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Ein Stück zur Stadtgeschichte

Stadtallendorfer Schülerprojekt Ein Stück zur Stadtgeschichte

In einem aktuellen Schulprojekt zur Stadtgeschichte spielen die Erlebnisse des früheren Ferrero-Chefs Dr. Giuseppe Faussone und seiner Frau Marisa eine wichtige Rolle.

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Im Halbkreis gruppierten sich Viertklässler um die beiden jungen Darstellerinnen.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Auseinandersetzung mit Stadtgeschichte hat an der Georg-Büchner-Schule schon Tradition. In einem Wahlpflichtangebot setzen sich 21 Schüler mit einem Teil davon auseinander. Sie haben in den vergangenen anderthalb Jahren Zeitzeugen interviewt und sich Gedanken darüber gemacht, wie sie Stadtgeschichte vermitteln könnten. Dabei arbeiten sie mit dem Heimat- und Geschichtsverein wie auch dem Dokumentations- und Informationszentrum Stadtallendorf zusammen.

Am Freitag präsentierten die Schüler erste Ergebnisse ihrer Projektarbeit. Beim Tag der offenen Tür der GBS waren sie eine von mehr als 30 Gruppen. Derzeit arbeiten die Schüler unter anderem an einem kleinen Theaterstück über das Leben von Marisa Faussone, die 1957 mit ihrem Mann nach Allendorf kam. Dr. Giuseppe Faussone war bis 1996 Ferrero-Deutschland-Chef und Begründer des Werkes in Allendorf. Noch ist das Stück nicht aufführungsreif. Trotzdem saßen gestern schon eine Journalistin und Marisa Faussone,  beide gespielt von Schülerinnen, an einem Tisch bei einer vermeintlichen Flasche Wein. An einem Pfeiler standen weitere Schüler in historischen Kostümen. Sie stellten das Ehepaar Faussone zum Zeitpunkt ihrer Hochzeit dar. An diesem Termin erfuhr Marisa, dass sie mit ihrem Mann nach Deutschland gehen wird. Sieben Szenen des kleinen Stücks stehen schon fest.

In einer kleinen Präsentation informierten Schülerinnen Viertklässler über die Zeit von 1933 bis in die Gegenwart, zumindest schlaglichtartig. Sprengstoff-Herstellung, Zwangsarbeit, der Aufbau Stadtallendorfs, all dies  spielte eine Rolle. Und an einer weiteren Station waren die vertonten Gespräche der Schüler mit den verschiedenen Zeitzeugen zu hören und zu sehen. Auch mit den Stammbäumen ihrer Familien haben sich die Schüler auseinandergesetzt. „Sie wollten wissen, wo sie herkommen und wie weit ihre Wurzeln reichen“, erklärt Lehrerin Marina Flanderka. Sie betreut mit ihrer Kollegin Angelika Ditscher, vor allem zuständig für das Theaterstück, das Wahlpflichtangebot.

Unter den Besuchern waren gestern auch besondere Gäste, darunter Marisa Faussone. Sie hörte bewegt zu, als die Schüler Szenen ihres geplanten Stückes vorstellten, Szenen, in denen auch das frühere Heimweh der Italienerin zur Sprache kommt. Lange sei sie heimatlos gewesen, sagte Faussone. „Heute ist Deutschland mein Zuhause und Italien meine Heimat“, erklärte sie.

von Michael Rinde

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