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Ein Schubs in Richtung Bioenergiedorf

Energiewende Ein Schubs in Richtung Bioenergiedorf

Erfurtshausen und Mardorf sind bereits Bioenergiedörfer. Die Stadt Amöneburg will nun auch den drei anderen Ortsteilen den Weg in diese Richtung ebnen - die Stadtverordneten finden‘s gut.

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Wärme aus Biogasanlagen wird es in Rüdigheim, Amöneburg und Roßdorf wohl nicht geben – daher will die Stadt nach Alternativen suchen lassen.

Quelle: Archivfoto

Amöneburg. Auf welchen Weg können sich Roßdorf, Rüdigheim und die Amöneburger Kernstadt machen, um ein Bioenergiedorf zu werden? Diese Frage wirft Bürgermeister Michael Plettenberg in den Raum - hat aber keine Antwort darauf. Und weil dem so ist, würde der Rathauschef am liebsten Experten zu Rate bitten. Und zwar Experten, die sich derzeit bereits intensiv mit der Thematik auseinandersetzen.

Entsprechend unterbreiten Plettenberg und die Magistratsmitglieder den Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Montag (18 Uhr) im Bürgerhaus einen Vorschlag - dem die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses bereits zugestimmt haben. Im Haushalt des Jahres 2017 sollen rund 29000 Euro zur Verfügung gestellt werden, um in den drei Dörfern Machbarkeitsstudien zu finanzieren - schließlich gilt es zunächst zu prüfen, ob eine regenerativ betriebene Heizzentrale mit Nahwärmenetz überhaupt technisch realisierbar und wirtschaftlich lohnenswert wäre.

Mengsberg kooperiert mit Viessmann

In Erfurtshausen und Mardorf war die Gründung von Nahwärmegenossenschaften Resultat bereits existierender Biogasanlagen. Die Errichtung weiterer Biogasanlagen sei jedoch aus vielerlei Gründen „wenig realistisch“, so Plettenberg - der aber eine Alternative ins Auge fasst: Mengsberg kooperiert bei seinem Weg Richtung Bioenergiedorf mit der Firma Viessmann, die dort auf einer Wiese ein Solarthermiefeld errichten will.

„Das zugrundeliegende Konzept ist recht neu und wird aktuell besonders gut öffentlich bezuschusst“, hebt der Bürgermeister hervor und betont: „Solarthermie in der Großfläche ist sehr effizient und wirtschaftlich zu realisieren.“ Noch dazu habe das „Weltunternehmen Viessmann“ „einschlägiges Knowhow“ und eine breite Produktpalette“ und wäre daher ein guter Partner - der aber nicht zum Zuge kommen müsse.

Erst das Parlament, dann die Ortsbeiräte

An eine Machbarkeitsstudie würde sich eine Projektentwicklungsphase anschließen - in der das Unternehmen das Kosten- und Planungsrisiko übernimmt, sagt Plettenberg. Sollte sich - so in den Dörfern tatsächlich Interesse besteht - eine örtliche Nahwärmeinitiative gegen eine weitere Kooperation mit Viessmann entscheiden oder keine Produkte verbauen wollen, so könnte die Machbarkeitsstudie problemlos von anderen Planern weiterverwendet werden.

Stimmen die Stadtverordneten am Montag der Vorlage zu, dann sind zunächst die Ortsbeiräte von Roßdorf, Amöneburg und Rüdigheim gefragt. Diese müssten öffentliche Infoveranstaltungen auf den Weg bringen, um zu prüfen, ob es Interesse an einem Nahwärmenetz gibt. „Wir machen ihnen sozusagen ein unmoralisches Angebot, zu dem sie Stellung beziehen müssen“, witzelte Plettenberg, der noch betonte, dass im Stadtgebiet mehr Strom regenerativ hergestellt werde, als insgesamt verbraucht wird. Die Wärmeversorgung basiere allerdings noch weitgehend auf fossilen Energieträgern.

Hoffen auf Zuschuss für Machbarkeitsstudie

Sollten die Ortsbeiräte selber nicht in der Verantwortung danach bei der Realisierung der Machbarkeitsstudie stehen und Zuarbeit leisten wollen, können dies auch private Initiativen übernehmen - ein Punkt, der den Ausschussmitgliedern eminent wichtig war. „Wir wissen, was für ein Aufwand das ist, und ich könnte mir vorstellen, dass einige Ortsbeiratsmitglieder genug anderes zu tun ­haben“, erläuterte Jan-Gernot Wichert (CDU) und ergänzte, dass eine Initiative daran aber nicht scheitern sollte.

Seine Fraktion geht davon aus, dass es für die Erstellung der Machbarkeitsstudien Fördermittel gibt und ließ dann auch gleich 14000 Euro an Zuschüssen im Haushalt einbuchen.

Amöneburgs Ortsvorsteher Sefa Elmaci (SPD) gab den Ausschussmitgliedern sogleich positive Rückmeldung: Er und der Ortsbeirat der Kernstadt seien von den Vorhaben sehr angetan und hätten sich der Thematik bereits angenommen.

von Florian Lerchbacher

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