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Eine kleine Schar läuft die Grenze ab

Erksdorf Eine kleine Schar läuft die Grenze ab

Auf Einladung des Vereins „750 Jahre Erksdorf“ erwanderten Einheimische, Freunde und Interessierte bereits zum dritten Male auf zwei Tage verteilt die Gemarkungsgrenzen.

Erksdorf. Ein älterer Mann deutete kurz vor Abmarsch mit seinem Wanderstock in den stark bewölkten Himmel, blickte in die etwas spärliche Runde und schüttelte den Kopf. Er schien zu sagen, dass jetzt wohl keiner mehr kommen wird. Etwas enttäuscht über die bescheidene Resonanz äußerte sich später auch der langjährige Multi-Organisator Herbert Balzer, der wegen eines geschwollenen Knöchels diesmal selbst nicht mitwandern konnte.

So war Erksdorfs Ortsvorsteher Helmut Schütz ganz froh, dass die Wanderfreunde Hatzbachtal den 1. Tag des Grenzgangs in ihr Jahresprogramm aufgenommen hatten und so die Reihen etwas füllten. Es waren ziemlich genau 50 Wanderer, in Mehrzahl ältere Herren, die sich mit 20-minütiger Verspätung Richtung Stadtallendorf auf den Weg machten.

Immer wieder blickte sich der das Tempo vorgebende Ortsvorsteher um. Er suchte nach Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi. Der irrte derweil noch durch die Gemarkung und suchte seinerseits die Grenzgänger.

Pünktlich mit Erreichen des Grenzsteins zwischen Stadtallendorf und Erksdorf traf er ein, um auf einer Sänfte Marke Eigenbau über den Stein ins Erksdorfer Territorium gehoben zu werden. Der Sinn dieser Aktion, so wurde berichtet, sei eine intensiviertere Kenntnis über die zu respektierende Ortsgrenze und genau das dürfte bei dem Neubürgermeister sicherlich erreicht worden sein.

Anschließend ging es bestens durch die Feuerwehr eskortiert entlang der viel befahrenen K 12 zur Wüstung Elmsdorf. Dort gab es eine erste Trinkpause während Ortsvorsteher Schütz über das vor dem Betrachter liegende, 31 Hektar große Biotop „Kreuzborn / Briel“ berichtete.

Die Stadt Stadtallendorf habe die Grundstücke in dem nur bedingt nutzbaren Gebiet alle aufgekauft und in eine, inzwischen von Vögel und Menschen viel besuchte Feuchtraumzone verwandelt. So ganz nebenbei habe man aus 500000 Euro Kosten Ausgleichspunkte für Bauprojekte im Werte von 1,5 Mio. Euro erzielt. Beinahe wäre der, wegen anderer Feiern um ein Jahr nach hinten verschobene, Grenzgang gänzlich ausgefallen.

Lange Zeit konnte kein neuer Vorsitzender für den Verein „750 Jahre Erksdorf“ gefunden werden, bis Ingo Henkel diesen Posten übernahm. Er organisierte in seiner erst kurzen Amtszeit die Veranstaltung und hat auch zukünftig noch einiges vor.

„Ich glaube der Grenzstein wandert mit“, wunderte sich Emsdorfs Ortvorsteher Winfried Kläs, der schon zum dritten Male nach Erksdorf „gehubscht“ wurde und inzwischen wissen sollte wo der Stein hingehört. „Hauptsache es ist in eure Richtung“, konterte schlagfertig Bürgermeister Somogyi.

Anschließend ging es weiter Richtung Hatzbach. Zu Mittag gab es zünftige Erbsensuppe und am Nachmittag zum Ausklang am Backhaus kam sogar die Sonne hinter den Wolken hervor.

Auf Einladung des Vereins „750 Jahre Erksdorf“ erwanderten Einheimische, Freunde und Interessierte bereits zum dritten Male auf zwei Tage verteilt die Gemarkungsgrenzen.

von Heinz-Dieter Henkel

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