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Ein anderer Blick auf den Glauben

Neuer Prädikant Ein anderer Blick auf den Glauben

Richard Kotke ist als erster Prädikant der evangelischen Kirchengemeinde Stadtallendorf in sein Amt eingeführt worden. Auf den 65-Jährigen kommen künftig wichtige Aufgaben zu.

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Richard Kotke hielt nach seiner Amtseinführung seine erste eigene Predigt in der Stadtallendorfer Stadtkirche. Foto: Yanik Schick

Stadtallendorf. Als Richard Kotke vor dem Altar kniete und die letzten Worte seiner Amtseinführung hörte, da merkte man ihm an, wie tief bewegt er in diesem Moment war. „Es waren Tränen der Freude“, sagte der neue und gleichzeitig erste Prädikant der evangelischen Kirchengemeinde Stadtallendorf später. „Ich freue mich einfach, dass es geklappt hat. Und dass ich das, was ich angefangen habe, nun auch zu Ende bringen konnte“, sagte der Stadtallendorfer.

Mehr als ein Jahr hatte Kotkes Ausbildung in Anspruch genommen. Auf zahlreichen Seminaren lernte der 65-Jährige unter anderem das Handwerk der Predigtvorbereitung, der Seelsorge und der Bibel-Interpretation.

„Ein Prädikant ist eine Bereicherung für jede Kirchengemeinde, denn er hat eine ganz andere Perspektive auf viele Dinge als der Pfarrer selbst. Das macht die Verkündigung der Botschaft von Jesus Christus authentisch“, erklärte Hermann Köhler, Dekan des Kirchenkreises Kirchhain. Köhler hatte die Einführungen an diesem Tage übernommen.

Richard Kotke wird künftig die Pfarrer Thomas Peters, Michael Fenner und Svenja Neumann auf ehrenamtlicher Basis unterstützen (die OP berichtete). Der Frührentner ist berechtigt, Gottesdienste und die „Sakramentsverwaltung“ - also Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen - vorzunehmen. „Ich habe gesehen, dass es sonst niemand machen will“, erklärte der Prädikant, „also werde ich versuchen, mein Bestes in diesem Amt zu geben. Ich möchte, dass in Deutschland, dem Land der Reformation, der Glaube auch an die nächste Generation weitergegeben wird.“ In der Landeskirche Kurhessen-Waldeck sind aktuell 130 Ehrenamtliche als Prädikanten im Einsatz. „Im Kirchenkreis könnten wir ohne unsere Prädikanten gar nicht so viele Gottesdienste wie momentan anbieten“, verdeutlichte Dekan Köhler.

Wurzel liegen in Tadschikistan

Richard Kotke ist in der Gemeinde durch seine Tätigkeit als Leiter der Gemeinschaft der Evangelisch-lutherischen Deutschen aus Russland und der ehemaligen Sowjetunion kein Unbekannter.

Seit 1989 lebt der gebürtig aus Tadschikistan stammende Mann in Deutschland, in seiner Heimat hatte er zunächst Biologie studiert und später in der Kleinstadt Wachsch als Leiter eines Instituts für Gesundheitserziehung gearbeitet. „Die Menschen litten unter verschiedenen Krankheiten, weil es dort kein sauberes Trinkwasser gab. Wir haben Aufklärungsarbeit geleistet“, erinnerte sich der 65-Jährige.

Hierzulande arbeitete er zuletzt als Leiter der mikrobiologischen Abteilung der „Umwelthygiene“ in Marburg - einem Analytiklabor, das auf Trinkwasser spezialisiert ist.

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