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Ein alter "Normag" steht jetzt wieder "im Dorf"

Oldtimertraktor Ein alter "Normag" steht jetzt wieder "im Dorf"

Kürzlich kehrte ein inzwischen historischer Traktor zurück zu Familie Wieber nach Stadtallendorf. Vor über 60 Jahren tuckerte der "Normag-Faktor 1" dort erstmals.

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Voller Freude fuhr Alfons Wieber den historischen Traktor kürzlich in Wolferode vom Hof von Armin Naumann. Privatfoto

Stadtallendorf. Im Zug der Modernisierung in der Landwirtschaft hatte sich in 1952 auch der Allendorfer Landwirt Josef Wieber entschlossen, in seinem kleinbäuerlichen Betrieb die Pferde- und Kuhgespanne durch einen Traktor zu ergänzen. Am 21. März 1952 war es dann so weit. Geliefert vom Kirchhainer Landmaschinenhändler Fleischhauer stand ein Traktor mit dem Kennzeichen AH 32-2733 (AH=Amerikanische Besatzungszone Hessen) von der Nordhausener Maschinenfabrik in Zorge (NZ) im Harz auf dem Hof in der Altstadt. Sage und schreibe 15 PS leistete das kleine Gefährt vom Typ „Normag NG 16 - Faktor 1“.

Einzylinder mit Wasserkühlung mit 15 PS

Für die damaligen Verhältnisse viel - ersetzte er doch mit seinem einzylindrigen, wassergekühlten Motor die Kraft von 15 Pferden. Acht Jahre lang leistete der Normag dann treue Dienste im Betrieb der Familie Wieber, bis er in 1960 durch ein stärkeres Fahrzeug, einem Fendt Favorit 1 mit 25 PS, ersetzt wurde. Alfons Wieber, Mitarbeiter der OP seit vielen Jahren, gehört der Traktor jetzt wieder. Für Wieber stand schon seit Längerem fest, dass er einmal einen Oldtimer-Traktor haben wollte. Und das sollte natürlich kein anderer als ein Normag Faktor 1 sein. Es ist allerdings ein auf dem Oldtimertraktorenmarkt relativ selten zu findendes Modell. Da kam Alfons Wieber der Zufall zu Hilfe. Beim Besuch der Hatzbacher 750-Jahrfeier im Mai 2012 entdeckte er auf einen Hof einen kleinen Normag, der seiner Erinnerung nach genauso aussah wie der erste Traktor, der ab 1952 auf dem elterlichen Hof gestanden hatte. Er war vor einen Anhänger gespannt, der das Modell der Wolferoder Kirche trug. Der Besitzer war Armin Naumann, Ortsvorsteher von Wolferode.

Er hatte mit dem Gespann am Festzug in Hatzbach teilgenommen. Auf die Frage nach der Herkunft des Traktors antwortete Naumann: „Ich glaube, der ist früher mal in Stadtallendorf gelaufen. Ich muss mal nachsehen, ich habe noch eine Kopie vom alten Kfz-Brief.“ Einige Tage später kam dann die Überraschung, als Naumann anrief und mitteilte: „Der erste Besitzer war ein Josef Wieber aus Allendorf.“ Nun war aber Naumann nicht der gewesen, der den Traktor 1960 gekauft hatte.

Weg über Wiera und Obersuhl

Wie aus den Eintragungen im alten Kfz-Brief zu entnehmen ist, war der „NZ“ von Allendorf zunächst nach Stausebach verkauft worden und hatte dort in einem landwirtschaftlichen Betrieb weitere vier Jahre zuverlässige Dienste geleistet. Anschließend war der Faktor 1, mit dem Kennzeichen MR-AE 477, nach Rauschenberg gewandert bis er danach noch einmal in Wiera, dort allerdings nach Überschreiten der Kreisgrenze mit der neuen Nummer ZIG-V 925, genutzt worden war. Gekauft hatte ihn Armin Naumann in 1990 dann aber in Obersuhl, in einem Haus unmittelbar an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Er entdeckte ihn in einer Ecke der Scheune. Dass dieser Normag wieder „nach Hause“ kommt, war für Alfons Wieber ein Muss. Auch Naumann war von vornherein damit einverstanden. Kürzlich fuhr ihn Wieber in die heimische Garage. Jetzt wird der Normag ab und zu bei einem Oldtimer-Traktorentreffen genutzt werden.

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