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Ende des alten Teiches rückt näher

Stadtplanung Ende des alten Teiches rückt näher

In der Bauausschuss-Sitzung ist eine Entscheidung darüber gefallen, wie es mit dem Gelände rund um die Teichanlage Iglauer Weg in Stadtallendorf weitergeht. Statt der Wasserfläche gibt es eine Rasenmulde.

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Die Teichanlage am Beginn des Iglauer Weges wird aller Voraussicht nach eingeebnet. Dort entsteht dann eine Rasenfläche mit einer kleinen Vertiefung, der Rasenmulde.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Ein lange und teilweise heftig diskutiertes Thema - die Neugestaltung der Anlage rund um den früheren Löschteich im Iglauer Weg - steht nunmehr vor der Entscheidung. Am Schluss stehen zwei Varianten in der Auswahl, eine gestaltete, verkleinerte Teichanlage oder eine parkähnliche Anlage mit einer Rasenmulde.

Die Verwaltung hat den Arbeitsauftrag des Stadtparlaments schnell umgesetzt und die Sparpotenziale für beide Varianten ermittelt. Ergebnisse gab es am Mittwochabend in der Bauausschuss-Sitzung. Susanne Fritsch und Klaus Hütten von der Bauverwaltung stellten die Ergebnisse vor. Und dabei ging es beinahe ausschließlich um das Geld. Die ursprünglichen Varianten hatte ein Planungsbüro entwickelt, dessen Kostenschätzungen und Vorstellungen waren der Mehrheit im Stadtparlament aber deutlich zu teuer.

Die Ausgangslage: Im ursprünglichen Entwurf sollte die Variante Rasenmulde netto 395000 Euro kosten. Bei Verzicht auf den kleinen Spielplatz, Beleuchtung, Sitzmöbel und befestigten Wegen und weiteren Gestaltungselementen stünde am Ende eine Summe von 250000 Euro. Fritsch, Hütten und Bürgermeister Christian Somogyi machten klar, dass ­Beleuchtung und in Asphalt gestaltete Wege aber eigentlich unverzichtbar seien. Vorweg ­gesagt, die Ausschuss-Mitglieder sahen das genauso. Die Unterhaltungskosten einschließlich Abschreibungen lägen bei rund 20000 Euro (4000 Euro weniger als ursprünglich vorgesehen).

Variante mit Teich: Auch dort hatte die Verwaltung alle­ nur denkbaren Komponenten ­herausgerechnet, analog zur Rasenmulde.

Teich hat rund 700 Quadratmeter Wasserfläche

Das Netto-Ergebnis ohne Lampen und in Asphalt gehaltenen Wegen läge netto bei 343000 Euro, die Unterhaltungskosten mit Abschreibungen bei knapp 27000 Euro. Offen blieb am Abend, wie groß der Teich ausfiele. Gestern lieferte Klaus Hütten diese Zahl auf Nachfrage der OP nach: Der Teich hätte eine Fläche von rund 700 Quadratmetern laut der Planung.

Die Debatte fiel am Mittwoch bis auf kleinere verbale Spitzen sachlicher aus als bei früheren Sitzungen zu dem Thema. Schnell zeichneten sich zwei Lager ab. CDU und SPD als die beiden Großen im Bunde hatten sich in ihren Fraktionen aufgrund der Vorlagen schon auf die Rasenmulden-Variante eingestimmt.

Mehrheit war für einfache Sanierung mit Wasserfläche

FDP, Bürgerunion (BUS) und Bündnis 90/Die Grünen argumentierten hingegen aus mehreren Gründen für die Teichvariante. Bei der CDU gab es in der montäglichen Fraktionssitzung eine Vorfestlegung. Nachdem die Verwaltung den Vorschlag machte, in jedem Falle Beleuchtung und Asphalt mit vorzusehen, holte sich Vorsitzender Hans-Georg Lang noch einmal in einer Pause ein Votum der übrigen Christdemokraten im Ausschuss ein. Die einfache Asphaltausführung wird zusätzlich mit noch einmal 44000 Euro, die Beleuchtung mit rund 30000 Euro einschließlich Kabeln zu Buche schlagen. Beides schlägt sich auch auf die Folgekosten durch.

Werner Hesse (SPD) machte klar, dass seine Fraktion nicht bereit sei, die Mehrkosten für eine Wasserfläche mitzutragen, die Folgekosten lägen dann etwa 15000 Euro höher. „Und dieses Geld müssten wir vom Bürger nehmen“, so sein Fazit.

Winand Koch von der FDP erinnerte daran, dass bei der Infoveranstaltung im Februar ein Meinungsbild eingeholt worden sei. Und dabei habe es eine Mehrheit für eine einfache Sanierung mit Wasserfläche gegeben. „Wenn die Verwaltung Bürger befragt, muss sie sich eigentlich an das Gewünschte halten“, sagte Koch. Er legte das Angebot eines Unternehmens vor, das ein Anwohner eingeholt hatte. Es schließt mit der Summe von 200000 Euro für eine Sanierung. Wichtig ist bei allem der Zustand der Uferbefestigung und einer Stützmauer.

Zuschuss nur für Umgestaltung

Beides ist in bedenklichem Zustand (die OP berichtete). Für eine Neugestaltung des Teiches gibt es einen Zuschuss von 120000 Euro aus dem Programm Soziale Stadt, bei einer reinen Sanierung allerdings nicht.

Bernt Klapper von den Bündnisgrünen begrüßte zunächst, dass man sich von „Luxusplanungen“ verabschiedet habe. Er stellte den ökologischen Wert der historischen Wasserfläche heraus. Manfred Thierau (BUS) hob ebenfalls nochmal die Bedeutung der damaligen Befragung hervor.

Er argwöhnte, dass sich abermals die beiden großen Fraktionen gegen die drei kleineren durchsetzen wollten. „Kostengründe akzeptiere ich bei diesem Thema überhaupt nicht“, so sein Plazet für einen neuen Teich. Am Ende war das Ergebnis klar: CDU und SPD sind für die Variante Kleiner Park mit Rasenmulde. Die drei anderen Fraktionen pro Teich. Die Arbeiten sollen im nächsten Jahr stattfinden.

Der Magistrat hatte sich ebenfalls für die Variante Rasenmulde ausgesprochen. Nach dem Votum des Ausschusses wird er dies auch dem Stadtparlament so empfehlen. Das Stadtparlament tagt am 14. Juli ab 19.30 Uhr im Sitzungssaal neben der Stadthalle.

von Michael Rinde

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