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Eisengießerei Winter schafft sich Platz

Rodungsaktion Eisengießerei Winter schafft sich Platz

Auf dem Gelände der Eisengießerei Fritz Winter sind zahlreiche Bäume gefallen. Das Unternehmen braucht Platz für Zukunftspläne, die möglicherweise schnell Realität werden könnten.

Stadtallendorf. Dass sich bei der Eisengießerei Winter etwas Besonderes tun könnte, ist am Donnerstag auch Anliegern aufgefallen. „Was macht Winter da“, fragte gestern Morgen ein Anrufer in der OP-Redaktion wissbegierig. Das Stadtallendorfer Traditionsunternehmen hatte am Donnerstag mit Rodungsarbeiten auf seinem Gelände begonnen. Sie dauern bis Ende Februar.

Gemessen am gesamten Werksgelände der Eisengießerei Winter geht es um eine vergleichsweise kleine Waldfläche von 8000 Quadratmetern, die das Unternehmen am Donnerstag roden ließ. „Sie macht gerade einmal zwei Prozent unseres Areals aus“, erläutert Rolf Süßmann, bei Winter für die Produktionsplanung verantwortlich.

Angesichts der gesetzlichen Vorschriften musste sich das Unternehmen mit dem Fällen etwas beeilen. Denn nur bis Ende Februar sind Baumrodungen in Hessen erlaubt. Doch was plant Winter auf dem freigewordenen Gelände, das räumlich an das Werk von Ferrero angrenzt und sich in unmittelbarer Nähe der Hauptverwaltung und der Trafostationen befindet? Der Vorsitzende der Geschäftsleitung Jörg Rumikewitz spricht von „planerischer Baufreiheit“, die sich das Unternehmen schaffen wolle, um für die Zukunft gewappnet zu sein.

Konkret geht es um Investitionen in die Infrastruktur innerhalb des Unternehmens. Rumikewitz und Süßmann betonen aber auch, dass es bei Winter noch keinerlei Entscheidungen über den Umfang der Zukunftsinvestitionen gegeben hat. Deshalb will das Unternehmen zum jetzigen Zeitpunkt auch noch keine Details nennen. „Alles hängt von der konjunkturellen Entwicklung ab. Falls es notwendig wird, wollen wir schnell investieren können, was dann auch ein klares Bekenntnis zu unserem Standort Stadtallendorf sein wird“, sagt Rumikewitz. Und er betont im Nachsatz auch gleich, dass es auf keinen Fall zu Verschlechterungen bei der Luft- und Lärmsituation für die Winter-Anlieger kommen werde.

Millionenbetrag für Umweltinvestitionen

In den vergangenen zehn Jahren hat die Eisengießerei nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag investiert, um Auflagen zu erfüllen und die Vorgaben der „Technischen Anleitungen Luft und Lärm“ zu erfüllen. Winter kann Platz in diesem Teil seines Werksgeländes in jedem Falle gebrauchen, will das Unternehmen beispielsweise den Lkw-Verkehr im Werk entzerren, wie Süßmann erläutert. „Natürlich merkt man den Lkw-Verkehr nicht nur vor dem Werkstor“, sagt der Investitionsplaner des Unternehmens.

Das Unternehmen wird für die gerodeten Bäume Ersatzflächen innerhalb des Stadtallendorfer Stadtgebietes schaffen, wo genau ist noch nicht klar. „Uns war es auch wichtig, so zu planen, dass ein Teil der Bäume als Grüngürtel stehenbleibt“, sagt Rumikewitz. Winter hatte die Stadt Stadtallendorf über Rodung und Zukunftsabsichten zuvor eingehend informiert. „Alle Magistratsmitglieder stehen dem positiv gegenüber, da gibt es unsererseits eine klare Position“, erläutert Stadtallendorfs Bürgermeister im Gespräch mit der OP.

Es gehe um Entscheidungen für „morgen und übermorgen“ und damit auch um die Sicherung von Arbeitsplätzen - und nicht zuletzt auch um Gewerbesteuer-Einnahmen für die Stadtkasse. Nach jüngsten Angaben beschäftigt die Eisengießerei Fritz Winter aktuell rund 3700 Mitarbeiter.

von Michael Rinde

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