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Einige Brandwohnungen müssen gesichert werden

Stadtallendorfer Einige Brandwohnungen müssen gesichert werden

Die Spendenbüchsen der Stadt mussten bei einer Veranstaltung für die Betroffenen der Brandkatastrophe vom 17. März zwischendurch geleert werden, so groß war die Hilfsbereitschaft.

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Eine Frau vom Helferteam sortierte am Sonntag gespendete Kleidung. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Wenige Meter vom Jugendzentrum entfernt standen Feuerwehrfahrzeuge. Auf dem Rasen waren Hüpfburgen aufgebaut, im Hof wurde gegrillt. Es war kein Fest, es war eine Veranstaltung zugunsten der Brandopfer aus dem Haus In der Spaltanlage 1a. Einige Betroffene waren selbst ins Jugendzentrum gekommen, auch, um sich dort noch einmal gespendete Kleidung abzuholen. Hinzu kamen während der etwa drei Stunden zahllose Besucher, die auch helfen wollten.

Organisiert hatte dies das Team rund um Tobias Kindermann, Nadine Schneider, Katrin Ullmer und Sebastian Habura gemeinsam mit weiteren Helfern und mit Hilfe der Stadt wie auch von Sponsoren. „Die Betroffenen sind bei allem, was sie erleben mussten, einfach nur dankbar“, sagte Kindermann im Gespräch mit dieser Zeitung. Ein 58 Jahre alter Mann aus Polen, der seit 10 Jahren in Stadtallendorf gearbeitet hatte, war nach dem Brand an einer Rauchgasvergiftung gestorben. Seine Witwe und ihr Sohn nahmen kurz an der Veranstaltung teil, führten einige Gespräche und waren auch bei einer Gedenkminute anwesend, zu der Bürgermeister Christian Somogyi aufgefordert hatte. Weitere fünf Bewohner erlitten Verletzungen und werden zum Teil im Krankenhaus behandelt.

An diesem Nachmittag waren Stadtallendorfer Feuerwehrleute und Mitglieder von Rettungsdienst und Polizei Gäste. Sie waren am vergangenen Dienstag im Einsatz, um bei dem folgenreichen Brand zu retten, zu löschen und zu helfen. „So eine Resonanz haben wir noch nie erlebt“, sagt Uwe Wiegand. Er ist stellvertretender Wehrführer in der Kernstadt. In persönlichen Gesprächen und vor allem über das soziale Netzwerk Facebook gab es enorme Anerkennung für alle Rettungskräfte, insbesondere für die freiwillige Feuerwehr. Mit Hilfe des Kriseninterventionsdienstes, besonders ausgebildeten Seelsorgern und Psychologen, haben die Einsatzkräfte das Erlebte nachbereitet. „Die Dankbarkeit und das Lob tun allen gut“, sagt ein Feuerwehrmann gegenüber der OP. Kleidungsspenden werden inzwischen nicht mehr benötigt, die Betroffenen seien jetzt gut versorgt. Im Jugendzentrum lagen am Sonntag immer noch Tische voller Anziehsachen, die gleich nach dem Unglück gespendet wurden. „Sie werden einem rumänischen Waisenhaus zugutekommen“, kündigte Kindermann an.

Somogyi erwähnte die Wohnungsangebote der Firma Ferrero und der Siedlungsgenossenschaft Herrenwald. Die Wohnungen werden gebraucht, auch wenn die meisten Opfer des Brandes zunächst bei Verwandten unterkamen. Eine alleinerziehende Mutter mit drei Kindern soll schon bald umziehen. Nur die wenigsten Hausbewohner hatten ihren Hausrat nach Eindruck der Stadtverwaltung versichert, was ihnen bleibt, wissen sie noch nicht.

Bis gestern Nachmittag waren an Barspenden rund 8400 Euro eingegangen. Das Geld werde nun auf einem Konto der Stadt verwahrt, erklärte Stadtjugendpfleger Walter Mengel. Über die Verwendung dieses Geldes und einer weiteren Spende werde gemeinsam mit den Initiatoren der Sammel- und Hilfsaktion jetzt beraten. Angekündigt ist außerdem eine Spende von 10000 Euro eines Unternehmens. Gestern untersuchten Mitarbeiter der Bauaufsicht des Landkreises erstmals Teile des Brandhauses. „Bei einigen Wohnungen sind Sicherungsmaßnahmen wie beispielsweise Abstützungen nötig“, erklärte Dr. Markus Morr, Sprecher der Kreisverwaltung. Weitere Begutachtungen stehen noch aus. „Genaueres werden wir erst Ende der Woche sagen können“, schätzt Morr.

Die Hotline 06428/707-222, wo auch Spendenkonten genannt werden, bleibt weiterhin während der Dienstzeiten der Verwaltung geschaltet. Bürger, die Möbel spenden wollen, werden gebeten, sich dort registrieren zu lassen. „Wir kommen dann auf Spender zu, wenn wir wissen, was genau gebraucht wird“, sagte Somogyi.

von Michael Rinde

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