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Einst Befürworter, nun eher Skeptiker

Treffpunkt Einst Befürworter, nun eher Skeptiker

Die Mitglieder des Bauausschusses sind besorgt, dass sich nicht genug Freiwillige finden, die Zeit und Muskelschmalz in die Sanierung des Treffpunktes Rüdigheim investieren.

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Die Kirchengemeinde soll Träger des Treffpunkts werden – nach der Sanierung.Foto: Lerchbacher

Rüdigheim. „Unsere Bedenken haben sich die Rüdigheimer selbst zuzuschreiben“, sagte Peter Greib (AWG) am Montag im Bauausschuss während einer Diskussion rund um die Sanierung des Treffpunktes und ergänzte: „Ich war einer der größten Befürworter des Projektes, aber während der Bürgerversammlung ist die Stimmung gekippt.“

Ende Januar hatte Stadtverordnetenvorsteher Stefan Heck die Veranstaltung im Treffpunkt einberufen (die OP berichtete). Zunächst äußerten sich damals die Kritiker des Projektes, erst später meldeten sich auch die Befürworter zu Wort - allerdings erst, als den Fraktionsvorsitzenden eine gewisse Verunsicherung anzumerken war.

Und die ist bis heute geblieben. Nicht einmal der Hinweis von Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg, dass die Rüdigheimer einen eigenen Bauausschuss gegründet hätten, der die erforderlichen Eigenleistungen bei dem 240000-Euro-Projekt koordiniert, sorgte für Beruhigung. Er habe Bedenken, erklärte Ausschussvorsitzender Rudi Rhiel. „Wir wissen noch nicht, wer diese Eigenleistungen erbringt“, sagte Jan-Gernot Wichert (CDU), als der Bauausschuss der Stadtverordneten die Überlassungsverträge zu Treffpunkt und Jugendheim beriet.

Diese sind ein wichtiger Bestandteil des Großprojektes: Die Stadt will von der Kirchengemeinde die Verantwortung über das Jugendheim übernehmen, die Kirchengemeinde soll im Gegenzug Träger des Treffpunktes werden. Zehn Jahre sollen diese Vereinbarungen gelten: Die für das Jugendheim beginnt sofort nach der Unterzeichnung durch Vertreter der Stadt und der Kirchengemeinde, die für das Gemeinschaftshaus laut Überlassungsvertrag nach der Sanierung und der Erweiterung des Gebäudes.

An diesem Passus störten sich Wichert und Fraktionskollege Reinhold Franke: „Wir wollen also mit Verträgen Fakten schaffen. So wie ich das sehe, beinhaltet der eine Vertrag einen Zustand, der noch nicht da ist“, betonte Franke. Wichert fragte, was denn passiere, wenn die Eigenleistung der Rüdigheimer ausbleibe: Ob der Passus im Vertrag dazu führen könne, dass die Kirchengemeinde den Anspruch an die Stadt stellen werde, dass sie ein saniertes Gebäude zur Verfügung gestellt bekommen wolle. „Das ist relativ fiktiv. Wieso so misstrauisch? Die Eigenleistung wird kommen“, entgegnete Richter-Plettenberg und kommentierte im weiteren Verlauf der Sitzung: „Die Rüdigheimer stehen hinter dem Projekt und werden mitziehen.“ Dem pflichtete Otmar Graf (CDU) bei: „Der Baubeginn wird kommen - das haben wir ja schon beschlossen. Daran hat die Feuerwehr auch ein großes Interesse - sie ist ein großer und aktiver Verein und wird die Eigenleistungen vorantreiben.“

Die Überlassungsverträge liegen nach Angaben des Bürgermeisters derzeit beim Generalvikariat in Fulda. Bis zur Stadtverordnetenversammlung am Montag (19.30 Uhr, Bürgerhaus Mardorf) würden sie wohl nicht unterschrieben zurückgesendet - er habe aber die Zusage, dass es keine grundlegenden, sondern höchstens noch für Juristen relevante „redaktionelle Veränderungen“ geben werde.

„Wir gehen davon aus, dass die Sanierung gelingt. Wenn nicht, dann passiert gar nichts und die Kirche hat keine Ansprüche an uns“, fasste Winfried Kaul (SPD) zusammen und befürwortete eine Beschlussempfehlung für die Überlassungsverträge. Dem schlossen sich drei Ausschussmitglieder an - lediglich Greib enthielt sich der Stimme. Er wolle sich bis zur Stadtverordnetenversammlung noch einmal in Rüdigheim umhören und ein Stimmungsbild einholen.

n Der für die Erweiterung notwendige Ankauf einer Fläche von der Kirchengemeinde ist laut Bürgermeister in trockenen Tüchern: „Die Unterlagen liegen beim Notar.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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