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Ein Stück Heimat fern der Heimat

Patenkompanie für Neustadt Ein Stück Heimat fern der Heimat

Die Neustädter freuen sich, wieder eine Patenschaft mit einer Bundeswehreinheit zu haben, die mit einem feierlichen Akt im historischen Rathaus besiegelt wurde.

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Übergabe eines Ortsschildes für die Patenkompanie (von links): Stadtverordnetenvorsteher Karl Stehl, Bürgermeister Thomas Groll, Kompaniechef Hauptmann Dr. David Bender und Stabsfeldwebel Rüdiger Suhr.

Quelle: Klaus Böttcher

Neustadt. „Diese Patenschaft soll gegenseitiges Verständnis wecken, der Vertiefung partnerschaftlicher Beziehungen zwischen der Bürgerschaft, den örtlichen Vereinen und den Soldatinnen und Soldaten dienen und damit einen Beitrag zur Verankerung der Bundeswehr in der Zivilgesellschaft leisten.“

So steht es auf der von dem Momberger Karl-Heinz Mai in Kunstschrift gefertigten Urkunde, die der Kompaniechef der 4. Kompanie des Versorgungsbataillons 7, Hauptmann Dr. David Bender, Neustadts Bürgermeister Thomas Groll und der Stadtverordnetenvorsteher Karl Stehl unterschrieben.

Thomas Groll blickte auf die lange Tradition der Patenschaften zu Bundeswehreinheiten zurück und erinnerte an den Einzug der ersten Soldaten im Jahr 1960. Sie seien durch die Stadt marschiert, bevor sie in die neu erbaute Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne einrückten. Die Patenschaften mit dem Panzergrenadierbataillon 142, der Stabskompanie der Panzerbrigade 14 und der 6. Kompanie des Luftlandefernmeldebataillons endeten immer durch Auflösung der Einheit.

Wunsch: Patenschaft mit Stadtallendorfer Kompanie

Das solle aber kein schlechtes Omen für die jetzige Patenschaft mit der 4. Kompanie des Versorgungsbataillons 7 (4. Vers Btl 7) sein, bekräftigte er. Groll wünscht sich, dass die Patenschaft mit der Stadtallendorfer Kompanie nicht nur bei offiziellen Anlässen dokumentiert wird, sondern die Soldaten auch an den Veranstaltungen wie der Kirmes teilnehmen.

Der Kompaniechef Hauptmann Dr. David Bender stellte seine Einheit vor, zu der 176 Soldaten gehören. Das Versorgungsbataillon 7 ist in Unna-Königsborn stationiert und gehört der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ an, die wiederum in Augustdorf beheimatet ist.

Die Aufgaben seiner Kompanie umriss Bender mit der Versorgung und der Instandsetzung des Materials der zu unterstützenden Einheiten. Im Kompaniewappen, das der Chef dem Bürgermeister übergab, ist das springende Westfalenpferd, die gekreuzten Kanonen und der Zahnkranz als Zeichen der Versorger sowie Hammer und Schlegel abgebildet. Letztere stehen für den westfälischen Bergbau.

Gefahren bei Auslandseinsätzen der Soldaten

„Aufgrund der Entfernung zum Mutterhaus in Unna mussten wir uns hier eine Heimat suchen“, sagte der Chef. Jetzt seien die Soldaten froh, mit der Stadt Neustadt eine Partnerschaft einzugehen. „Heimat ist sehr wichtig“, betonte Hauptmann Bender und erinnerte an Väter und Großväter, für die Heimat gerade in den schweren Stunden als Soldat oder Gefangener sehr wichtig gewesen seien.

Das gelte auch für die Gefahren bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr-Soldaten. Er stellte die Wichtigkeit der Armee eines Landes heraus und sagte: „Ohne Militär hat ein Staat keine Zukunft.“ Er bedauerte, dass mit dem Wegfall der Wehrpflicht das Verhältnis zur Bundeswehr in der Bevölkerung gesunken sei. Dann lud er alle Bürger ein, am 4. Juni zum Familienfest in die Stadtallendorfer Kaserne zu kommen, um die Kompanie kennen zu lernen.

„Sie haben es verdient eine Patenschaft zu bekommen“, sagte Oberstleutnant Frank Hille als Vorsitzender des Förderverein sStab Division Schnelle Kräfte. Sein Verein helfe unverschuldet in Not geratenen Soldaten, aber „wir werben auch für die Wertschätzung und Solidarität der Soldaten in der Bevölkerung“. Als Symbol dafür gelten die gelben Schleifen, die vielfach als Anstecknadel getragen werden oder bei Ortseingangsschildern angebracht sind. Er übergab 10 der massiven Schleifchenschilder, die an den Ortseingängen der Kernstadt und den Stadtteilen angebracht werden.

Das Trio Semplice begleitete den feierlichen Akt musikalisch. So beispielsweise mit dem Marsch der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ und dem Marsch des Versorgungsbataillons 7.

von Klaus Böttcher

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