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Ein roter Manager will ins Rathaus

Olaf Hausmann kandidiert in Kirchhain Ein roter Manager will ins Rathaus

Der SPD-Stadtverband Kirchhain tritt mit Olaf Hausmann bei der Bürgermeisterwahl am 6. März an. Das teilten der Kandidat und der Kirchhainer SPD-Vorsitzende Konrad Hankel am Freitag im Gespräch mit dieser Zeitung mit.

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„Olaf Hausmann als Kirchhainer Bürgermeister – das passt“, sagt der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Konrad Hankel (links) über den Kandidaten seiner Partei (rechts).

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Olaf Hausmann hat in den zurückliegenden zehn Jahren als SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament an Profil gewonnen. Der Ur-Kirchhainer ist zudem über die Vereine und seine weitläufige Verwandtschaft in der Stadt bestens vernetzt.

Da er sich in Sachfragen trotz klarer Standpunkte stets um Ausgleich bemüht, gilt er vielen in der Stadt als der natürliche SPD-Kandidat für die Bürgermeisterwahl. Das spiegelt sich so auch in den Rückmeldungen der Kirchhainer SPD-Basis wider, die Ende vergangenen Jahres schriftlich in die Kandidatenfindung eingebunden wurde. „Immer wieder fiel der Name Olaf Hausmann“, sagte Konrad Hankel.

Dass der Wunschkandidat vor einigen Wochen nach eigenem Bekunden „bereitwillig den Arm hob“, als ihm die Kandidatur angetragen wurde, ist keine Selbstverständlichkeit. Der 50-Jährige arbeitet als Business-Unit-Director (Übersetzung: Vertriebsdirektor Deutschland) für die deutschen Niederlassung eines weltweit agierenden Unternehmens, das Fittinge (Verbindungselemente für die Heizungs- und Sanitärbranche) herstellt, und ist ständig im In- und Ausland unterwegs, was schlecht zu einer zeitaufwendigen Wahl-Kampagne passt.

„Das habe ich Ende vergangenen Jahres mit meiner Familie und mit meinem Arbeitgeber besprochen. Wir haben eine Lösung gefunden, wie das mit Unterstützung des seit Anfang des Jahres arbeitenden SPD-Wahlkampf-Teams funktionieren kann“, sagt Olaf Hausmann, der mit einer Apothekerin verheiratet ist und Vater von zwei 17 und 26 Jahre alten Söhnen ist.

Hausmann will Kompromisse suchen

Der Kandidat sieht sich jetzt im richtigen Lebensalter für das Bürgermeisteramt, für das er sich gut gerüstet sieht. Aus seinem „interessanten und anstrengenden Job“ bringe er Verwaltungserfahrung, Führungskompetenzen und Belastbarkeit mit. Er habe für seinen Arbeitgeber zeitweise auch als Geschäftsführer gearbeitet, als das Unternehmen einem Finanzinvestor gehörte. Dabei habe er als Sozialdemokrat in einer ganz schweren Stunde 300 Mitarbeiter entlassen müssen, erläutert er, warum ihn „der erste Windstoß nicht umweht“.

Als seine wichtigste Qualität für das Amt nennt der seit 20 Jahren kommunalpolitisch für Kirchhain aktive Politiker seine Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen, sie in Entscheidungsprozessen mitzunehmen und Verständnis für notwendige Entscheidungen zu wecken. Das sei unter dem Schlagwort „Miteinander“ ein wesentlicher Punkt seines Wahlkampfes, der auch für den Umgang mit politischen Mitbewerbern gelte. „Ich will Bürgermeister aller Kirchhainer werden. Deshalb versuche trotz klarer eigener Vorstellungen auszugleichen, Lager zu verbinden, Kompromisse anzubahnen“, sagte Olaf Hausmann.

Außerdem sollen die Begriffe „fair“ und „verantwortungsvoll“ seine mögliche Amtszeit begleiten. Fair heiße für ihn mehr Schutz für die Umwelt durch den Ausbau erneuerbarer Energien und den Bau neuer Nahwärmenetze in Kirchhain, aber auch eine gerechtere Mittelverteilung, die die Stadtteile nicht benachteilige.

„Verantwortungsvoll“ sei es, den gewaltigen Sanierungsstau an städtischen Gebäuden und am riesigen kommunalen Straßennetz der Stadt aufzu­lösen, ehe die Stadt unter den Folgekosten zusammenbreche. Zu finanzieren sei das nur über die Gewinnung neuer Gewerbesteuerzahler. Deshalb stehe für ihn mit Blick auf das Gewerbegebiet Ost eine effektive und engagierte Wirtschaftsförderung ganz oben auf der Agenda, in die er sich als Bürgermeister mit seinem wirtschaftlichen Denken stark einbringen wolle.

von Matthias Mayer

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