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„Eine sehr komfortable Situation“

Windkraftpläne „Eine sehr komfortable Situation“

Der Aufstellungsbeschluss für den Rauschenberger Windpark auf dem Roteküppel wurde bereits am 25. Juni 2012 gefasst. Noch immer ist die dafür erforderliche Flächennutzungsplanänderung nicht in trockenen Tüchern.

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Noch beherrscht der Turm der Sindersfelder Kirche das Sindersfelder Hochplateau. Die in der Nähe geplanten fünf Windräder werden diesen fast um das Siebenfache überragen.

Quelle: Matthias Mayer

Rauschenberg. Warum dauert das so lange? Antworten auf diese Frage gab Julian Adler vom Planungsbüro Holger Fischer in Linden am Dienstagabend vor dem Rauschenberger Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft und Bauwesen (UBL). Das Büro betreut das planungsrechtliche Verfahren der Stadt, das sich im breitesten Amtsdeutsch „Sachliche Teiländerung des Flächennutzungsplans zur Darstellung von Konzentrationsflächen für Windenergie-Anlagen“ nennt.

Wirklich Neues hatte der Diplom-Geograf den unter Vorsitz von Hermann Koch tagenden Parlamentariern nicht zu vermelden. Er fasste noch einmal das Procedere zusammen, das vor dem für den 14. Dezember vorgesehenen Feststellungsbeschluss dieses Planes liegt.

Vier Flächen von der Regonalplanung verworfen

Und das hat es in sich. Am Anfang steht die Suche von für die Windkraft möglicherweise geeigneten Freiflächen. Die müssen nach Parametern des Bundes, des Landes und der Regionalplanung auf ihre Tauglichkeit geprüft werden. Nehmen sie diese Hürden, steigen sie zu Potenzialflächen auf. Auch jene müssen wiederum nach gesetzlichen Vorgaben untersucht werden. Diese Untersuchungen können ergeben, dass die geplanten Flächen für die Windkraft nicht genehmigungsfähig sind, in ihrem Zuschnitt verändert werden müssen oder - wie geplant - für den Bau von Windenergieanlagen genehmigt werden können.

Zu den Vorgaben zählten aber auch die Vorstellungen der Regionalplanung, die sich mit den Plänen der Stadt Rauschenberg eins zu eins deckten, sagte Julian Adler, der eine solche Konstellation in seinem Berufsleben noch nicht erlebt hat. Danach sehe der noch nicht rechtskräftige Regionalplan in den von der Stadt vorgesehenen Flächen für die Windkraft Auf der Hecke (bestehender Windpark Ernsthausen/Josbach) und im Stadtwald Roteküppel die alleinigen genehmigungsfähigen Flächen.

Die vier anderen untersuchten Flächen würden von der Regionalplanung verworfen. Darunter sind zwei kleinere Flächen bei Albshausen und bei Josbach und zwei größere Flächen auf dem Sosenberg und zwischen Ernsthausen und Emsdorf, wie diese Zeitung berichtete.

Adler sprach von einer sehr komfortablen Situation für die Stadt. Bürgermeister Michael Emmerich erklärte, dass die Offenlegung der Planungsunterlagen am 13. November ende. Damit könne das Parlament voraussichtlich am 14. Dezember den Feststellungsbeschluss fassen. Laufe alle glatt, könne die Genehmigung des RP Ende März vorliegen.

Edelstahl-Lösung für Josbach?

Die Breidenbacher Krug-Gruppe will im Stadtwald vier Windräder bauen. In unmittelbarer Nähe möchte das Wiesbadener Unternehmen AboWind in der Gemarkung Sindersfeld ein Windrad erstellen. Die unter Schutz stehende Haselmaus erwies sich zuletzt als mögliches Hindernis.

Die Sanierung des Josbacher Trinkwasser-Hochbehälters geht vorerst in die Warteschleife. Die Besichtigung eines Edelstahl-Hochbehälters in Rauischholzhausen hat die UBL-Mitglieder und den Bürgermeister derart beeindruckt, dass nun für eine solche Lösung ein Angebot eingeholt werden soll. Michael Emmerich kündigte an, den Hochbehälter von der Tagesordnung der nächsten Parlamentssitzung zu nehmen. Gründe für das Umdenken: die weitaus bessere Hygiene und die Preisdifferenz zu einer Beton-Lösung, die deutlich geringer ist als gedacht.

von Matthias Mayer

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