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Ein Schritt in die Unabhängigkeit

Bürgerhilfe Ein Schritt in die Unabhängigkeit

Die guten Nachrichten für den Bürgerverein häufen sich derzeit: Mit dem Schwesternhaus geht es voran (die OP berichtete), und Christina Stettin bleibt Koordinationskraft der Bürgerhilfe.

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Christina Stettin ist seit drei Jahren als Koordinationskraft der Bürgerhilfe tätig.

Quelle: Florian Lerchbacher

Mardorf. „Ach, na ja, das Projekt ist ja auf Nachhaltigkeit ausgelegt und es war eine meiner Aufgaben, dafür zu sorgen, dass sich meine Anstellung verlängern lässt“, sagt Christina Stettin und spielt in ihrer typisch bescheidenen Art die eigene Leistung herunter. „Ohne Hildegard Kräling und Burkhard Wachtel vom Bürgerverein wäre das alles nicht möglich“, ergänzt sie, versucht die Aufmerksamkeit von sich abzulenken und die zahlreichen Angebote der Mardorfer Initiativen in den Mittelpunkt zu stellen.

Verein hat Antrag bei der Stadt gestellt

Dabei hat die 48-Jährige mit ihrer ruhigen, menschenfreundlichen Art maßgeblichen Anteil am Erfolgsmodell Bürgerhilfe - und daran, dass das Projekt ihre Stelle als Koordinationskraft in Zukunft nahezu vollständig selbst trägt. Der Verein hat einen Antrag bei der Stadt (und einen weiteren beim Kreis) auf Unterstützung in Höhe von jährlich 4000 Euro gestellt, der auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung am Montag, 9. November, 19.30 Uhr im Bürgerhaus Mardorf steht - gewährt die Kommune die Summe, steuern die Pflegekassen den gleichen Betrag bei.

In den vergangenen drei Jahren sorgten Sozialministerium und die Pflegekassen für die Finanzierung von 28 Wochenstunden - wobei der Hinweis erlaubt sein muss, dass Stettin weitaus mehr Zeit investierte. Für sie eine „ganz normale Sache“: „Dienst nach Plan lässt sich hier nicht machen.“ Sie ist eben mit dem Herzen dabei und übernimmt auch Aufgaben, die eigentlich nicht in ihr Gebiet fallen. So kann sie zum Beispiel inzwischen auch darüber informieren, wie und unter welchen Voraussetzungen Menschen Pflegestufen bekommen können - immer wieder waren im direkten Kontakt zu den „Kunden“ entsprechende Fragen aufgekommen, also machte sich Stettin zur Thematik schlau.

Bürgerhelfer unterstützen rund 100 Menschen

Die Bürgerhilfe ist seit ihrer Gründung vor drei Jahren kontinuierlich gewachsen. Inzwischen kümmern sich rund 100 Bürgerhelferinnen um etwa die gleiche Anzahl an „Kunden“ und ermöglichen diesen durch Hilfestellung bei vermeintlich kleinen Dingen, den Alltag zu bewältigen und länger selbständig im eigenen Heim zu leben. Was als Bürgerhilfe für das Amöneburger Stadtgebiet begann, hat sich inzwischen ausgebreitet: Die Ehrenamtler engagieren sich gegen eine kleine „Aufwandsentschädigung“ zum Beispiel auch für Menschen in Stadtallendorf, Sindersfeld, Cappel oder Kirchhain.

Bewegungsangebot für Menschen mit Demenz

Das Sozialministerium ließ das Projekt wissenschaftlich begleiten und war so beeindruckt, dass es nun für ähnliche Initiativen einen aus der Arbeit der Mardorfer resultierenden „Werkzeugkoffer“ erstellen will. Besonders stolz ist Stettin derweil auf zwei weitere Projekte, die aus der Arbeit des Bürgervereins und der -hilfe wuchsen: die „Moment-Gruppe“, ein montags von 10.30 bis 12 Uhr stattfindendes Bewegungsangebot für Menschen mit Demenz, sowie eine freitägliche Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz, die dazu dient, pflegende Angehörige zu entlasten.

Diese Projekte stehen in engem Zusammenhang mit der „Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz“ - für die es ebenfalls Fördermittel gab. Diese Zeit ist nun vorbei. Die Vernetzung der Initiativen, die mit an Demenz erkrankten Menschen in der Region arbeiten, werde immer besser: „Wir sollten das nicht abbrechen“, sagt Stettin und hofft, dass die Stadt die Fortführung der Arbeit mit 4000 Euro jährlich unterstützt.

Die nächste Schulung von Bürgerhelfern beginnt am 31. März 2016. Weitere Informationen und Anmeldung unter Telefon 06429/8291541.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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