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Eine Mahnung wider das Vergessen

Volkstrauertag Eine Mahnung wider das Vergessen

Etwa 70 Teilnehmer verfolgten am Sonntag die Gedenkstunde zum Volkstrauertag am Ehrenmal neben dem Stadtallendorfer Rathaus. Erstmals ging Gottesdienst voraus.

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Brigadegeneral Reinhardt Zudrop und Bürgermeister Christian Somogyi legten am Ehrenmal Kränze nieder. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Die Zahl der noch lebenden Angehörigen von Gefallenen der beiden Weltkriege und Opfern der Gewaltherrschaft in Deutschland sinkt, je länger die Schreckensereignisse zurückliegen. „Selbst wenn niemand mehr am Leben wäre, so wäre der heutige Tag wichtig“, betonte Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi bei seiner Rede am Ehrenmal. Genauso wie Brigadegeneral Reinhardt Zudrop, stellvertretender Kommandeur der Division Spezielle Operationen (DSO), schlug Somogyi einen Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart. Er mahnte dazu, die verhängnisvollen Fehler, die zu den beiden Weltkriegen führten, nie zu wiederholen.

55 Millionen Menschen verloren als Soldaten, als Opfer der NS-Schreckensherrschaft oder des Luftkrieges im Zweiten Weltkrieg ihr Leben. 104 Allendorfer fielen in den Kriegsjahren, im Ersten Weltkrieg waren es 54. General Zudrop nutzte seinen Redebeitrag ebenfalls für eine Mahnung angesichts der geringer werdenden Zahl von Angehörigen von Kriegsopfern: „Das Risiko, zu vergessen oder zu verdrängen, ist groß.“

Im nächsten Jahr jährt sich zum hundertsten Mal der Ausbruch des Ersten Weltkriegs, für Zudrop „der Beginn der dunkelsten Phase der deutschen Geschichte“. Bürgermeister Somogyi, Brigadegeneral Zudrop und Pfarrer Thomas Peters wiesen auf unterschiedliche Weise auf die Tatsache hin, dass Krieg und Gewalt auf der Welt noch immer allgegenwärtig sind. Es fielen exemplarisch die Konflikte in Afghanistan, zwischen Nord- und Südsudan, in Mali oder in Israel und den Palästinensergebieten an. Die Bundeswehr, die sich in zahlreichen Auslandseinsätzen befindet, hatte in den vergangenen Jahren ebenfalls Gefallene und Opfer von Unfällen im Einsatzland zu beklagen, darunter auch Soldaten der DSO Stadtallendorf. „Wir, die Bürger von Stadtallendorf, stehen zu Ihnent“, sagte Somogyi angesichts dieser Tatsache. „Für uns haben diese Gefallenen noch Namen und Gesichter“, knüpfte Zudrop seinerseits an. Und er hob den besonderen Charakter der Bundeswehr in der deutschen Geschichte hervor, als Armee eines demokratischen Staates.

Mitglieder des Männergesangvereins Stadtallendorf gaben der Gedenkveranstaltung durch ihre Liedbeiträge zusätzliche Würde, ebenso wie die Soldaten der DSO, die sich an der Feierstunde am Ehrenmal beteiligten.

von Michael Rinde

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