Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Emsdorf kann Brieftauben abschaffen

Sanierungsprojekt Emsdorf kann Brieftauben abschaffen

Fast genau ein Jahr nach dem ersten Spatenstich erfolgte die feierliche Freigabe der sanierten Kreisstraße 14 zwischen Emsdorf und Kirchhain. Die reine Bauzeit betrug neun Monate.

Voriger Artikel
"Esel" leiten den Jugendraum
Nächster Artikel
Eine Altlast und kleinere Investitionen

Das Aufgebot der Prominenz, die das Band zur symbolischen Freigabe der Kreisstraße durchschnitt, war groß.Foto: Lerchbacher

Kirchhain. „Straßen sollen Menschen verbinden“, sagte Bürgermeister Jochen Kirchner am Donnerstag während der Freigabe der Kreisstraße. Besonders ein Mittelzentrum wie Kirchhain sei auf diese verbindende Wirkung angewiesen. „Wenn ein großer Stadtteil wie Emsdorf abgeschnitten ist, dann ist dies keine gute Sache“, erklärte er und stellte heraus, dass es gleich doppelten Grund zur Freude gebe: Zum einen sei die Zeit der Umleitung vorüber, zum anderen komme Emsdorf der Versorgung mit schnellem Internet Dank der Verlegung von Leerrohren für Breitbandkabel näher. Besonders der Fußballverein werde dies gerne sehen, da dieser seine Daten nicht schnell genug an den Hessischen Fußballverband übermitteln könne und schon oft Strafe zahlen musste, berichtete das Stadtoberhaupt und verkündete: „Die Brieftauben können wir abschaffen.“ Und das, obwohl die Breitbandkabel noch lange nicht in den Leerrohren liegen.

Robert Fischbach erinnerte an die Vorbereitung des Sanierungsprojektes mit der Hoffnung, ohne ein Planfeststellungsverfahren auszukommen. Bürger hätten dafür „kleine Fitzelchen“ ihres Eigentums abgeben müssen, sagte der Landrat und sprach von Flächen von maximal 100 Quadratmetern. Die Bürger hätten jedoch nicht mitgespielt, wodurch das Planfeststellungsverfahren letztlich doch notwendig geworden sei. „Aber gut Ding will Weile haben“, fasste er zusammen und wandte sich Hessens Verkehrsstaatssekretär Steffen Saebisch zu, mit dem er scherzhaft über den Tausch von Landes- und Kreisstraßen schacherte.

Kosten: 3,7 Millionen Euro

„Die Ampel steht auf Grün“, sagte der Landrat über die Kreisstraße, woraufhin Saebisch entgegnete: „Angesichts der Geschehnisse in Wiesbaden fühle ich mich fast schon provoziert zu sagen: Nicht jede Ampel ist eine Hilfe.“ Anschließend stellte er die Bedeutung von Straßen heraus: „Sie sind ein wichtiger Beitrag zur Attraktivität des ländlichen Raums.“

Seit November 2012 hatte Hessen Mobil im Auftrag des Landkreises Marburg-Biedenkopf die Kreisstraße 14 auf einer Länge von 3,8 Kilometern unter Vollsperrung saniert. Dies war erforderlich, weil Unebenheiten, Risse und zahlreiche Flickstellen den Zustand beeinträchtigten und die Straße zudem mit Fahrbahnbreiten von 4,20 bis 4,70 Meter sehr eng und kurvenreich war. Im Zuge der Sanierung wurde die Fahrbahn auf 5,50 Meter, in Kurvenbereichen sogar auf bis zu 6,33 Meter verbreitert. Damit soll das Unfallrisiko bei Gegenverkehr deutlich reduziert werden. Auch der Anschluss der Kreisstraße 93 „wurde optimiert“, wie es in der Pressemeldung heißt, und auf einer Länge von 50 Metern an die neue Fahrbahn der Kreisstraße 14 angepasst. Die Kosten für Straßen- und Landschaftsbau sowie den Grunderwerb summieren sich auf 3,7 Millionen Euro. Das Land unterstützte den Landkreis mit Fördermitteln in Höhe von 70 Prozent - also rund 2,6 Millionen Euro.

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis
Von Redakteur Florian Lerchbacher

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr