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Eine Schließung wäre wohl endgültig

Bereitschaftsdienst Eine Schließung wäre wohl endgültig

Die Kassenärztliche Vereinigung hält eine Schließung der Bereitschaftsdienstzentrale Stadtallendorf zum 1. Juli nächsten Jahres für denkbar.

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Untersuchungen bei Notfallpatienten könnte es in naher Zukunft nur noch in einer einzigen Bereitschaftsdienstzentrale in Marburg geben. Archivfoto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Stadtallendorf. Dass die Stadt Stadtallendorf und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) noch für acht Jahre einen Mietvertrag für die Räume der Bereitschaftsdienstzentrale haben, ist für die KV kein Hindernis für Zentralisierungspläne. Das geht aus der Antwort auf eine OP-Anfrage an die Pressestelle der KV deutlich hervor: Der Vertrag sei bei einer anderen Ausgangslage abgeschlossen worden. Mietverträge könnten vorab gekündigt werden, wenn die Bedingungen stimmten. Dies erklärte KV-Sprecherin Petra Bendrich.

Die Kassenärztliche Vereinigung lässt in ihrem Statement gegenüber der OP keinen Zweifel daran aufkommen, dass Veränderungen am ärztlichen Bereitschaftsdienst auch im Ostkreis unumgänglich sind. Aber: Konkrete Entscheidungen sind demnach weder für das Hinterland noch für den Ostkreis gefallen, auch das hebt die KV deutlich hervor. Grundlegende Reformpläne für den Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte sind noch nicht verabschiedet worden (siehe Infokasten).

Auch im Ostkreis reiche die Zahl der vorhandenen Arztsitze derzeit gerade einmal aus, um den Bereitschaftsdienst zu gewährleisten, heißt es von der KV. In der Zukunft hält die Kassenärztliche Vereinigung das durch altersbedingte Praxisschließungen für nicht mehr sicher. Nicht zuletzt komme doch das Konzept, die Bereitschaftsdienstzentrale in Stadtallendorf zu schließen, „von den dortigen Ärzten“, wie die KV schriftlich mitteilte. Gestern betonte die Kassenärztliche Vereinigung auch, dass eine Zentralisierung des Bereitschaftsdienstes in Marburg nicht als Pilotversuch gedacht sei. Im Klartext: Wenn eine Entscheidung der KV für eine Aufgabe der Dienstzentralen in Stadtallendorf, Gladenbach und Biedenkopf fällt, wäre sie endgültig. Allerdings kann sich die KV auch „weniger harte Lösungen“ vorstellen. Zum Beispiel könnten die Bereitschaftsdienstzentralen in Stadtallendorf und Biedenkopf zumindest an Wochenenden erhalten bleiben. Angesichts der beabsichtigten Zentralisierung des Bereitschaftsdienstes wächst die Sorge, dass die dortige Zentrale am Diakoniekrankenhaus Wehrda den zusätzlichen Patientenzahlen nicht gewachsen sein könnte. Doch auch dem widerspricht die KV. „Die ärztliche Bereitschaftsdienstzentrale in Marburg ist unseres Erachtens ausreichend“, antwortet KV-Sprecherin Bendrich auf eine Anfrage der OP schriftlich.

Unterdessen hat der Stadtallendorfer Mediziner Dr. Ortwin Schuchardt als ein Vertreter der niedergelassenen Ärzte im Ostkreis Stadtallendorfer Magistrat und Fraktionsvorsitzende informiert, aus seiner Sicht lediglich zu Überlegungen. Das Gespräch habe zur Versachlichung der Diskussion beigetragen, erklärte Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) gegenüber dieser Zeitung. Die Fraktionsvorsitzenden wollen sich laut Somogyi nun auf einen gemeinsamen Antrag verständigen, natürlich in Absprache mit den Fraktionsmitgliedern. „Das Thema wird in der Bevölkerung emotional diskutiert“, stellte Somogyi fest. Die Angst gehe um, dass Kosten höher bewertet würden als die ärztliche Versorgungssicherheit.

von Michael Rinde

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