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Eine Gitarre brennt auf der "Autobahn zur Hölle"

"Softeis"-Spektakel Eine Gitarre brennt auf der "Autobahn zur Hölle"

Wie erwartet bildete der Auftritt und die Bühnenshow der heimischen Popgruppe "Softeis" einen Höhepunkt des Kulturspektakels in Amöneburg.

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„Softeis“ zeigte sich auf der Bühne im Zwinger am Samstagabend wieder in hervorragender Form. Rechtes Foto: Michael Richter-­Plettenberg hatte einen Gastauftritt.

Quelle: Heinz-Dieter Henkel

Amöneburg. Es war kurz nach 22 Uhr, als Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg „Softeis“ bereits zum 8. Male auf der Bühne ihres „Wohnzimmers“, dem Zwinger der Burgruine ankündigte. Zuvor hatten die Neulinge des „Bazuka Groove Club“ und die bekannteren „Glassbowstones“ aus Mardorf das nach und nach eintreffende Publikum bei Sonnenschein und angenehmen äußeren Temperaturen bestens unterhalten. Die Mehrheit der Besucher im Alter zwischen 7 und 70 Jahren wollte jedoch Softeis sehen und vor allen Dingen hören. In bekannter Besetzung mit Gerhard Eismann (Leadgitarre), Bruder Werner (Bass), Armin Holten (Keyboard), Michael Walter (Schlagzeug) und Ronny Moucka (Gesang) eröffneten sie mit dem knapp 30 Jahre alten Queenklassiker „Who want‘s to live forever“. Schnell hatte Ronny das Publikum näher an die Bühne geholt und schon sprang der Funke über. Klassiker wie „Black night“, „It‘s my life“, „Hold the line“ und „Rosanna“ folgten und sowohl Musiker, wie auch Publikum hatten sichtlich Spaß an dem Auftritt. Wie immer mit Gästen, zählte Ronny Gitarrist Alex Pöltel schon eher zur Gruppe gehörend.

Doch für Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg war seine Gesangsdarbietung eine echte Premiere, die dieser ohne erkennbare Nervosität mit Bravour absolvierte. Kein Vergleich mit dem stimmlich stets mitfiebernden Ronny Moucka, doch sein Wunschtitel „Baby I want you“ von Amos Lee gefiel und bekam anerkennenden Applaus. Auch bei „Cold as ice“ wirkte er noch mit. Im Vorfeld wurde heiß diskutiert, ob man denn auf der Bühne eine Gitarre abfackeln könnte. Es wunderte aber keinen der Besucher, warum drei Männer der Feuerwehr mit Feuerlöscher bewaffnet auf einer Bank in Nähe der Bühne Platz genommen hatten.

Rathauschef zündet Gitarre an

Recht unvermittelt zerrte der Rathauschef eine Halterung mit angehängter Gitarre vor die Bühne und zündete sie mit einer Fackel zu den Klängen „Highway to hell“ von AC / DC dann auch wirklich an. Gerhard Eismann stand direkt daneben und hatte sichtliches Vergnügen bei der Aktion. Allerdings brannte die Gitarre nicht sonderlich gut und verbreitete die bekannten Gerüche, wenn man Plastik verbrennt. Sänger Ronny verkündete indes auf der Bühne, man wolle die Gitarrenreste für 50 Euro hergeben und den Erlös den „Ärzten ohne Grenzen“ zukommen lassen.

Etwas überrascht schien er dann schon zu sein, als nur 10 Minuten später eine Frau ihm die geforderten 50 Euro in die Hand drückte. Das werde ein ausgefallenes Geburtstagsgeschenk hieß es zur Begründung. Immer wieder garniert mit kleinen Highlights wie „Rockin‘ all over the world“ von Status Quo, „Smoke on the water“ von Deep Purple oder „Jump“ von Van Halen navigierte sich Softeis kurz vor Ende der Geisterstunde auf die Zielgerade.

Keiner der Zuschauer verließ jedoch den Zwinger, ohne auch noch den bekannten Schlussakkord der Zugabe von Softeis „We are the champions“, gehört zu haben.

von Heinz-Dieter Henkel

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