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Ein tiefer Blick in die türkische Seele

Musik Ein tiefer Blick in die türkische Seele

Am Sonntagabend endete die Interkulturelle Woche mit einem Höhepunkt: Der junge türkische Chor "Türk Sanat Müzigi Korosu Stadtallendorf" trat erstmals vor großer Kulisse auf.

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Der türkische Chor „Türk Sanat Müzigi Korosu Stadtallendorf“ feierte Premiere. Foto: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Mit begeisterten „Bir-daha“-Rufen, was übersetzt „nochmal“ bedeutet, ging am Sonntagabend ein äußerst bemerkenswertes fast dreistündiges Chorkonzert zu Ende. Zum Abschluss der Interkulturelle Woche hatte der Verein „IBiS“ zusammen mit den beiden Chören „GleeVokal“, unter der Leitung von Bernhard Wieber, und dem jungen Chor für türkische klassische Musik „Türk Sanat Müzigi Korosu Stadtallendorf“, unter der Leitung von Orhan Mercan, zu einem Chorkonzert eingeladen. Rund 250, überwiegend türkischstämmige Besucher, waren am Ende restlos begeistert. „Es sind heute Abend viele Menschen hier, die ich kenne, aber auch genauso viele, die ich nicht kenne, aber gerne kennenlernen möchte“, erklärte Claus Schäfer, Vorsitzender des Vereins „IBiS“ während der Begrüßung. Denn genau darin liege der Sinn der Interkulturellen Woche.

Noch nie zuvor habe es türkische Kunstmusik in Stadtallendorf zu hören gegeben und noch nie habe es im Rahmen der Interkulturellen Woche ein Chorkonzert gegeben, betonte er. Vor rund einem Jahr war auf Initiative von Zehra Demir und Beyhan Güven der türkische Chor gegründet worden.

Orhan Mercan, langjähriges Mitglied des Istanbuler Staatsensembles, übernahm die Aufgaben des Chorleiters. „Er hat uns die Kraft und das Vertrauen gegeben, diesen Chor zu gründen und aufrechtzuerhalten“, erklärten Zehra Demir und Beyhan Güven. Sie begrüßten die Besucher in türkischer und deutscher Sprache. Musik sei die universelle Sprache aller Kulturen, so Güven. „Unter dem Aspekt der Sprache aller Kulturen möchten wir Ihnen heute mit unserer Seele begegnen, mit unserer Musik“, erklärte Güven. Mit seiner Musik wolle der Chor jeden Menschen, gleich welcher Sprache und Religion erreichen. Die klassisch-türkische Musik hat ihren Ursprung im 14. Jahrhundert und wurde stark von der arabisch-persischen Musik beeinflusst.

Chöre spenden fürVerein „Asylbegleitung“

Meisterlich begleiteten Orhan Mercan den 17-köpfigen Chor an der Kanun (einer orientalischen Zither), Fikret Kaya an der Geige, Sadik Köse (Klarinette), Dogan Adali (Handtrommel) und Haluk Özergün (Keyboard). Mit dem Willkommenslied „Safalar getirdiniz safa geldiniz dostlar“ gab der Chor einen ersten imposanten Eindruck seines Könnens. Ganz im Mittelpunkt der Musikgruppe standen die Auftritte von zahlreichen Solisten: Gülhan Tas, Süheyla Avci, Bayram Akgün, Kani Moradaoglu, Güldane Aslan, Erol Öllükcü, Dilek Özen und Ünal Öllükcü waren in der Lage mit ihren schönen kräftigen Stimmen und viel türkischer Seele ein besonderes musikalisches Erlebnis zu vermitteln. Dies riss das Publikum mit. Begonnen hatte der Abend mit einem vierzigminütigen Chorbeitrag der Sängerinnen und Sänger aus Niederklein. Mit dem Spiritual „Let the light shine bright“ hatte „GleeVokal“ den Abend eröffnet. „Wir wollen das Lied so verstanden wissen, dass das Licht dafür steht, dass wir füreinander da sein sollen und wir uns gegenseitig respektieren“, erläuterte Chorleiter Bernhard Wieber. Mit modernen englischen Liedern, wie „I have a dream“, „The longest time“ von Billy Joel oder dem emotionalen „Weit, weit weg von mir“ stellte der 20-köpfige Chor seine ganze Bandbreite unter Beweis. Walter Gruß, einer der beiden Vereinsvorsitzenden des Gesangvereins Liederkranz 1884 Niederklein, stellte die Gruppe näher vor. Beide Chöre stellten einen Teil des Eintrittsgeldes zur Verfügung, um damit den Verein „Asylbegleitung Mittelhessen“ zu unterstützen. „Ein wunderbarer Abend und eine schöne Kombination deutscher und türkischer Chormusik“, urteile Claus Schäfer am Ende.

von Karin Waldhüter

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