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Ein halbes Leben für die Nächstenliebe

Bundesverdienstkreuz für Erika Günther Ein halbes Leben für die Nächstenliebe

Seit fast 35 Jahren pflegt Erika Günther aus Kirchhain aufopferungsvoll in den eigenen vier Wänden ihre schwerbehinderte Schwester Martha.

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Erika Günther erhielt aus den Händen von Dr. Thomas Schäfer (rechts) und Landrat Robert Fischbach (links) das Bundesverdienstkreuz. Die Blumen erhielt Ehemann Heinrich. Foto: Heiko Krause

Kirchhain. Für diesen uneigennützigen Einsatz hat ihr der Bundespräsident jetzt das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Im Rahmen einer Feierstunde nahmen der hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) und Landrat Robert Fischbach (CDU) die Ehrung im Kreishaus in Cappel vor. Fischbach erinnerte daran, dass Erika Günther unter anderem vor drei Jahren für ihren Einsatz bereits mit der Pflegemedaille des Landes Hessen ausgezeichnet worden ist. „Sie sind seit fast 35 Jahren, 24 Stunden am Tag und rund um die Uhr für ihre Schwester da, das kann man nur mit Bewunderung zur Kenntnis nehmen“, lobte der Landrat. Sie sei die einzige Bezugsperson für einen Menschen, der in allen Bereichen des Lebens auf Hilfe angewiesen sei. Und besondere Anerkennung verdiene noch dazu, dass die gebürtige Kirchhainerin auch auf dem heimischen Hof in der Landwirtschaft gearbeitet und fünf Kinder groß gezogen habe.

Schäfer hob hervor, dass jeder, der bereits pflegebedürftige Angehörige gehabt habe, wisse, was das heiße. Die Pflege über einen so langen Zeitraum sei etwas, das man kaum noch einmal finden werde. „Das geht über das hinaus, was wir uns vorstellen können“. Und die Tatsache, dass die Geehrte mittlerweile fast 77 Jahre sei, gebe dem Ganzen noch einmal eine andere Dimension, ergänzte der Landrat. Schäfer sprach seinen Dank dafür aus, dass Erika Günther die Auszeichnung annehme, denn auf diesem Weg könne auch allen anderen gedankt werden, die häusliche Pflege auf sich nehmen, denn diese sei durch keinen Pflegedienst zu ersetzen.

Zu den Gratulanten gehörte Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos). „So jemanden in unserer Mitte zu haben, das ist auch eine Auszeichnung für die Stadt“, sagte er. Außer für die Pflege ihrer Schwester erhielt Erika Günther den Orden noch für ihr ehrenamtliches Engagement. Von 1961 bis 2004 war sie zweite Vorsitzende des Vereins für landwirtschaftliche Fortbildung. Zudem war sie von 1970 bis 1988 im Verein ehemaliger Landwirtschaftsschüler im gleichen Amt aktiv und führte als Vorsitzende von 1980 bis 1992 den Landfrauenverein Kirchhain.

Die Ausgezeichnete selbst zeigte sich gerührt. „Ich nehme diese Ehrung gerne an“. Und bei aller Belastung in den vergangenen Jahren, „hat mir die Arbeit immer einen inneren Gewinn gebracht“. Sie stellte klar, dass alles nie ohne die tatkräftige Unterstützung ihres Ehemannes Heinrich und der ganzen Familie möglich gewesen wäre.

von Heiko Krause

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