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Eine Weihnachtskrippe für das ganze Jahr

Neues Zuhause für alte Figuren Eine Weihnachtskrippe für das ganze Jahr

Wer die Treppe von Sankt Katharina hinaufgeht, stößt auf eine weiße Tür mit einer asymmetrisch geschnittenen Glasscheibe. Hinter der Scheibe herrscht völlige Finsternis.

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Die alte Weihnachtskrippe von Sankt Katharina bleibt für die Nachwelt erhalten. Harald Weitzel hat sie in einen Kasten eingebaut, wo sie ganzjährig betrachtet werden kann. Fotos: Matthias Mayer

Stadtallendorf. In Augenhöhe findet der Besucher einen Lichtschalter. Ein Knopfdruck, und der dunkle Raum offenbart sein Geheimnis: Die inzwischen ausrangierte alte Krippe von Sankt Katharina zeigt das Geschehen der heiligen Nacht, wobei das Licht der christlichen Botschaft auch optisch erkennbar vom Stall zu Bethlehem ausgeht.

Die Hirten und die Heiligen Drei Könige verharren dank einer klugen Lichtregie im Halbdunkel.

Harald Weitzel hat die Krippe in den ehemaligen Blasebalg-Raum der Orgel eingebaut. Das besondere an dieser Krippe: Sie ist das ganze Jahr über zu sehen. „Wir haben viele Führungen durch die Kirche. Den Besuchern wollte ich gern die alte Krippe der Kirche zeigen. Es fehlte nur der richtige Platz, bis ich auf die Idee mit dem Blasebalg-Raum kam“, sagt der ehemalige Küster von Sankt Katharina.

Initiator besitztmehr als hundert Krippen

Harald Weitzel ist seit vielen Jahren ein passionierter Sammler von Weihnachtskrippen. Mehr als hundert nennt er sein Eigen. Er besitzt Krippen mit 40 Zentimeter hohen Figuren, aber auch die mutmaßlich kleinste Krippe der Welt, die die Menschwerdung Christi in einem Kirschkern darstellt. „Die ist wohl mithilfe von Laser-Technik gefertigt worden. So etwas zu schnitzen ist nicht möglich“, erzählt er.

Zur Weihnachtszeit zeigt er alle Jahre wieder eine große Krippe vor seinem Haus. Zudem baut er selber auch Krippen. In diesem Jahr entwarf und baute er eine Osterkrippe, um einen weitgehend in Vergessenheit geratenen Brauch wiederzubeleben. Osterkrippen stellen das Ostergeschehen bildlich da - vom Einzug Christi in Jerusalem bis zur Auferstehung in der Osternacht.

Enge Verbindung zu alten Figuren

Qualitative Unterscheidungen zwischen seinen Krippen möchte er nicht treffen. Er höre immer wieder von Bekannten, ihre Krippe sei zu billig oder einfach nur schlecht gemacht. „Es gibt keine schlechten Krippen“, stellt der Sammler fest, dem es wehtut, wenn Krippenfiguren im Müllcontainer landen.

Seine Leidenschaft für Krippen wurde während seiner Ministrantenzeit in Sankt Katharina geweckt. „Ich durfte die Krippe mit aufbauen“, erinnert er sich an das aufwendige Procedere. Seine enge Bindung zu den nach Schätzungen zwischen 100 und 200 Jahre alten Figuren unbekannter Herkunft riss nicht ab, als die neue Krippe Einzug in Sankt Katharina hielt.

Harald Weitzel sammelte die verstreut eingelagerten Figuren ein, reinigte sie, renovierte den Stall, und zeigte die Krippe erstmals öffentlich bei einer Krippenausstellung der Landfrauen in Ettingshausen bei Grünberg. Die Resonanz auf die Stadtallendorfer Krippe war riesig, was den Naturschützer und ehemaligen lauf- und zweikampfstarken Eintracht-Kicker in seiner Absicht bestärkte, diese Krippe dauerhaft dort zu zeigen, wo sie hingehört: In die Pfarrkirche Sankt Katharina.

von Matthias Mayer

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