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Ein sehr persönlicher Abschied

Trauerfeier Ein sehr persönlicher Abschied

Mit einer Trauerfeier nahmen Familie, Freunde, Wegbegleiter und Stadtallendorfer Bürger, die Anteilnahme zeigen wollten, am Freitag Abschied von Terroropfer Rüdiger Becker.

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In der Friedhofskapelle in Stadtallendorf fand am Freitag die Trauerfeier statt.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. In einer Gedenkminute erinnerte Pfarrer Thomas Peters, der die Trauerfeier gestaltete, an alle zwölf bei dem Istanbuler Anschlag vom 12. Januar getöteten Menschen - besonders an den Stadtallendorfer Rüdiger Becker.

Die halbstündige Trauerfeier stand danach ganz im Zeichen des Erinnerns an Rüdiger Becker und die dramatischen Umstände, unter denen der Stadtallendorfer sein Leben verlor. Lieder, die der Getötete besonders geliebt hatte, erklangen, darunter gleich zu Beginn „1000 rote Rosen für Dich“. Rosenblätter säumten auch den Mittelgang in der Kapelle. Sie reichte für die zahlreichen trauernden Menschen aber nicht aus. Mehr als 200 Trauernde gaben dem Stadtallendorfer die letzte Ehre.

Bürgermeister spricht von Wut und Trauer

Darunter waren neben seiner Ehefrau Ursula und der Familie, Freunden, Nachbarn und Weggefährten auch zahlreiche Bürger. Auch eine große Abordnung des Ortsvereins Gießen des Technischen Hilfswerks war dabei. Bürgermeister Christian Somogyi, Stadtverordnetenvorsteherin Ilona Schaub wie auch der Hodscha der Fatih-Moschee Mahmut Sana zählten zu den Trauergästen.

Peters erinnerte an die Momente vor knapp vier Monaten, als die Nachricht, dass ein Stadtallendorfer zu den Terroropfern von Istanbul gehört, die Stadt erreichte. „Wir sind alle in eine Situation hineingekommen, die weit weg schien“, sagte er.

Ähnlich äußerte sich Bürgermeister Somogyi, der als Vertreter der Stadt am Ende der Trauerfeier kurz sprach und von Wut wie auch Trauer redete. Somogyi zeigte sich erleichtert, dass es Beckers Witwe nach ihren bei dem Anschlag erlittenen schweren Verletzungen zumindest körperlich besser geht. Für die seelischen Wunden brauche es Zeit, sagte Somogyi.

Rüdiger Becker betrieb als Pyrotechniker eine kleine Firma in Stadtallendorf. Er gestaltete beispielsweise seit Jahren das Feuerwerk beim Heimat- und Soldatenfest und war in der ganzen Republik unterwegs.

von Michael Rinde

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