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Energiegenossen setzen Kampf für ihr Projekt fort

Energiewende Energiegenossen setzen Kampf für ihr Projekt fort

Im Bürgerhaus macht sich nach der Versammlung Aufbruchsstimmung breit: "Wir werden nicht aufgeben", betont Dr. Bernhard Traulich vom Vorstand der Mardorfer Nahwärmeinitiative.

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Lothar Gockel (Zweiter von rechts) und Andreas Bauer (vorn) unterschreiben bei Willi Rhiel von der Nahwärmeinitiative einen Genossenschaftsvertrag.Foto: Karin Waldhüter

Mardorf. Vor der Veranstaltung zählte die Bioenergiegenossenschaft 76 Mitglieder - drei Stunden später sind es über 90. Zwei der „Neuen“ sind Lothar Gockel und Andreas Bauer. „Ich habe noch mit der Unterschrift gewartet, weil ich noch mehr Informationen sammeln wollte“, erklärt Gockel, der zu 210 Bürgern gehörte, die während der Befragung zur Machbarkeitsstudie Interesse an Nahwärme gezeigt hatten - ein Großteil war der Genossenschaft dann jedoch nicht beigetreten (die OP berichtete).

Während der Bürgerversammlung beleuchtete Landrat Robert Fischbach in einer motivierenden Rede die Bedeutung der Bioenergiedörfer aus regionalpolitischer Sicht und hob die Stärkung des ländlichen Raums hervor, die solche Projekte bewirkten. Oliver Berghamer vom Ingenieurbüro Berghammer und Penzkofer erläuterte das Potenzial des Mardorfer Vorhabens anhand von Zahlen. Rolf Beuermann, Walter Fürstenberg und Bernd Riehl aus Schönstadt und Erfurtshausen beeindruckten mit ihren Erfahrungsberichten aus Bioenergiedörfern oder solchen, die sich auf dem Weg befinden. In Reimform warb Beuermann nachdrücklich dafür, die Chance zu nutzen, um sich von Öl und Ölpreis unabhängig zu machen.

Skeptiker bleiben stumm

Eine Machbarkeitsstudie hatte für Mardorf grünes Licht für ein zehn Kilometer langes Nahwärmenetz mit mehr als 200 Anschlüssen gezeigt. Nach der Gründung der Bioenergiegenossenschaft erreichten die Mardorfer trotz intensiver Arbeit, vieler persönlicher Gespräche, einer Sprechstunde im Gemeenshaus und dem Angebot von fachlicher Beratung die erforderliche Zahl von 210 Genossenschaftsmitgliedern bisher jedoch nicht.

„Wir wollen bis Ende der Woche das Verfahren offen halten, dann einen Schlussstrich ziehen, um mit den dann feststehenden Zahlen neu zu rechnen und schauen, was machbar ist“, erklärt Dr. Bernhard Traulich vom Vorstand der Nahwärmeinitiative. Das beauftragte Ingenieurbüro wird die neuen Berechnungen übernehmen. Dann folgt eine Generalversammlung. Er selbst sei vom Widerstand im Dorf, den er nicht habe lokalisieren können, überrascht worden, betont Traulich und sagt: „Die Situation ist für uns schwierig, aber wir werden nicht aufgeben.“ Die Genossen wählten den 30. September als Stichtag, weil dann die ersten Planungsaufträge vergeben werden müssen, um die Realisierung des Nahwärmenetzes bis zum Beginn der Heizperiode 2014 umzusetzen.

Kritische Stimmen wurden während der Versammlung nicht laut. „200 ist unser Ziel, daher gehen wir auch noch einmal in den Straßenkampf“, gab sich Willi Rhiel von der Nahwärmeinitiative kämpferisch. Auch eine Diskussions- und Fragerunde drehte sich nur um Mitgliedschaften und gegebenenfalls Kündigungen, Fördergelder und das weitere Vorgehen.

„Die Stadt steht hinter dem Projekt“, unterstrich Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg und sicherte Unterstützung zu. Die Stadtverordneten haben bereits geschlossen zugestimmt, alle kommunalen Gebäude Mardorfs an das Nahwärmenetz anzuschließen.

„Es rechnet sich für die Gemeinschaft und für jeden Einzelnen. Tragen sie die Idee in die Nachbarschaft“, gab Traulich den Besuchern mit auf den Heimweg und betonte: Wer sich erst später für einen Anschluss entscheidet, der müsse mit höheren Kosten rechnen.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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