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Einen Alleingang wird‘s nicht geben

Stadtallendorfer Windpark Einen Alleingang wird‘s nicht geben

Die Idee, auf dem Hopfenberg einen kommunalen Windpark zu errichten, ist sechs Jahre alt. Wann die Idee umgesetzt werden kann, steht immer noch nicht fest.

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Die Erksdorfer Windräder stehen neben der Überlandleitung. Im Hintergrund rechts könnte der Stadtallendorfer Windpark mit privater Beteiligung entstehen. Foto: Matthias Mayer

Stadtallendorf. Uwe Volz von der Stadtverwaltung berichtete dem Stadtallendorfer Bauausschuss von dem Werdegang der schier unendlichen Geschichte. Bürgermeister Christian Somogyi stellte fest, „dass es Entwicklungen gab, die von der Stadt nicht beeinflussbar waren“. Er kündigte an, alle bisherigen Ergebnisse während einer Sondersitzung vorzulegen.

Uwe Volz stellte zunächst den Grundgedanken hinter der Idee vor. Ziel sei es, einen Windpark zu entwickeln, dessen Wertschöpfung weitgehend in der Stadt bleibe, der den Bürgern eine lohnenswerte Beteiligung an den Windenergieanlagen ermögliche.

Diese Option gab es beispielsweise für den Erksdorfer Windpark nicht. Die Erksdorfer müssen die optischen und akustischen Beeinträchtigungen durch den Windpark ertragen, von den Erträgen profitieren ausschließlich die Investoren.

Der geplant Windpark auf dem 328 Meter hohem Hopfenberg soll in Sichtweite der ineinander übergehenden Windparks Erksdorf und Speckswinkel entstehen - nahe der geplanten Trasse der Autobahn 49.

Dort, wo die Autobahn aus Richtung Norden kommend eines Tages einen großen Linksbogen beschreiben soll, ist Platz für fünf Windräder, wie Uwe Volz berichtete. Vier Windkraftanlagen können in der Gemarkung Stadtallendorf, eine Anlage auf Neustädter Gebiet an der Gemarkungsgrenze in Höhe der Wüstung Trugelrode entstehen. Der Bau der Anlagen sei dort sowohl aus Sicht der Regionalplanung als auch mit Blick auf die Windhäufigkeit möglich, erklärte der Fachmann.

Auf dieser Grundlage sei die Stadt methodisch an die weitere Planung herangegangen. Dazu gehörte zunächst die Feststellung der Eigentumsverhältnisse. Die fragliche Fläche teilen sich die Stadt Stadtallendorf, die Stadt Neustadt, die Waldinteressenten Erksdorf und 35 private Waldbesitzer. Die Flächenakquise folgte. „Ende 2016 hatten wir 95 Prozent gesichert“, berichtete Uwe Volz.

Rahmenbedingungen haben sich verändert

Es gab aber auch schlechte Nachrichten. Eine Große Bartfledermaus wurde in der Nähe des potenziellen Windparks gesichtet. Die Gegenwart dieser seltenen Art gilt als K.-o-Kriterium für einen Windpark, wie Uwe Volz erläuterte. Untersuchungen hätten schließlich ergeben, dass das Tier im Herrenwald beheimatet ist und nicht auf dem Hopfenberg. Der Zeitverlust für das Projekt: ein Jahr.

Möglicherweise ein entscheidendes Jahr, denn die Absicht, den Windpark gemeinsam mit der Energie Marburg-Biedenkopf zu entwickeln, erhielt durch die Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) einen erheblichen Dämpfer.

„Die Rahmenbedingungen haben sich mit der EEG-Novelle radikal verändert. Man muss sich jetzt bei der Bundesnetzagentur um Einspeisungskontingente bewerben“, erklärte Uwe Volz. Dafür seien wiederum Kautionen zu hinterlegen. Dieses Risiko wollten weder die Stadt Stadtallendorf noch die Energie Marburg-Biedenkopf tragen.

Deshalb soll ein privatwirtschaftlicher Partner mit ins Boot geholt werden. Das genaue Konstrukt solle noch verhandelt werden, erklärte Uwe Volz, der keine Angaben zu den möglichen wirtschaftlichen Folgen für die Städte Stadtallendorf und Neustadt machte.

von Matthias Mayer

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