Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
„Eine schlagkräftige Truppe“

Feuerwehren in Rauschenberg „Eine schlagkräftige Truppe“

Die Rauschenberger Feuerwehren sind personell gut aufgestellt. Das wurde während der jüngsten Sitzung des Rauschenberger Haupt- und Finanzausschusses deutlich.

Voriger Artikel
EAM nimmt ihren "Meilenstein" in Betrieb
Nächster Artikel
Kurz nach Beginn wird es schon teurer

Die Tage der hinfälligen Fahrzeughalle in Rauschenberg sind gezählt. Die Feuerwehr erhält eine neue Halle mit einem multifunktionalen Anbau. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. „Wir stehen im Verhältnis zur Einwohnerzahl personell sehr gut da. In der Kernstadt mit ihren 2100 Einwohnern und 40 Feuerwehrleuten stehen wir in der Relation deutlich besser da als Kirchhain mit 70 Aktiven“, beantwortete der stellvertretende Stadtbrandinspektor Markus Weck-esser eine Frage aus dem Ausschuss nach der Einsatzfähigkeit der Feuerwehren. Nicht umsonst werde Rauschenberg zu den Einsätzen in Wohratal mit alarmiert, ergänzte Weckesser. Und sein Amtskollege Günter Schmidt stellte fest: „Wir haben eine schlagkräftige Truppe.“

Anlass für den Besuch von Stadtbrandinspektor Helmut Muhm und seinen beiden Stellvertretern war die Vorstellung des neuen Bedarfs- und Entwicklungsplans für die Feuerwehren. Dieser muss alle zehn Jahre neu erstellt werden. Dafür müssen alle für das Feuerwehrwesen in der Stadt relevanten Parameter dargestellt und analysiert werden. Daraus wiederum leiten sich die Bedarfe für die sechs Rauschenberger Stadtteil-Feuerwehren ab, die an den Magistrat als Empfehlung weitergegeben werden. Zu den geprüften Parametern gehören unter anderemm die Gefahrenpotenziale im Stadtgebiet, der Zustand der Löschwasserversorgung, die Struktur der überörtlichen Straßen, die Bebauungsdichte in den Stadtteilen, die ortsansässigen Firmen, Mitgliederzahl, Altersstruktur und Qualifizierungsstand der einzelnen Feuerwehren, deren Ausrüstung, Alter und Einsatzoptionen der einzelnen Fahrzeuge sowie die Beschaffenheit der Feuerwehrhäuser.

Dem Ist-Zustand haben die Autoren, zu denen neben Muhm, Weckesser und Schmidt auch die Wehrführer gehören, das Soll gegenübergestellt. Das Soll definiert die Personalstärke, Ausbildungsstand, Ausrüstung und Fahrzeuge und Unterbringung, die eine Feuerwehr nach den aktuellen Verordnungen braucht, um sich dem Gefahrenpotenzial in ihrem Einsatzraum erfolgreich zu stellen.

Die Altersstruktur derWehren ist gut

Die beiden für das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung wichtigsten Erkenntnisse aus dem 62 Seiten zählenden Werk:

n Der Personalstand ist sehr gut. Die sechs Einsatzabteilungen verfügen über 136 Feuerwehrleute. Die Altersstruktur ist gut. 72 Prozent der Aktiven sind zwischen 21 und 40 Jahre alt. Nur vier Prozent haben das 60. Lebensjahr schon überschritten. Herausragend ist die Stellung der Feuerwehr Albshausen. Das 299-Seelen-Dorf hat 17 aktive Feuerwehrleute. Alle sechs Wehren haben Jugendfeuerwehren mit zusammen 48 Mitgliedern. n Die Fahrzeug-Ausstattung ist, was die Art der Fahrzeuge angeht, noch immer passgenau. Das gilt allerdings nicht für das Alter der Feuerwehrautos. So schreiben die Autoren des Plans: „Dringender Handlungsbedarf besteht bei der Fahrzeugausstattung in Ernsthausen und in Josbach.“ Die in den dortigen Feuerwehrhäusern stationierten Tragkraftspritzenfahrzeuge mit 750 Litern Löschwasservorrat sind mit 35 und 30 Jahren die Oldtimer der Rauschenberger Feuerwehr-Flotte und sollen nach den Empfehlungen des Plans 2015 (Ernsthausen) und 2017 (Josbach) ersetzt werden. Die nächste Neuanschaffung soll 2021 ein Löschgruppenfahrzeug für die Feuerwehr in Bracht sein. Sechs weitere Ersatzbeschaffungen stehen bis 2039 auf der Liste.Dringenden Handlungsbedarf sehen die obersten Repräsentanten der Rauschenberger Feuerwehren auch in den Feuerwehrhäusern von Rauschenberg, Albshausen und Josbach. Diese genügen schon lange nicht mehr den gesetzlichen Bestimmungen. „Keine Wunschlisteder Feuerwehr“ „Der Bedarfs- und Entwicklungsplan ist keine Wunschliste der Feuerwehr“, stellte Helmut Muhm fest. Der Stadtbrandinspektor ließ zugleich aber erkennen, dass die Feuerwehren in Kenntnis der finanziellen Möglichkeiten der Stadt nicht darauf bestehen, dass alle Empfehlungen aus dem Plan sofort erfüllt werden. „Was im Plan steht, ist nicht in Stein gemeißelt. Wo der Plan Abweichungen zwischen Soll und ist zeigt, muss der Magistrat ein Risiko in Kauf nehmen“, stellte er fest.Allein das Vorhandensein des Plans ist Voraussetzung für zukünftige städtische Investitionen in die Feuerwehr, weil es ohne diesen keine Förderung gibt, wie Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) erklärte. Der Stadtverordnete Werner Metke (SPD) hob lobend hervor, dass die Rauschenberger Feuerwehrführung den Plan unentgeltlich erstellt hat, während in einer Nachbarkommune dafür ein Fachbüro mit 13000 Euro habe honoriert werden müssen.

von Matthias Mayer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr