslieder und stimmten auf die Festtage ein. Beim „Let me light shine bright“ wippte mancher Zuhörer im Takt mit.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Besucher an die Anweisungen von Pfarrer Brüning gehalten und nicht applaudiert, doch am Ende des Spirituals klatschte das Publikum begeistert Beifall.

Weil es so schwierig zu singen ist, hört man das geistliche Wiegenlied „Schlaf wohl du Himmelsknabe“ von Karl Nenner eher selten. Dem Gemischten Chor gelang es mit der wundervollen Liebeserklärung an das neue geborene Christuskind, das Publikum auch mit sanften, leisen Tönen zu fesseln. Mit einem besonders langen Schlussapplaus, Bravorufen und stehenden Ovationen bedankte sich das Publikum bei den Musikern und den beiden Chorleitern. Mit einem gemeinsam gesungenen „Gloria in excelsis deo“ endete der musikalische Teil des Abends, der anschließend vor der Kirche mit Glühwein und Schmalzbrot fortgesetzt wurde.

von Karin Waldhüter

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