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Ein kleiner Anfang ist gemacht

IC-Halt in Stadtallendorf Ein kleiner Anfang ist gemacht

Stadtallendorf als zweitgrößte Stadt des Landkreises und Industriestandort fordert seit langem eine Anbindung an das Fernstreckennetz der Bahn AG. Erstmals gibt es eine Perspektive ab dem Winterfahrplan.

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Ab dem Winterfahrplan wird ein Intercity täglich auch in Stadtallendorf halten. Archivfoto: Richter

Quelle: Thorsten Richter

Stadtallendorf. Wie viel diese Nachricht wert sein wird, muss sich noch in der Praxis zeigen. Aber: Ab dem Winterfahrplan, der ab 13. Dezember gelten wird, ist Stadtallendorf von Montags bis Freitags Haltepunkt für den Intercity 2223 von Kassel nach Karlsruhe. Abfahrt einmal am Tag um 5.49 Uhr am frühen Morgen. Der Intercity hält in Frankfurt (West) um 6.59 Uhr, am Frankfurter Hauptbahnhof um 7.07 Uhr und endet letztlich in Karlsruhe um 8.50 Uhr. Diese Angaben finden sich bereits in der Fahrplanauskunft der Bahn AG im Internet. Dort ist der Winterfahrplan bereits hinterlegt. „Die Verbindung ist bereits buchbar“, sagte ein Sprecher der Bahn in Frankfurt gegenüber der OP. Wer den Normalpreis bucht, zahlt laut dem Internetportal der Bahn AG für eine Fahrt in die Mainmetropole Frankfurt von Stadtallendorf aus mit dem Inter­city 26 Euro, Sparpreise sind nach rechtzeitiger Buchung natürlich möglich.

Es wird bis auf weiteres keine weitere Intercityanbindung geben, auch keinen Fernzug aus der Gegenrichtung von Frankfurt nach Kassel. Ein Zusatzhalt weiterer IC-Züge in Stadtallendorf, beispielsweise nachmittags oder abends und in der Gegenrichtung, könne angesichts der dichten Streckenbelegung bislang leider nicht realisiert werden, hieß es am Donnerstag als Antwort auf eine Nachfrage der OP seitens des Bahnsprechers.

Interesse wird getestet

Das Unternehmen prüfe dies aber weiterhin für künftige Fahrpläne. Mit diesem ersten Intercity-Halt will die Bahn, wie das Unternehmen erklärt, zunächst das Grundinteresse testen. Bürgermeister Christian Somogyi hatte vom Unternehmen nach eigenen Angaben bereits die Aussage erhalten, dass ein weiterer Halt beispielsweise ab dem Winterfahrplan 2016/2017 möglich werden könnte, dann aus der Gegenrichtung. In einer Fachausschuss-Sitzung hatte Somogyi diesen ersten Halt eines Intercitys als positives Signal für die Mitarbeiter der heimischen Industrieunternehmen gewürdigt - und möglicherweise auch für die Pendler, die von Stadtallendorf aus in das Rhein-Main-Gebiet unterwegs sind.

Dass Stadtallendorf als Industriestadt und Divisions-Standort eine Anbindung an das Fernreisenetz der Bahn erhält, ist eine alte Forderung von Bahnkunden, Politik und auch Bundeswehr. In der Vergangenheit gab es mehrere politische Initiativen dafür, auch unter Einbeziehung der heimischen Bundestagsabgeordneten und auch des Landkreises.

Nicht zuletzt hatte sich der Verkehrsdezernent des Kreises und Vorsitzender des Regionalen Nahverkehrsverbandes, Marian Zachow, für eine Intercity-Anbindung der Stadt stark gemacht. Am Donnerstag würdigte er das erste Ergebnis zumindest als „ersten Einstieg“.

Allerdings wäre zumindest ein Intercity aus der Gegenrichtung, beispielsweise in den späten Nachmittags- oder den Abendstunden, schon sinnvoll gewesen, um Interesse zu testen. Zachow kündigte weiteren politischen Einsatz für Stadtallendorf als Intercity-Haltepunkt an. Es habe sich gezeigt, dass konzertierte Aktionen schon Wirkung hätten. Für Stadtallendorf spricht aus seiner Sicht auch die Tatsache, dass die Stadt seit dem Hessentag 2010 über einen barrierefreien Bahnhof verfügt, laut Zachow der einzige zwischen Kassel und Marburg.

Für die derzeit rund 1000 Soldaten am Divisions-Standort ist die neue Intercityverbindung derzeit ohne Wert. Freitags, dem für Wochenend-Heimfahrer attraktiven Tag, beispielsweise endet der Dienst im Regelfall gegen 12 Uhr. In der Vergangenheit hatte sich auch die Divisionsführung immer wieder für eine Anbindung Stadtallendorfs an das Fernverbindungsnetz eingesetzt.

von Michael Rinde

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