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Emmerich fühlt sich wohl in neuer Rolle

Rathaus Emmerich fühlt sich wohl in neuer Rolle

18 Jahre lang saß Manfred Barth auf dem Stuhl des Bürgermeisters. Seit dieser Woche ist Michael Emmerich Rauschenbergs Rathauschef - und kommt damit sehr gut zurecht.

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Langsam aber sicher richtet sich Michael Emmerich im Zimmer des Bürgermeisters von Rauschenberg ein.Foto: Florian Lerchbacher

Rauschenberg. „Die ersten Tage waren sehr interessant“, sagt Michael Emmerich (CDU) über seine Premierenwoche als Rathauschef: „Es blieb wenig Zeit zum Einarbeiten - die aktuellen Themen nahmen mich sofort ein. Es ist aber auch gut, sich direkt mit der Materie intensiv zu beschäftigen.“ Die erste „echte“ Amtshandlung war ein Ortstermin auf der Großbaustelle in Schwabendorf, bei dem es vornehmlich um „Kleinigkeiten, die noch anstehen“ ging. Ziel sei, das Projekt in vier bis sechs Wochen abzuschließen: „Die Baufirma hat allerdings zu bedenken gegeben, dass es zwei frostfreie Wochen geben muss, ehe sie den Asphalt auf die Ortsdurchfahrt auftragen kann.“

Vor dem Ortstermin stand jedoch zunächst ein gemeinsames Frühstück der städtischen Angestellten an, um sich „zu beschnuppern und näher kennenzulernen“, berichtet Emmerich und ergänzt: „Eigentlich kannte ich sie ja schon durch meine zwölf Jahre als Ortsvorsteher. Aber es ist natürlich nun eine andere Situation.“

Das Arbeitsklima sei gut. Größter Unterschied zu seiner vorherigen Stelle als Hauptamtsleiter in Münchhausen sei, dass er nun nicht mehr Kollege sondern Chef sei. Wichtig sei ihm die Kommunikation - sowohl intern als auch nach Außen: „Die städtischen Mitarbeiter sollten über möglichst viele Themen informiert sein - aber auch die Bürger sollen jederzeit Informationen erhalten können.“

Eine Veränderung der Bürger im Verhalten ihm gegenüber hat er seit Amtsantritt nicht festgestellt. Ein Mann sei jedoch verwundert gewesen, ihn statt Manfred Barth im Zimmer des Stadtoberhauptes anzutreffen und habe gesagt „Sie sind doch nicht der Bürgermeister!?“ Oh doch, das ist Emmerich sehr wohl. Der Bürger nahm dies hin und der neue Rathauschef die Geschichte mit Humor.

Ernst wird er indes beim Blick zurück auf den Rückzug von Michael Vaupel aus dem Magistrat: „Das ist natürlich schade, da er jahrzehntelange Erfahrung hat. Es ist aber seine Entscheidung - und die muss ich akzeptieren.“ Zu den „Nachwehen“ der Bürgermeisterwahl will er sich derweil weiterhin nicht äußern.

Stattdessen richtet Emmerich seinen Blick nach vorne: Stets ein Thema bleibt die Kratz‘sche Scheune, dessen Dach zum Ende der kommenden Woche wieder dicht sein soll. Außerdem will der Bürgermeister das Thema Windenergie weiter vorantreiben: „Nachdem die Fläche ,Roter Küppel‘ nun im Teilregionalplan steht, wollen wir sie auch dementsprechend als Vorrangfläche für Windenergie ausweisen.“ Es gelte nun, Gutachten einzuholen - der Bau von Windkraftanlage könne daher frühstens 2015 beginnen. Wenn es überhaupt so weit kommen soll, wie Emmerich einwirft: „Das richtet sich natürlich auch nach der Entwicklung im Bund. Wenn es zu weiteren Kürzungen kommt, wäre Windenergie nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben - und das wäre nicht gut.“ Er halte es für sinnvoll, vor Ort Energie zu erzeugen und zu nutzen. Und das nicht nur, weil der Bürgermeister stets auf der Suche nach neuen Einnahmequellen für die Stadtkasse suchen muss.

Als weiteres zentrales Thema seiner Arbeit sieht Emmerich „Maßnahmen der Bauleitplanung“ an. Genauer gesagt will er die Ausweisung eines Baugebietes in Schwabendorf und die Schaffung von Bauplätzen in Bracht und der Siedlung vorantreiben. Hintergrund sind die Sorgen um die Grundschule Bracht, die vor der Schließung steht, sowie die Hoffnung auf Neuansiedlung von jungen Familien: „Wir müssen die vielen positiven Punkte wie die hervorragende Infrastruktur von Bracht oder das rege Vereinsleben nach Außen betonen“, sagt er und ergänzt: „Das ist ein Teil des Stadtmarketings.“

„Bisher ist alles gut“, freut er sich und hebt hervor, sehr gut im Rathaus aufgenommen worden zu sein: „Ich weiß aber sehr wohl, dass nicht jeder Tag meiner Amtszeit rosig enden wird. Das muss man aber einkalkulieren, wenn man sich für den Beruf des Bürgermeisters entscheidet.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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