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Erbe führt Generationen zusammen

Bewegungsparcours für den Kirchhainer Annapark Erbe führt Generationen zusammen

Der Ostkreis kommt gemeinsam in Bewegung. Das ist zumindest die Intention einer Erblasserin, die ihr Vermögen über den Landkreis zu gleichen Teilen den Städten Stadtallendorf, Kirchhain, Neustadt, Rauschenberg und Amöneburg vermachte.

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Im Beisein zahlreicher Ehrengäste unternahmen Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner und der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern erste Stehversuche auf einem der neuen Trimmgeräte im Annapark. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Aus dem Erbe werden Bewegungsparcours in den genannte Städten finanziert, die auch für Erwachsene und Senioren geeignet sind. Der dritte Parcours dieser Art wurde gestern im Kirchhainer Annapark übergeben.

Thomas Nasemann erinnerte an die aus dem Sudetenland stammenden Eheleute Köhler. Diese hätten sich, wie so viele andere Heimatvertriebene, in Stadtallendorf niedergelassen, dort ein Haus gebaut.

Der ehemalige Steuerberater der kinderlosen Köhlers, der heute das Erbe Marianne Köhlers verwaltet, erzählte den Besuchern der Einweihungsfeier vom sparsamen Lebenswandel des Ehepaars, dass den großen Wunsch gehegt habe, der Gesellschaft etwas von bleibendem Wert zu hinterlassen. Etwas, das idealtypischerweise die Generationen an einem Ort zusammenzubringen, sagte der Steuerberater.

Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) zeigte sich dankbar über die Stiftung der Erblasserin, deren Andenken im Annapark als der guten Stube Kirchhains aufbewahrt werde. Der ehemalige Friedhof sei zwar noch immer eine Gedenkstätte, aber eine der freundlichen Art. Der Annapark sei Erholungsort für Spaziergänger und Ziel von Familien mit Kindern, die den Spielplatz stark frequentierten. „Wir freuen uns sehr, dass es jetzt weitere Geräte für die ältere Generation im Park gibt“, sagte Kirchner.

Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern sprach von einer nachahmenswerten Idee der Eheleute Köhler, der Allgemeinheit etwas zu hinterlassen. Marianne Köhler habe sich gewünscht, dass mit ihrem Geld etwas geschaffen werde, was die Generationen im Ostkreis zusammenführe. Die zündende Idee, die dieser Anforderung gerecht werde, habe schließlich Uwe Pöppler geliefert, sagte McGovern. Der angesprochene Kirchhainer CDU-Fraktionsvorsitzende und Fachbereichsleiter Familie, Jugend und Soziales sprach dagegen von einer gemeinsam entwickelten Idee.

Künftige Nutzersind begeistert

Zwei der künftigen institutionellen Nutzer waren gestern neben den Bürgermeistern Michael Emmerich (Rauschenberg), Thomas Groll (Neustadt) und Michael Richter-Plettenberg (Amöneburg) ebenfalls zugegen. Adelheid Sauer sprach für den Verein Burki, der in 35 Gruppen Bewegungssport und Reha-Sport anbietet. „Wir haben die geräte mit unseren Übungsleitern und einem Arzt getestet und wir sind restlos begeistert“, sagte sie. Burki werde mit einigen Gruppen das Bewegungstraining im Annapark aufnehmen.

Dankbar und erleichtert zeigte sich Klaus Reese. Die vor zwei Jahren gegründete Arbeitsgemeinschaft Bewegungsangebote für Senioren habe zwei Wünsche formuliert: Einen Bewegungsparcours und einen Bewegungsraum im Bürgerhaus. Beide Wünsche seien nun erfüllt, sagte der Turnabteilungsleiter. Der erfahrene Trainer bat die Gäste gleich zu einer kleinen Trainingseinheit und kündigte für das kommende Frühjahr eine offene Übungsstunde des TSV an Freitagen von 10.30 bis 11.30 Uhr an.

So wird Marianne Köhlers Erbe in den vier anderen Ostkreis-Städten umgesetzt:n Neustadt: Die Stadt hat ihren bereits bestehenden Bewegungsparcours im Bürgerpark mit dem Geld erheblich erweitert. n Amöneburg: Die Stadt baute im Stadtteil Mardorf den Kinderspielplatz in der Kellmarkstraße zum Mehrgenerationen-Spielplatz aus. n Rauschenberg: Die Planungen für die Gestaltung des Außengeländes für das Gemeinschaftshaus Kratz‘sche Scheune liegen vor. Dort entsteht ein Kinderspielplatz mit integriertem Bewegungsparcours und direktem Zugang zum Altenheim Haus Rauschenberg. n Stadtallendorf: Voraussichtlich im Frühjahr 2014 wird zwischen den Altenheimen AWO-Altenzentrum und dem Altenpflegeheim St. Bonifatius ein Parcours errichtet.

von Matthias Mayer

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