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„Ein ziemlich unergiebiger Tag“

Gericht „Ein ziemlich unergiebiger Tag“

Das Kirchhainer Amtsgericht hat laut Statistik die zweithöchste Arbeitsbelastung unter den hessischen Amtsgerichten. Der Dienstag trug nicht dazu bei, den Berg an Fällen entscheidend abzutragen.

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Auf Kompletträder mit Original-Audi-Felgen hatten es Diebe in Stadtallendorf abgesehen. Über das Internet-Auktionshaus ebay wurden die Räder nach Fritzlar verkauft.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Dabei standen ursprünglich gleich fünf Strafprozesse auf der Sitzungsliste, Gericht und Staatsanwaltschaft drohte ein sechsstündiger Verhandlungsmarathon.

Amtsgerichtsdirektor Edgar Krug schwante aber schon am Morgen nichts Gutes: „Es wird ein unergiebiger Tag“, sagte er an die Adresse von Staatsanwältin Annemarie Wied und bezog sich dabei auf die Aktenlage zu den Fällen und den Anruf eines Angeklagten, der krankheitsbedingt sein Fernbleiben angekündigt hatte.

Zu diesem Zeitpunkt war eine Verhandlung bereits abgesagt. Aber auch in den anderen Fällen sollte das Gericht nicht entscheidend vorankommen. In einem Prozess um Hehlerei schwänzte ein wichtiger Zeuge den Termin. Die Verhandlung muss fortgesetzt werden.

Ein betagter Angeklagter, der sich wegen einer Trunkenheitsfahrt zu verantworten hatte, fand den Gerichtsaal nicht. Erst als das Gericht die Angelegenheit bereits mit einem Strafbefehl geregelt hatte, fand ein als Zeuge geladener Polizeibeamter den Mann im Treppenhaus – zu spät für eine Verhandlung.

Weil der einzige Belastungszeuge schwieg, um sich nicht selber zu belasten, endete der Prozess gegen einen Stadtallendorfer nach wenigen Minuten mit einem Freispruch. Der einschlägig vorbestrafte Türke stand vor Gericht, weil er dem aus Kuweit stammenden Zeugen bei Kokain-Geschäften geholfen haben soll.

Schließlich platzte auch noch der Prozess gegen einen Stalker, der einer 43-jährigen Stadtallendorferin nachgestellt haben soll. Der Angeklagte meldete sich am Morgen mit Migräne krank.

von Matthias Mayer

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