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Erfurtshäuser feiert Jubiläum als Priester

50 Jahre Erfurtshäuser feiert Jubiläum als Priester

Die Geschichte ist Wilhelm Gerlachs großes Hobby. Am Montag schreibt er selber welche: Dann hält er in Erfurtshausen einen Gottesdienst - fast genau 50 Jahre nach seiner Primiz an gleicher Stelle.

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Wilhelm Gerlach kümmerte sich vor seinem Abschied aus Momberg dort auch um Tauben.

Quelle: Archivfoto

Erfurtshausen. Am 17. April 1965 stand Wilhelm Gerlach erstmals als Pfarrer am Altar seiner Heimatkirche in Erfurtshausen. Am Ostermontag kehrt er um 14 Uhr dorthin zurück und zelebriert zunächst mit einem Festgottesdienst und dann mit einer Feier im Bürgerhaus seine goldene Primiz.

Die Nähe zur Kirche hat Gerlach bereits seit seiner Kindheit, in der er direkt neben dem Gotteshaus lebte. Von 1950 bis 1956 besuchte er auf Anraten des Pfarrers die Stiftsschule in Amöneburg. Dann wechselte er für drei Jahre an das Domgymnasium in Fulda. Nach dem Priester-Seminar an gleicher Stelle erhielt er am 10. April 1965 von Bischof Adolf Bolte die Priesterweihe. Danach wirkte er als Kaplan in Bad Sooden-Salmünster, Großauheim und Hofbieber sowie als Jugendseelsorger des damaligen Dekanates Salmünster.. „Als er nach neun Jahren als Kaplan beim Bistum Fulda sich erkundigte, wie es denn nun weitergehe, sagte man ihm: Wenn Sie sich nicht melden, bleiben Sie ein Leben lang Kaplan“, berichtet Werner Schmitt, der einst ein Buch über das Leben des Pfarrers verfasste und im Vorfeld der goldenen Primiz die Pressearbeit übernahm. Gerlach sei daraufhin aktiv geworden und habe sich auf Pfarrstellen beworben - bei der dritten erhielt er den Zuschlag und kam nach Momberg. Allerdings auf Umwegen: Bei seinem ersten Besuch verirrte sich der neue Pfarrer in den Nachbarort Wiera.

Hobbys: Geschichte und Kulturdenkmäler

34 Jahre lang blieb er dort. 29 Jahre lang erteilte er zweimal die Woche Religionsunterricht an der örtlichen Grundschule, sechs Jahre lang war er als Religionslehrer am Schwalmgymnasium in Treysa tätig. Zudem investierte er viel Zeit in seine Hobbys: die Geschichte und den Erhalt von Kulturdenkmälern. Noch heute schwärmen viele Momberger davon, wie der Pfarrer Anfang der 1990er Jahre Bürger aktivierte, um aus einem kleinen Wasserlauf einen kleinen Brunnen zu machen - den „Klauseborn“.

Mit Beginn seines Ruhestandes kehrte Gerlach in seine Heimat Erfurtshausen zurück, die trotz der vielen Jahre als Pfarrer an anderen Orten sein erster Wohnsitz blieb. Dort lebt der inzwischen 77-Jährige, der weiterhin seine Affinität zur Geschichte pflegt, auch heute noch. Er war bis zur Neuordnung der Dekanatsstruktur im Bistum Fulda stellvertretender Dechant des früheren Dekanates Amöneburg. Im Dezember 2007 ernannte ihn Bischof Heinz-Josef Algermissen zum Geistlichen Rat. Pfarrer Gerlach hilft weiterhin in der Seelsorge in Oberhessen mit.

Weitere goldene Priesterjubiläen im Ostkreis

Ebenfalls am 10. April 1965 durch Bischof Dr. Adolf Bolte im Fuldaer Dom zu Priestern geweiht wurden unter anderem:

- Karl-Josef Aschenbach, der nach der Priesterweihe als Präfekt der Stiftsschule Amöneburg und dann als Kaplan in der Christkönigspfarrei in Stadtallendorf tätig war. Nach Stationen in Hanau und Margretenhaun war er von 1995 bis 2005 Seelsorger in der Pfarrei St. Katharina in Stadtallendorf, ab 1998 auch in der dortigen Pfarrkuratie St. Michael. Von September 2005 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Juli 2010 arbeitete Pfarrer Aschenbach in der Seelsorge in den Pfarreien Liebfrauen in Marburg und St. Franziskus in Cappel mit.

- Peter A. Macht, der von September 1993 bis August 2008 Pfarrer in den Amöneburger Stadtteilen Mardorf und Erfurtshausen war, den Vorsitz des Caritasverbandes Marburg innehatte, als haupt- und nebenamtlicher Spätaussiedler-Seelsorger, als Gefängnisseelsorger und als Diözesan-Frauenseelsorger tätig war.

- Der in Emsdorf geborene Wunibald Jüngst, der als Pfarrer allerdings nie im Landkreis tätig war.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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