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Ein Zertifikat als Fleißarbeit

Auszeichnung Ein Zertifikat als Fleißarbeit

Die Stiftsschule Amöneburg hat einen weiteren Schritt gemacht, um sich bald als zertifizierte "gesundheitsfördernde Schule" bezeichnen zu können.

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Ursula Hübscher, die pädagogische Leiterin der Stiftsschule, Regina Theißen und Hans-Georg Lang stehen vor einem der neuen – gut versteckten – Kummerbriefkästen.Foto: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Bisher durfte sich die Stiftsschule bereits eines Zertifikates für „Ernährung und Verbraucherbildung“ rühmen. Nun kam die Auszeichnung für „Sucht- und Gewaltprävention“ hinzu. „Das ist bei weiterführenden Schulen etwas seltenes. Meist sind es nur Grundschulen, die dieses Zertifikat erhalten“, betont Hans-Georg Lang, der Leiter der Amöneburger Stiftsschule, und erklärt, dass nun nur noch ein drittes Teilzertifikat auf dem Weg zur „gesundheitsfördernden Schule“ notwendig sei.

Großartige Veränderungen seien nicht notwendig gewesen, um die Auszeichnung für Sucht- und Gewaltprävention zu erhalten, gibt er zu. Was nicht etwa daran liege, dass die Anforderungen so gering seien, sondern vielmehr daran, dass die Stiftsschule in diesem Sektor schon viele Jahre gut unterwegs ist: Um „Raucherprävention“ kümmert sie sich zum Beispiel bereits in der sechsten Klasse, Suchtprävention an sich ist in der achten Klasse Thema von Projekttagen zur „Lebensbewältigung“. Noch dazu gibt es das Projekt „Streitschlichter“, in dem sich Schüler zu einer Art Mediator ausbilden lassen können: Los geht es in der fünften Klasse unter dem Motto „konstruktives Streiten“. In der neunten Klasse können sich die Jugendlichen dann zu Schülerstreitschlichtern ausbilden lassen: „Die Arbeitsgemeinschaft ist sehr gefragt“, hebt Lang hervor - pro Jahrgang gebe es meist mindestens 15 Streitschlichter.

Neu ist derweil, dass Regina Theißen, Diplom-Sozialpädagogin, nun auch „Beratungsfachkraft Drogen und Suchtprävention und Jugend-Medienschutzbeauftragte“ ist. Sie weist darauf hin, dass besonders Mediensucht derzeit ein großes Thema sei. Bei Jungs sei es mehr das Spielen, bei Mädchen eher die Kommunikation mit anderen und das Einkaufen im Netz, bei dem Suchtgefahr bestehe.

„Außerdem orientieren wir uns noch stärker Richtung Prävention“, sagt Lang. Es gebe inzwischen ein Team von Ansprechpartnern, an das sich Schüler bei Gewaltübergriffen vertrauensvoll wenden können. Noch dazu gebe es Briefkästen in gut geschützten Ecken der Schule, in die Schüler Zettel mit ihren Sorgen einwerfen können - im Optimalfall unbeobachtet. Auslöser seien die Missbrauchsfälle der Vergangenheit gewesen, mit deren Aufarbeitung die Schule sich beschäftige, erklärt ihr Leiter.

„Das Zertifikat war ein Anreiz, noch einmal alles zusammenzufügen, was es bereits gab, und einige Verbesserungen zu ergänzen“, sagt Lang. Insbesondere beim Medienschutz sei ein Ausbau geplant, zum Beispiel durch ein Projekt für alle Jahrgangsstufen, ergänzt Theißen.

Als drittes Teilzertifikat Richtung „gesundheitsfördernde Schule“ wollen die Amöneburger „Wahrnehmung und Bewegung“ angehen. Alternativ ist „Lehrergesundheit“ angedacht. „Wobei das eine das andere nicht ausschließt“, wie Lang betont. Noch gebe es allerdings keinen Beschluss der Gesamtkonferenz, berichtet er und fasst zusammen: „Vornehmlich wollen wir uns entwickeln und verbessern - und nicht Zertifikate sammeln.“

von Florian Lerchbacher

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